In Nature We Trust

Reiseblog Worldwide

Abenteuer auf allen Kontinenten — Von tropischen Inseln bis zu Vulkanen am Ende der Welt.

01
2019 · 10 Tage Singapur

Singapur

Wo Dschungel auf Wolkenkratzer trifft.

Über Australien fliegen wir von Auckland aus nach Singapur. Die letzte Station unserer einjährigen Reise durch die Welt. Der Flughafen Changi in Singapur allein ist schon eine Reise wert.

Zurück im tropischen Klima, wohnen wir sehr zentral im Stadtteil Bugis, dass mit seinen bunten kleinen Vierteln, Restaurants, Märkten und Geschäften, viel zu bieten hat. Ein einfaches öffentliches Verkehrsnetz von Bussen und Bahnen bietet uns mit unserem 3-Tage-Ticket, die Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Marina Bay, Gardens of Bay, den Avatar Park, den Floral Garden, die kleine Insel Sentosa, alles sehr prachtvoll, glitzernd und schön. Natürlich schlendern wir auch durch die riesigen Einkaufs-Malls, die einfach architektonisch schön gebaut sind und das Gesamtbild dieser Stadt rund machen und durch den entzückenden bunten Bazar in Chinatown.

An einem Abend essen wir in unserem bunten Viertel Bugis, an einem anderen auf dem Abendmarkt in Bugis. An unserem letzten Abend gönnen wir uns ein Abendessen auf dem Roof Top von Marina Bays Restaurant Lavo. Der Ausblick ist wahnsinnig und man kann nicht nur ein farbenfrohes Wasserballett, sondern auch die komplette Skyline von Singapur bewundern. Die Poollandschaft auf dem Dach darf man nur nutzen, wenn man Hotelgast ist.

Wissenswertes zu Singapur:

Singapur ist eines der reichsten, saubersten Länder der Welt. Der Stadtstaat wurde als britische Kolonie gegründet und ist flächenmäßig der kleinste Staat Südostasiens und hat ca. 4 Millionen Einwohner. Das Klima ist tropisch. Es verbindet westliche, indische, chinesische sowie malaysische Einflüsse. In Singapur werden 4 Sprachen gesprochen. Malaiisch, Englisch, Mandarin und Tamil. Singapur gilt als weltweit wichtiger Finanz-und Handelsplatz, das Durchschnittseinkommen ist doppelt so hoch wie in Deutschland.

Auf Drogenbesitz steht die Todesstrafe, die Einfuhr und der Handel von Kaugummis ist verboten (um Straßenverschmutzungen zu vermeiden), Trinkgelder sind unüblich. Auf Nicht Spülens öffentlicher Toiletten steht eine Strafe von 150 Singapur Dollar und das nackte Herumrennen in den eigenen 4 Wänden, wenn von außen einsehbar, ist verboten.

In Aufzügen sind installierte Sensoren, die das Urinieren in Fahrstühlen anzeigt und Täter bis zum Eintreffen der Polizei bei geschlossenen Fahrstuhltüren festhält.

Am Abflugtag nehmen wir noch ein Bad im Roof Top Pool unseres Hotels, genießen ein paar Sonnenstrahlen, besuchen das Art Science Museum und machen uns am Abend mit der Bahn auf zum Flughafen. Unser Rückflug geht am Abend gegen 22 Uhr. Am 16.04. um 06:40 landen wir in Helsinki, wo ich jetzt in einem Café am Flughafen diese Zeilen tippe. Um kurz vor elf geht unser Weiterflug nach Hamburg.

Marina Bay Gardens by the Bay Hawker-Center Sentosa
02
2019 · 3 Wochen Neuseeland

Neuseeland

Das Ende der Welt – und der Anfang von allem.

Neuseeland!😍 Neuseeland ist insofern sehr besonders für mich als das es das letzte Ziel auf meiner, Ende der 20ziger, geschriebenen Bucketlist ist. Die Liste auf der steht, was man alles noch sehen oder tun möchte, bevor man den Löffel abgibt. Tatsächlich heißt es übersetzt, die Löffelliste.

Ja, ich habe mir vorgenommen, bestimmte Länder bis zu meinem 50zigsten Geburtstag bereist zu haben. 🌏 Ehrlich gesagt ist mir dies erst vor ein paar Tagen wirklich bewusst geworden. Das habe ich geschafft und es fühlt sich großartig an.💃 Alles was ich zukünftig bereise ist somit ein Bonus on top.😍

Lutz und ich werden das noch ausgiebig feiern...Juhuuuu.....

Neuseeland war immer das Land meiner Träume, denn diese Insel, nicht klein und nicht groß, vereint alles an weltweiter Vegetation. Man kann an einem Tag 4 Jahreszeiten erleben, alle 2 Stunden durch völlig andersartige, vielseitige und traumhafte Landschaften fahren und von Italien bis Alaska ist alles dabei. Es ist einfach unglaublich und für mich als große Naturliebhaberin ist es einer der spannendsten Orte dieser Welt. Der Weg aus Deutschland hierher ist wohl der weiteste, den man zurücklegen kann. 26-30 Stunden Flugzeit gilt es einzuplanen und das ist der kürzeste Flug. Umso schöner, dass wir uns langsam vorarbeiten konnten, denn von den Fidschi Inseln nach Neuseeland beträgt die Flugzeit nur 2,5 Stunden.😃

Am 02.03.2023 landen wir nach einer kleinen Flughafen Odysee / Fidschi Inseln, zwecks Überbuchung des Fluges, letztendlich doch am Nachmittag in Auckland. Die Klimaumstellung nach 4-6 Monaten von tropisch auf maritim subtropisch auf der Nordinsel verkraften wir gut. Auckland empfängt uns mit 25 Grad und Sonnenschein satt. Ein Traum.🌞

Das 1840 gegründete Auckland mit seinen 50 Inseln und 40 Vulkanen ist die einzige Millionenstadt auf Neuseeland (1,6 der 4,8 Neuseeländer leben hier) und erscheint schon von oben sehr beeindruckend.

Wir übernachten ziemlich zentral Downtown und in der Nähe des Yachthafens in einem Hostel. Wir haben ein eigenes Zimmer für uns mit Gemeinschaftstoiletten und Waschräumen auf den Gängen. Das Hostel ist super und mit 60€ pro Nacht ein Schnäppchen. Wir müssen uns nach Asien allerdings an diese Preise erstmal gewöhnen. 😯

Fortbewegung in Neuseeland

3 Fortbewegungs-Optionen standen für den 6-Wochen-Trip in Neuseeland zur Auswahl:

Autarken Camper mieten (Kosten min. 13.000-15.000€), dafür spart man an den Campingplätzen, da es für autarke Camper kostenfreie Plätze gibt.

Camper kaufen und nach 6 Wochen wieder verkaufen (Kosten ca. 10.000-13.000€). Das war eigentlich der Plan, da es die günstigste Option gewesen wäre. 2 Punkte haben uns davon abgehalten. 1. Wir reisen im Spätsommer/Herbst in Neuseeland. Der Verkauf zur Winterzeit eines Campers ist suboptimal. Also was tun mit dem Camper, falls wir keinen Käufer finden?! 2. Die Nordinsel wurde Mitte Februar von einem heftigen Zyklon getroffen, haben wir Lust auf so ein Abenteuer? Denn es werden weitere Zyklone erwartet, die nicht zwangsläufig Neuseeland treffen müssen aber evtl. sehr viel Regen und Sturm bringen können.

PKW mieten und da wir in der Nebensaison unterwegs sind, günstige Übernachtungsmöglichkeiten ausloten und wetterunabhängig reisen.

Wir entscheiden uns noch in Bali für Variante 3. Je eher wir den Wagen mieten, desto günstiger. Den PKW findet Lutz zum erstaunlichen Preis von 1.864,00€ für knapp 6 Wochen. In Neufundland habe ich für den Wagen, gleicher Zeitraum, 800€ mehr bezahlt.

Nachdem wir im Zeitraum von 3 Tagen in Auckland, den Sky Tower, den Schiffs-und Yachthafen Princess Wharf und Queens Wharf, den Fährhafen, Downtown, den Auckland Domain Park (älteste Parkanlage Aucklands), Parnell (ältester und wohlhabendster Vorort Aucklands) und den Mount Eden (saftig grün bewachsener Vulkankrater auf 196 Meter Höhe mit Ausblick auf die Skyline von Auckland und die Inseln im Haruki Golf) mit dem E-Roller erkundet haben, holen wir unseren vorab gemieteten PKW, einen Toyota mit Hybrid Antrieb, am Flughafen ab. Als Fahrerin bin ich alleine eingetragen, nachdem Lutz uns nun monatelang durch Asien ge"motorrollert" hat. In Neuseeland herrscht ebenfalls überall Linksverkehr. Ich befürchte den Rechtsverkehr müssen wir erst wieder erlernen, wenn wir zurück in Deutschland sind. 😁

Unser erstes Ziel ist Coromandel Peninsula (in Maori Sprache/Te Tara-o-te-ika-o-Mãui), eine Halbinsel in der Region Waikato und liegt ca. 1 Autostunde entfernt von Auckland. Für die Auckländer ist es ein sehr beliebtes Naherholungsziel. Die Halbinsel hat an der Ostküste außergewöhnlich schöne Bade- und Surfstrände, die zu den attraktivsten des Landes zählen. Im Landesinneren beispielhaftes, dicht bewaldetes Bergland aus tropischen und subtropischen Gewächsen, Palmen, Bäumen und Riesen-Farnen. An der Westseite der Insel schmiegen sich charmante Kleinstädte aus Goldrausch-Zeiten mit etlichen alten Goldminen an die Küste des Süd-Pazifik. Unsere Bed & Breakfast Lodge liegt in Thames, einer alten Goldminen Stadt, hoch oben auf einem wunderschön bewaldetem Hügel mit Blick auf den Pazifik und wunderschönen Sonnenuntergängen. Unsere Gastgeber sind ein sympathisches Rentnerehepaar, die uns mit Tipps rund um die Halbinsel versorgen.

Coromandel Peninsula ist übrigens ziemlich hart vom Zyklon getroffen wurden, überall laufen die Bergungs- und Reparatur Arbeiten auf Hochtouren. Es sind noch nicht wieder alle Straßen freigegeben und wir müssen mehr Zeit einplanen für unseren 1-Tages Road Trip auf der Halbinsel. Von der Westseite bis zur Ostseite gibt es viel zu sehen und zu erkunden. Wir sind erst spät am Abend, gegen 22:30 Uhr zurück. Mehr dazu im Foto-Blog.

Den 2ten Tag auf Coromandel Peninsula mieten wir uns 2 Fahrräder und fahren den bekannten Hauraki Rail Trail. Der knapp 200km lange Trail führt durch eine der eindrucksvollsten Landschaften der Region und ist für alle Fahrkünste und Fitnessstufen geeignet. Wir fahren an diesem Tag 90km und einen der schönsten Abschnitte des Trails, von Thames nach Waikino, auch hier sprechen die Fotos im Blog für sich. Am Abend gegen 20:00 Uhr sind wir zurück und ich falle bewusstlos vom Rad. Es war anstrengend aber diese großartige Landschaft ist überwältigend und lässt mich schon am nächsten Morgen alle Zipperlein vergessen. Bevor wir abreisen, begehen wir noch einen kurzen Trail auf den nahegelegenen Hausberg, der allerdings auf Grund der Aufräumarbeiten nur zum Teil erreichbar ist.

Tauranga

Es geht weiter ins 2 Autostunden entfernte Tauranga, dort findet aktuell der Wing-Foil-World-Cup statt, ein Highlight für Lutz aber auch für mich sehr spannend zu erleben, düsen hier doch die Besten der Besten aus aller Welt übers Wasser.

In Tauranga übernachten wir 2 Nächte in einer Arbnb Unterkunft, eine Wohnung, in der auch 2 Monteure und ein anderes reisendes Pärchen untergebracht sind. Wir haben eine Gemeinschaftsküche, essen Abendbrot und quatschen kurz mit einem der Monteure, ansonsten ist es ruhig und entspannt in der Wohnung. Tagsüber sind wir am Strand, überwachen das Wing Foil Event😉...ist schon sehr spannend. Lutz trifft Tom wieder, einer der Organisatoren und Bekannter aus Mauritius. Ehemaliger Windsurf-Pro, der eigentlich alles auf dem Wasser kann auch Kiten und Wing Foilen. Nachdem die Beiden ihr Wiedersehen gefeiert haben, lassen wir ihn seinen Job machen und genießen die Show. Zwischen den Pausen erklimmen wir noch den direkt am Beach gelegenen Mount Maunganui und genießen einen fantastischen Ausblick in alle Richtungen.

Tauranga verlassen wir nach 2 Tagen in Richtung Rotorua. Auf dem Weg dahin, machen wir einen Stopp am Movie Set von Hobbiton. Alle begeisterten Fans von "Herr der Ringe" und "der kleine Hobbit" werden jetzt entzückt aufschreien. Wir unternehmen eine 2 stündige, geführte Tour durchs Hobbitland und sind ergriffen. Die Tour ist großartig, der Guide erzählt die Geschichten, die eben hinter den Kulissen abliefen. Die Trilogie sowie "der kleine Hobbit" wurden tatsächlich alle an 150 Orten in Neuseeland gedreht. Der letzte Teil "Rückkehr des Königs" gilt als der größte Fantasiefilm aller Zeiten. Für Peter Jacksons bedeutenden Beitrag der Verfilmungen von "Tolkiens fiktiver Mittelerde" zur Kiwi Filmindustrie, wurde er 2010 zum Ritter geschlagen. Er selber wuchs übrigens in der Nähe von Wellington auf und konnte mit seinen Filmen, der Welt, die atemberaubenden Landschaften Neuseelands präsentieren.

Rotorua

Rotorua erreichen wir ca. 1 Stunde nach unserer spannenden Hobbiton Tour. Das erste was uns auffällt, ist der unangenehme Geruch/Gestank von Schwefel, der in der Luft liegt. Hut ab vor den Einwohnern dieser Stadt. Das ist nicht so leicht auszuhalten. Puuuuh. Das Geheimnis dieses Geruchs ist folgender:

Durch seine Lage auf dem pazifischen Feuerring ist Rotorua bekannt für seine "sprudelnden Schlammlöcher" und dem allgegenwärtigen Schwefelgeruch in der Stadt, die Teil des Vulkanplateaus der Nordinsel und der umliegenden Gebiete sind, insbesondere geothermische und vulkanische Aktivitäten wie Geysire, heiße Quellen und sprudelnde aktive Schlammbecken und Teiche. In vielen Teilen der Stadt steigt heißer, nach Schwefel riechender Dampf aus Tümpeln und Spalten auf, eine Touristenattraktion sowie ein Zeichen dafür, dass die Stadt auf einem Vulkan erbaut wurde. Die vielen heißen Quellen werden zum Baden und zur Hydrotherapie oder zum Heizen in den kühleren Jahreszeiten genutzt. Sie engagiert sich für den Fortschritt als zweisprachige Stadt, in der sowohl te reo Mãori als auch Englisch unterstützt und gefördert wird und einzigartig für Aotearoa (Neuseeland) ist.

Lutz entscheidet sich für einen Tag in einem der besten Bikeparks Neuseelands, einem wahren Mekka für Mountainbiker mit vielen Trails, die sich auf einem Gebiet von 180km erstrecken. Ich besuche in der Zeit ein Maori Dorf mit Kulturprogramm, einer Führung durchs Dorf und der Geschichte der Maori. Anschließend begebe ich mich noch auf eine Wanderung im Geothermal Park der sich rund um das Dorf erstreckt. Alles ist unglaublich beeindruckend. Nachdem ich den überglücklichen Lutz mit heiß glühenden Wangen am Bike Park abgeholt habe, gönnen wir uns noch ein Bad in den "Secret Spot Hot Tubs", einem warmen Bad in einem Holzfass. Die Anlage ist wunderschön gestaltet, es gibt 12 Fässer, ausgestattet mit einem Sonnenschirm, einer Getränkekarte, wobei die Getränke auf Knopfdruck bestellt und direkt ans Badefass geliefert werden. Eine witzige Idee und erfreut sich hoher Beliebtheit, gerade bei den Bikern die nach Stunden des Mountainbikens vom Berg kommen.

Bevor wir am nächsten Tag abreisen, besuchen wir noch den Redwoods Walk. Der beliebte Wanderweg schlängelt sich durch atemberaubende kalifornische Mammutbäume, die 1901 gepflanzt wurden. Mit einer Höhe von etwa 219 Metern bilden diese majestätischen Bäume zusammen mit den unterpflanzten Lärchen ein hervorragendes Refugium für eine Vielzahl einheimischer Pflanzen und Vögel. Ein weiteres Merkmal dieser Route ist der Holzsteg, der durch alte Thermalbecken führt, die eine Vielzahl exotischer Wasserpflanzen beherbergen. Wir sind zu späterer Stunde unterwegs und somit fast allein auf dem Weg. Die letzten wärmenden Sonnenstrahlen brechen durchs Geäst und wir fühlen die Magie des Ortes.

Tongariro Nationalpark

Unsere wie immer spontane Reiseroute führt uns weiter in den Tongariro Nationalpark aber nicht ohne Zwischenfall😂. Wir haben ca. 2 Stunden Autofahrt vor uns und kommen auf Grund unserer Aktivitäten erst nachmittags um 15:00h aus Rotorua los. Bei bestem Wetter brausen wir durch die bergige, saftig grüne Landschaft, an deren Hängen die Schafe und Kühe weiden. Sie stehen manchmal so schräg am Berg, dass ich denke, sie fallen gleich hinab.

Mein Telefon klingelt. Eine neuseeländische Nummer, unsere Autovermietung. Sie fragen ob wir unseren Schlüssel verloren haben, denn die Polizei hätte bei Ihnen angerufen und ihnen unser KFZ durchgegeben, der auf dem Anhänger des Schlüssels steht. Wir lachen und sagen ihm, es muss eine Verwechslung sein, da wir ja aktuell on the road sind. Zur Musik wippend fahren wir weiter aber das Gespräch geht mir durch den Kopf. Ich schaue in das Fach in den ich den Schlüssel immer lege, wenn ich einsteige, es ist leer. Es dauert einen Moment bevor ich begreife. Zum Verständnis für euch Leser. Es ist ein keyless Car. Der Wagen hat kein Zündschloss und der Schlüssel muss zum Öffnen, Starten und Schließen nur in der Nähe sein. Gefährlich🙈. Leider fahre ich links ran und stelle die Zündung ab, um den Schlüssel zu suchen....fataler Fehler....denn nachdem wir den ganzen Wagen durchsucht haben und den Schlüssel nicht gefunden haben, kann ich ihn natürlich ohne Schlüssel nicht mehr starten. Wir müssen ihn auf dem Parkplatz am Auto verloren haben, als wir unsere Sachen in den Kofferraum räumten. Wir sind bereits etwas mehr als eine Stunde von Rotorua entfernt. So ein Mist. Wir rufen in der Polizeidienstelle in Rotorua an und sie bestätigen das der Schlüssel bei ihnen liegt. Wir haben nur die Wahl ein Taxi zu bestellen oder uns von einer Art ADAC abholen zu lassen, der aber Stunden benötigen würde, bis er bei uns ist und uns dann noch eine Stunde zur Polizei karren müsste. Wir beißen in den sauren Apfel und bestellen ein UBER Taxi, dass mich abholt, eine Stunde zur Dienststelle bringt und dann wieder zurück zum Auto bringt. Fragt lieber nicht, was uns das kostet.🤑

Ich fiebere schon der Alpine Tongariro Überquerung entgegen. Der Zusatz Alpine kommt 2007 dazu, da der Auf-und Abstieg von schnellen Wetterumschwüngen geprägt ist, die 2006 2 Menschen das Leben kosteten. Lutz habe ich die nötigsten Eckdaten gegeben, allerdings nur so halb erwähnt, dass die Route 19,4 km lang ist und eine Zeit von 6,5-9 Stunden eingeplant werden muss. Lutz ist kein so großer Hiking-Freund wie ich, muss ich an dieser Stelle nochmal kurz erwähnen.🙈 Der Hike ist für den nächsten Tag geplant, allerdings kann ich den Shuttle Service vom Parkplatz bis zum Punkt des Aufstiegs (ca. 30 Minuten) nicht mehr buchen, da wir kein Internet in unserer kleinen Behausung auf dem Campingplatz haben. Wir entscheiden uns trotzdem hinzufahren, vielleicht sind ja noch 2 Plätze frei. Außerdem weiß ich nach einem Blick auf die Wetterkarte, dass wir es nur morgen machen können, blauer Himmel, keine Wolke und Sonnenschein sind vorausgesagt. Der Tag danach bringt Wolken und Regen, außerdem ist es unser Abreisetag. Diese Chance bekommen wir dieses Mal und nur am morgigen Tag. Gesagt, getan, wir bekommen noch 2 Plätze im Shuttle Bus, es soll so sein. Inzwischen sage ich ihm was auf uns zukommt aber nachdem ich ihm versichere, dass es ein einmaliges Erlebnis und die Belohnung einmalig sein wird, siegt auch bei ihm die Neugier. Zusammengefasst die Tour ist sehr anstrengend, der Aufstieg steil und mühsam, der Abstieg lang und nicht endend wollend mit wunden und heißen Füßen.... ABER die Durchquerung des Südkraters mit Blick auf den Mount Ngauruhoe, die Aussicht auf den Red Crater (eines noch immer aktiven Vulkans) und den grün/türkis leuchtenden Emerald Lakes, ist alle Mühen wert.

Übrigens....neben diesen landschaftliches Reizen diente der Mount Ngauruhoe (Schicksalsberg) als Filmkulisse im Film Herr der Ringe.

Am Abend sind wir platt, kochen uns Nudeln mit Pesto in der Gemeinschaftsküche des Campingplatzes, lernen noch 3 deutsche Mädels kennen, die ebenfalls vorhaben die Tour zu machen und einer von ihnen geben wir noch aktiv Empfehlungen für die Fidschi Inseln, wozu haben wir die Fidschi Connection. 😁

Der nächste Tag ist verregnet, wir überlegen uns zwischen den Regenpausen eine kurze Wanderung zu machen und fahren anschließend in die nächste größere Stadt, um in einem Café das WLAN zu nutzen, denn ich habe seit Tagen keine Zeit gehabt mich um den Reiseblog zu kümmern. Im Tongariro Nationalpark haben wir weder WLAN noch Internet. Zwischendurch schaue ich auf mein Handy, unsere nächste Unterkunft heißt uns für diesen Tag herzlich willkommen......waaaaaas..... mir bleibt das Herz kurzzeitig stehen, wieso heute???? Ich check die Daten und tatsächlich, es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass ich mich im Datum getäuscht habe. Wir hätten eigentlich heute Morgen um 10:00 Uhr auschecken müssen. 😱....Es ist jetzt 14h und ich prüfe, wie lange wir fahren müssen.

Wellington 1

Knapp 4 Stunden Fahrt liegen bis nach Wellington vor uns und wir haben für den darauffolgenden Tag noch kein Fährticket um auf die Südinsel zu gelangen, fällt uns ein. Lutz versucht unterwegs ein Ticket zu buchen aber scheitert kläglich, denn was wir jetzt erst über die Website erfahren, eine Fährverbindung ist seit Tagen wegen technischer Defekte ausgefallen und die andere Fährlinie ist heillos überlastet auch online. Hm ...❓

Wir lassen es erstmal sein und nachdem wir pünktlich zum Sonnenuntergang in Welly eintreffen, unsere Unterkunft bei John liegt am Hang mit Blick auf die Bucht, wunderschön, probiere ich es kurz bevor wir zum Essen gehen, online ein Ticket zu bekommen. Und siehe da ...ganz kurz erscheinen im System 2 freie Plätze mit Auto, ich buche direkt, bekomme die Online Tickets auch sofort zugeschickt. Wer sagt es denn🙏 ...als wir es später spaßeshalber nochmal probieren, sagt das System wieder ...not available....und Error. Man soviel Glück muss man erstmal haben. 🍀...Wir erfahren übrigens später, dass viele nicht so viel Glück hatten mit der Fähre und keiner kann glauben, das wir so naiv und verträumt, ein paar Stunden vor Abfahrt, online ein Ticket erwerben konnten. 🤗

Am nächsten Morgen reisen wir samt Auto mit der Fähre bei Traumwetter auf die Südinsel Neuseelands.☀️

Südinsel

Abel Tasman Nationalpark

Am Mittag legt die Fähre in Picton an. Unsere nächste Unterkunft ist im Abel Tasman Nationalpark bei Gregory. Hier gefällt es uns ausnehmend gut, leben wir doch hier mehr wie in einer Wohngemeinschaft als Übernachtungsgäste zu sein. Wir dürfen das gesamte Haus, incl. Küche nutzen, abends sitzen wir beieinander und quatschen. Greg ist Lehrer und kann uns viel über den Allgemeinzustand Neuseelands, die Politik und die Entwicklung von Kindern im Schulsystem Neuseelands, gerade auch Maori Kinder erzählen. Er ist ca. Mitte 30, wir merken er brennt für seinen Beruf und ist außerdem leidenschaftlicher Paraglider. Er gibt uns Empfehlungen für die Umgebung, denen wir folgen. Wir machen eine recht steile Küstenwanderung zum Wharariki Beach, die traumhaft schön ist. Uns begleiten blauer Himmel, Wärme, Sonne und Schafe.

Wer kennt übrigens nicht den Bildschirmschoner von Windows, der Strand mit der joggenden Frau, ich selber habe ihn im Sommer oft auf dem Firmenbildschirm. Das ist der Wharakiri Beach an dem wir gerade sitzen und picknicken. 😊

Unser Weg führt uns durch das Landesinnere über Murchison, wo wir eine Nacht verbringen, nach Christchurch. Auf der Fahrt halten wir im Abel Tasman Nationalpark noch an dem ein oder anderen Spot, wie die "Heilige Quelle der Maori" den Te Waikoropupũ Springs und am Split Apple Rock. Von Murchison nach Christchurch halten wir an den Maruia Falls und machen noch einen kleinen Abstecher nach Hammer Springs, in das nahe gelegene Skigebiet Christchurchs. (siehe Fotoblog)

Christchurch

In Christchurch verbringen wir eine Nacht, am nächsten Tag schauen wir uns die Stadt noch eine wenig an und sind überrascht wie hübsch diese ist. Überhaupt sind die Städte in Neuseeland sehr hübsch, fällt uns immer wieder auf. Alles ist niedrig gebaut, es gibt keine Hochhäuser, was sehr charmant anmutet. Dazwischen viel Grün. Da wir, wie fast jeden Tag, Traumwetter haben, geht es für 2-3 Stunden in den Bikepark von Christchurch, der super schön gelegen mit einer umwerfenden Aussicht auf die rundum gelegene Umgebung und die pazifische Küste ist. Während Lutz die Trails runterbraust, mache ich eine Wanderung bis zur Spitze und fahre mit der Seilbahn zurück ins Tal.

Ein wunderbares Erlebnis, für mich als heute nur noch leicht Höhenkranke. Jahrelanges Üben, von Skifahren bis Hiken und rumgekletter in manchmal schwindelerregende Höhen, hatte eine heilende Wirkung. Früher war mir schon schlecht, wenn ich auf einen Hügel spaziert bin.

Queenstown, Arrowtown und der Doubtful Sound

Unsere Tour geht am späten Nachmittag weiter nach Twizel. Die Strecke führt durchs atemberaubende Landesinnere der Insel, vorbei am Lake Taupo. Wir übernachten auf einem Campingplatz, der auch feste Mini Bungalows hat. Diese nennen sich hier Holiday Parks und sind gerade in der Nebensaison einigermaßen günstig. Es gibt oft eine große Gemeinschaftsküche und wie auf Campingplätzen üblich, gemeinsame Sanitäranlagen. Alles sehr gepflegt. Die Gemeinschaftsküchen laden oft zum Quatschen mit anderen Reisenden ein, wobei uns auffällt, dass sehr viele Deutsche in Neuseeland unterwegs sind. Wir schätzen ca. 70-80%. Gefolgt von Franzosen und Australiern.

Von Twizel reisen wir am nächsten Tag weiter nach Queenstown, in den südlichsten Teil der Südinsel. Der Weg ist hier das Ziel. Unterwegs halten wir an traumhaften Spots, um kurz zu wandern und Fotos der außergewöhnlichen Landschaft zu schießen.

Von Queenstown haben wir schon viel von Reisenden auf den Fidschi Inseln gehört. Die kleine, gemütliche, schmucke Stadt schmiegt sich an den idyllischen Lake Wakatipu und ist umgeben von den Südalpen und die Bergkette "the Remarkables" (die Bemerkenswerten) mit ihren sägezahnartigen Gipfeln liegen auf der anderen Seite des Sees. Wir kommen bei warmen 23 Grad an, in kurzer Hose spazieren wir durch das pittoreske Städtchen und lassen den Abend bei Sonnenuntergang am See und einem Glas Wein ausklingen. Unsere Arbnb Unterkunft liegt wunderschön direkt vor den Remarkables, im Haus von Charlotte und Ivan. Sie stammt aus England, er aus Irland und nachdem sie vor 11 Jahren Neuseeland bereisten, entschlossen sie sich hierzubleiben. Mit ihrem süßen Hund Sqrampy leben sie in Jacks Point, einem Vorort von Queenstown.

Den 1ten Tag verbringen wir damit, Queenstown und Umgebung zu erkunden und uns in Arrowtown mit Philipp zu treffen, den wir von den Fidschi Inseln kennen und der hier auf einer Farm in der dazugehörigen Gin Destillerie für Kost und Logis jobbt.

Arrowtown ist eine malerische Siedlung, die am Arrow River liegt und in dem einst Gold geschürft wurde. Die kleine Siedlung wuchs in Goldgräberzeiten rasant, denn die Pioniere bauten kleine Häuser, Geschäfte, Hotels und Kirchen. Davon sollen noch über 60 erhalten sein. Die am Flussufer gelegene chinesische Siedlung ist eine besondere Sehenswürdigkeit. Die um 1868 von chinesischen Goldgräbern errichtete Siedlung wurde durch Restaurationen wunderschön erhalten und man erfühlt die damalige Zeit.

Leider erwischen wir heute einen Regentag, an dem der Regen einfach nicht aufhören will. Somit fällt unsere Wanderung zum German Hill, am Fluss Arrow River entlang hinauf durch den Wald flach. Wir verbringen den Tag in 2 verschiedenen, gemütlichen Cafés und nutzen am späten Nachmittag eine kurze Regenpause für einen Spaziergang am Arrow River und der Besichtigung der chinesischen Siedlung. Am Abend verabschieden wir uns nach einem Tag voller spannender Erzählungen von Philipp.

Wir erfahren von ihm mehr über die Seite wwoofing, eine globale Bewegung, die es sich zur Aufgabe macht, Menschen aus aller Welt mit dem ökologischen Landbau, ebenfalls in aller Welt, zu verbinden. Reisende, Freiwillige, Neugierige, meistens mit geringem Budget besuchen kleine Bauernhöfe. WWOOFER unterstützen bei der Hofarbeit und nehmen an der Tagesarbeit der Hosts teil, die ihnen im Gegenzug Kost und Logis anbieten. Manchmal bekommt man wohl auch ein wenig Geld. Die gegenseitige Unterstützung dient ebenso zum Austausch von Erfahrung, Ideen, Wissen und Werten. Interessant ist aber auch zu erfahren, dass es wie überall auch hier manchmal etwas chaotische, liebenswerte Geschichten gibt über die man herzlich schmunzeln kann. Tolle Angebote und spannende Erfahrungen bietet das wwoofing überall auf der Welt.

Am nächsten Morgen klingelt unser Wecker um 04 Uhr. Heute wollen wir zum Doubtful Sound.

Der Doubtful Sound/Patea ist ein Meeresarm (Fjord) im Fjordland Nationalpark. Er wird auch als der "Sound of Silence" bezeichnet. Der maorische Name ist Patea. Er verfügt über eine Flächenausdehnung von 83,7 km² und eine Länge von 40,4km. Der Fjord entstand durch Gletscherbildung und misst an der tiefsten Stelle 421 m. Er trifft am Eingang auf die Tasmansee. Von Seesternen über schwarze Korallen, sind dort auch Pinguine, Delfine und neuseeländische Seebären anzutreffen. Wir sollen an diesem Tag einen kleinen neuseeländischen Seebären spielen sehen. Die Pinguine und Delfine lassen sich nicht blicken.

Die Tour startet im 2 Stunden entfernten Manapouri. Die 2stündige Autofahrt von Jacks Point bis Manapouri ist an diesem frühen Morgen eher ein Höllentrip. In stockdunkler Nacht bei Starkregen (es gibt keine Straßenbeleuchtungen, es ist zu abgelegen) muss ich meine ganze Konzentration aufbieten, um dem Aquaplaning und den Ästen und Zweigen, die der nächtliche Sturm auf die Straße gepeitscht hat, Herr zu werden. Dazu kommt, dass wir beide natürlich um diese nachtschlafende Zeit noch ziemlich müde sind. Doch kaum sind wir vor Ort, werden wir für unsere Strapazen belohnt.

Treffpunkt ist um 06:40Uhr, Abfahrt um 07 Uhr mit dem Boot über den Lake Manapouri bis zum Ende des Sees. Dort werden wir mit einem Bus abgeholt, der uns über den Wilmot Pass durch dichten Regenwald zum Fjord bringt. In Deep Cove gehen wir an Bord der Patea Explorer, einem speziell gefertigten Katamaran und lassen uns knapp 3 Stunden durch den Fjord schippern. Die Ausführungen des Crew Sprechers sind interessant, aufschlussreich und spannend. Am Tag davor hat es geregnet und wir kommen in den Genuss von spektakulären Wasserfällen, teilweise nebelverhangenen Berggipfeln und einem sich stetig veränderndem Licht.

Erschöpft aber glücklich sind wir am späten Nachmittag gegen halb fünf wieder in unserer gemütlichen Unterkunft. Übrigens sind die Temperaturen innerhalb von 2 Tagen auf 11 Grad gesunken. Die "Remarkables" überraschen uns am Tag unserer Abreise mit Schnee auf den Gipfeln.

Wanaka und der Franz Josef Gletscher

Auf dem Weg zum fünf Stunden entfernten Franz Josef Gletscher, wo wir uns 2 Nächte in ein Hostel eingebucht haben, um den oder anderen exzellenten Trail zu bewandern, besuchen wir noch den außergewöhnlich schönen Ort Wanaka. Er hat eine atemberaubende Lage, zwischen Bergen und dem riesigen See Wanaka und ist bekannt für zahlreiche Outdooraktivitäten, wie Kajaken, Skifahren, Mountainbiken, Jet Ski und vielem mehr. Ebenso bekannt ist der Ort für internationale Triathlons bis hin zu Musik und Kunstfestivals. Der Tag ist wolkenlos und sonnig, dennoch kühler als wir es bisher gewohnt sind. Wir schlendern am See entlang, sonnen uns bei einem kleinen Picknick und schauen uns das kleine aparte Städtchen an. Nach 2 Stunden reisen wir weiter, wir haben noch 4 Stunden Autofahrt vor uns bevor wir unsere Unterkunft am Gletscher erreichen. Die Fahrt vergeht wie im Flug, denn wir halten an verschiedenen Stellen in den Bergen und des Pazifiks, um die Aussichten zu genießen.

Am Franz Josef gibt es, außer ein paar Unterkünften und Restaurationen, einem Kiwi Wildlife Center und 2 Buchungsbüros für Helikopterflüge (es lassen sich im 30 Minutentakt, Menschen für sage und schreibe 223,50€ p/P. auf den Gletscher fliegen), nicht wirklich einen Ortskern. Unser Hostel ist voll ausgebucht, wir haben ein 2 Bett Zimmer, die Gemeinschaftsküche und Lounge ist voller Leute aus aller Welt, die den ein oder anderen Trail wie wir begehen wollen. Es ist eine witzige Unterkunft, allerdings ist es auch ziemlich hellhörig, gut das ich meine Ohropax dabei habe.

Wir kommen ziemlich spät am Abend an, kochen uns noch Spaghetti und gehen anschließend ins Bett, die Fahrt hat uns doch etwas geschafft.

Am nächsten Morgen schlafen wir bis 09 Uhr, frühstücken entspannt und bereiten uns unser Picknick für diesen Tag. Geplant ist der Robert`s Point Treck. Der Weg ist ca. 12 km, sehr anspruchsvoll, steil und führt durch unterschiedlichstes Gelände, dass macht den Auf-und Abstieg technisch sehr interessant. Außerdem gibt es 4 Hängebrücken und einige Wasserfälle zu erleben. Bei Regen ist dieser Trail nicht begehbar. Am obersten Punkt, einer hölzernen Aussichtsplattform kann man den Franz Josef Gletscher aus nächster Nähe sehen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass die Trecks und Trails in Neuseeland auch um diese Jahreszeit, der Off Season, ziemlich voll sind. Da habe ich in Neufundland ganz andere Erfahrungen gemacht und nirgendwo konnte man Wildnis und Einsamkeit so sehr genießen wie dort. Nichtsdestotrotz sind es auch hier einmalige Erlebnisse. Wir sind gute 5 Stunden und 30 Minuten unterwegs, da wir noch einige Zeit auf der Aussichtsplattform sonnen und picknicken.

Am Abend kochen wir uns nochmal Nudeln, dazu Salat und einen guten Rotwein mit dem wir feierlich auf den erlebten Treck anstoßen. Wir unterhalten uns mit einem Lehrerehepaar aus Deutschland, die ebenfalls ein Sabbatical Jahr seit letzten Jahr August erleben. Sie erzählen uns von Amerika und Mexico. Zwischendurch waren sie immer mal wieder bei der Familie in Deutschland. Sie gestalten ihr Sabbatical, auf Grund verschiedener Lebensumstände, ein wenig anders als wir.

Ziemlich k.o. fallen wir ins Bett, frühstücken, packen unsere Sachen und machen noch 2 Trails, von insgesamt 3 Stunden. Der Franz Josef Glacier Walk führt uns am Flussbett unterhalb des Gletschers entlang, der andere Trail, der Callery Gorge durch einen magischen Wald bis zu einer Hängebrücke, von der wir in einen tosenden Canyon blicken können.

Am frühen Nachmittag geht es 2 Stunden weiter an der Westküste bis Greymouth. Hier übernachten wir bei einer Familie, im Anbau des Hauses am anderen Ende des Gartens. Ganz gemütlich für uns. Absolute Ruhe und Stille. Ganz ungewohnt nach den letzten beiden Nächten. 😉

Morgen werden wir die Insel queren um nach Kaikoura an die sonnige Ostküste zu kommen. Der Wettergott war uns an der Westküste mehr als hold, denn dort regnet es mind. 200 Tage im Jahr. Ab morgen ist übrigens Regen an der Westküste angesagt, das Universum hat uns wohl besonders lieb.💛

Gedanken und Fakten

Ich habe noch nirgendwo so viele überfahrene Tiere gesehen wie hier. In der Regel sind es Possums und Katzen. Possums wurden in Australien gekidnappt und nach Neuseeland verschleppt wegen ihres Pelzes und Fells. (Die Australier lieben ihre Possums) Sie vermehrten sich wie die Karnickel und sind heute das meist gejagte Tier der Insel. Sie verwüsten Farmen und fressen die Eier des vom Aussterben bedrohten Kiwi, dem Nationalsymbol und Wappentier der Neuseeländer. Und hier verstehen die Neuseeländer, die sich ebenfalls Kiwis nennen, überhaupt keinen Spaß. Alles was ihrem süßen Vögelchen, der nachtaktiv und fluguntauglich ist, gefährlich werden kann, wird gnadenlos gejagt und gemeuchelt. Der wirklich entzückende Vogel hat ganz kurze Flügel und sehr schwere Knochen. Weil er aus diesen Gründen nicht fliegen kann, hat er sich auch nirgendwo sonst vermehren können. Es gibt ihn nur hier. Er sieht ganz schlecht und erschnuppert sich seinen Weg. Einzigartig in der Vogelwelt. Die Neuseeländer (Kiwis) lieben ihn so sehr, dass sogar eine Frucht nach ihm benannt wurde. Die uns bekannte Frucht.... die Kiwi.

In Neuseeland muss Outdoor Ausrüstung bei Einreise angegeben werden. Es wird noch am Flughafen desinfiziert, um zu verhindern, das Pilze und Bakterien eingeschleppt werden, die der einzigartigen Flora und Fauna Neuseelands zum Verhängnis werden können. Wir beobachten hier großes Baumsterben.

Der Kauri Baum auch Gott des Waldes genannt, gibt es ausschließlich auf der Nordinsel in Northland oberhalb von Auckland. Er hat für die Neuseeländer aber vor allen Dingen für die Maoris eine tiefe Bedeutung. Tane Mahuta heißt der älteste und größte Kauri Baum Neuseelands. Er wird auf 1250-2000 Jahre geschätzt. Nun werden seine Wurzeln von der Dieback Desease, einer Pilzart, die für die Kauri Bäume tödlich ist, befallen. Dabei beschädigt er das Gewebe der Wurzeln die Nährstoffe und Wasser in den Baum transportieren, so verhungert der Baum. Nahezu alle infizierten Kauri-Bäume sterben mit der Zeit. Die Erreger und Bakterien sind unsichtbar, leider gibt es Stand jetzt keine Behandlungsmethode gegen diese Krankheit.

"Maori verbinden den Kauri-Baum auch mit Walen (Tohora). Nach Maori Genealogie (Whakapapa) sind Kauri und die Tohora Brüder. Es wird angenommen, das Tane (Gott des Waldes) den Wal an Tanaroa (Gott des Meeres) geschenkt hat, wodurch Kauri-Bäume ihre einzigartigen Schuppen für Rinde haben. Die Ältesten der Maori verbinden heute oft die Strandungen von Walen mit den Kämpfen des Kauri-Baums, der für das Kauri Dieback Disease anfällig ist und darunter leidet."

Lutz und mich erschüttert das Sterben des Kauri Baumes und anderer Baumarten sehr. Wir nutzen jede Gelegenheit zum Reinigen unserer Schuhe an Reinigungsstationen, wenn vorhanden und die Orte der Kauri Bäume meiden wir ganz. Wir sehen sie dann zwar nicht aber möchten auch nichts zu deren Aussterben beitragen. Wir können nur jedem empfehlen die Regionen des Kauri Baumes NICHT zu besuchen. Das ist was jeder persönlich dazu beitragen kann.

Kaikoura

In Kaikoura entspannen wir 2 Tage, spazieren, sonnen und lesen mal wieder. Wir sind länger nicht mehr dazu gekommen, da unsere Aktivitäten uns auf Trab halten.😅 Außerdem besuchen wir die Seebären Kolonie, die dicht besiedelt am Strand von Kaikoura Zuhause ist. Die süßen Tierchen sind kaum menschenscheu und wir halten gebührend Abstand. 💓

Weingut Hans Herzog / Marlborough

Nach Kaikoura geht es weiter an der Küstenstraße nach Marlborough, eines der bekanntesten, schönsten und sonnigsten Weinanbaugebiete Neuseelands. Wir haben uns, anlässlich Lutz Geburtstag auf dem Weingut von Hans Herzog eingebucht. Heimelig zwischen Weinreben liegt unsere entzückende Unterkunft, das Rose Cottage. Bei unserer Ankunft werden wir mit einer Flasche vorzüglichem Rose Champagner begrüßt. Es gibt eine Führung über das Weingut einschließlich der Historie über den Schweizer Hans Herzog, der Anfang der 80ziger mit seiner Frau Therese als Winzer nach Neuseeland übersiedelt. Wir werden durch die Winery und den Weinkeller geführt. Hier erfahren wir alles über Herstellung, Trauben und Lagerung.

Unser Fazit: Ein wunderbares Erlebnis eines sehr schönen und persönlichen Weinberges. Hervorragender Wein, der mit viel Liebe und Leidenschaft in einem excellenten Weingut hergestellt wird. Dank an Ladina, die uns anschaulich, kompetent und leidenschaftlich geführt hat.

Am Morgen von Lutz Geburtstag werden wir übrigens persönlich von Hans Herzog mit einem leckeren Frühstück verwöhnt. Ein sehr besondere Wertschätzung von Gästen, wie wir finden. Er ist ein sehr sympathischer, fröhlicher und interessanter Gesprächspartner. Nach 2 wunderbaren Tagen auf dem Weingut, fahren wir mit etwas Wehmut weiter nach Picton um von dort die Fähre zurück auf die Nordinsel zu nehmen.

Leider fallen alle Fähren auf Grund von Sturmwarnungen auf der Cookstraße (Meeresüberfahrt) aus. Dazu muss man sagen, dass es im Februar zu einem Breakdown einer der Fähren kam, dann gab es den Zyklon, der vieles überflutete und seitdem haben die beiden Fähranbieter große Probleme, den Rückstau auf Grund der Ereignisse, aufzuholen. Wir waren ein wenig darauf gefasst, hätten es uns aber anders gewünscht. Bedeutet dies, das Auto zurückzulassen und teuer für die Überführung des Wagens zurück nach Auckland bezahlen zu müssen. Desweiteren benötigen wir einen neuen Wagen, um die letzten 12 Tage auf der Nordinsel mobil zu sein und einen Flug von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel). Dazu eine Übernachtung in Picton. Dies alles erledigen wir am Vormittag, wären wir doch eigentlich mit der 07:00 Uhr Fähre gefahren, allerdings auch nur Stand By, denn Tickets sind seit Wochen ausverkauft.

Nachdem wir alles Nötige veranlasst haben, versuchen wir den restlichen Sonnentag zu genießen und uns zu entspannen.

Zurück auf der Nordinsel

Wellington 2

Vor über 12 Jahren lernte ich auf einer Hochzeit in Hamburg ein Pärchen kennen, Ruth und Nick. Wir hatten so viel Spaß zusammen, dass sie mich damals spontan zu ihrer Abschlussfeier, anlässlich ihres Umzugs nach Neuseeland, einluden. Nick ist Neuseeländer und wollte nach ein paar Jahren in Hamburg, zurück in die Heimat. Wir schrieben uns damals noch einige Mal per Mail bis der Kontakt einschlief. An die Beiden und diese Emails erinnere ich mich und werde schnell fündig. Kurz entschlossen probiere ich es auf Ruths Email Adresse und bekomme prompt eine Antwort. Ja, es würde ihnen beiden gut gehen und das sie nach wie vor in Wellington lebten. Inzwischen hätten sie ein Haus gekauft und würden sich wahnsinnig über einen Besuch freuen. Gesagt getan, als wir ob der Odysee mit der Fähre, nun mit einem kleinen Miniflugzug in Wellington landen, holen sie uns vom Flughafen ab. Wir drücken uns und freuen uns. Es folgt ein feuchtfröhlicher Abend mit spannendem Austausch.

Nachdem wir Welly bei unserem 1ten Besuch so schändlich vernachlässigten, besuchen wir am nächsten Tag das Nationalmuseum, in der Kurzform Te Papa genannt, das nicht nur das Ziel hat, das Erbe der Kulturen und das Wissen über die Natur des Landes zu präsentieren, zu erhalten und zu erforschen und seine Geschichte wertzuschätzen, sondern präsentiert auch Ausstellungen zu den Themen Mãori-Kultur, die Kultur der pazifischen Inseln, Neuseelandkriege, Siedlungsgeschichte, Natur und Wissenschaft.

Außerdem fahren wir noch mit dem Wellington Cable Car, einer rote Seilbahn die durch Tunnel und Brücken, die Passagiere über Zwischenstationen von 3 Wohngegenden auf den höchsten Punkt der Stadt zu einem botanischen Garten bringt, und haben von dort einen fantastischen Ausblick auf die Hauptstadt Neuseelands.

New Plymouth und der Egmont Nationalpark

Am späten Nachmittag geht es weiter an die Westküste der Nordinsel, nach Oakura an die Westküste der Nordinsel, um die Ecke von New Plymouth. Hier haben wir für 6 Tage ein Arbnb gebucht und wohnen wir mit Lena und Lauchie in ihrem wunderschönen Haus, 200 m vom Strand entfernt. Lutz hat hier für eine Woche Windsurfmaterial bei Jason ausgeliehen und nun bleibt zu hoffen, dass dieser auch kommt.

Tipp: Sollte es hier mitlesende Windsurfer geben, die sich in Neuseeland ohne Material aufhalten, meldet euch per Mail bei Heidi über ihre Seite www.waternomadsnz@co.nz. Sie verleiht mobil Material auf beiden Inseln.

Wir haben viel Sonne, erkunden den Coastal Walk und fahren an einen der Windurfspots in der Nähe. Der Einstieg ist recht schwierig, denn der führ über etwa 200m felsigen und steinigen Untergrund mit dem Material in der Hand eine nervige Angelegenheit. Ich klettere hinterher und muss schauen mich auf den Beinen zu halten. Am Wasser angekommen brechen direkt 2-3 Meter hohe Wellen. Lutz kämpft sich durch die Wellen aber trotz 15 Knoten ist es zu wenig Wind.

Der darauffolgende Tag ist für eine größere Hikingtour zum Mount Taranaki eingeplant, ein über 2500 Meter hoher Vulkan, der im Egmont Nationalpark liegt und schon durch seine gigantischen Ausmaße und seine Wohlgeformtheit eine echtes Highlight ist. Die letzte Eruption war Anfang des 19ten Jahrhunderts und ist ein Schläfer. Ich habe mich gegen die Kraterbesteigung entschieden, Lutz hat von vornherein abgewunken, da er auch keine entsprechende Ausrüstung hat und auf Grund dessen hier schon auf 2 Trecks an seine Grenzen gestoßen ist. Die Tour zum Krater beträgt ca. 8-10 Stunden und sollte dementsprechend gut geplant sein. Sie soll außerdem an manchen Stellen mit äußerst schwierigen Kletterpartien einhergehen, sollte man sich dazu entschließen ist hier evtl. ein Guide von Vorteil.

Wir entscheiden, das gut ausgebaute Wegenetz um den Vulkan herum zu nutzen und sind mit Pause ca. 5 Stunden unterwegs. Lutz entschließt sich nach 2,5 Stunden Aufstieg und einem Picknick an der Alpin Hütte auf mich zu warten, ich gehe den Rest des Trecks bis zum Maude Peak und hole ihn anschließend an der Hütte wieder ab.

An den nächsten beiden Tagen gibt es Wind. Lutz ist selig und surft mit seinem neuen Windsurfkumpel Jason und der restlichen Windsurfcommunity von morgens bis abends.

Später am Abend sitzen wir oft mit unseren wunderbaren Gastgebern Lena und Lauchie zusammen. Mal kochen und essen wir zusammen, mal quatschen wir bis spät vor dem Kamin. Es hat auf Anhieb zwischen uns gefunkt und wir 4 verstehen uns prächtig.

Nach einer wunderbaren sonnigen Woche mit all den Aktivitäten, die wir uns gewünscht haben, geht es zurück, dahin wo vor 6 Wochen diese traumhafte Reise begann.

Auckland

Es ist das Osterwochenende, dass selbstverständlich auch in Neuseeland zelebriert wird. Es ist eben statt Frühling, Herbst aber das stört uns nicht weiter, denn bei diesen mediterranen Temperaturen fühlt es sich eher sommerlich an. Wir werden das Wochenende bei meiner Schulfreundin aus Kindertagen in Westafrika/Ghana verbringen. Wir sind seit Jahren über die sozialen Netzwerke sporadisch in Kontakt geblieben. Nun haben wir die einmalige Gelegenheit uns nach 37 Jahren wieder in die Arme zu schließen und das machen wir genauso. Wir verbringen gemütliche, sonnige und aktive Tage bei Annebel und ihrer Familie. Den Ostersonntag verbringen wir in einem historischen Dorf der Siedler, am Ostermontag mache ich eine 8km Hikingtour mit Annebels Mann Leon.

Ich werde zurück in Hamburg die Berge sowas von vermissen.😟

Am Dienstag feiern wir gemeinsam den 86ten Geburtstag von Annebels Vater, ihn nochmal sehen zu können ist sehr besonders. Ich erinnere ihn noch sehr gut und positiv aus meinen Kindertagen. Wir frischen natürlich auch täglich unsere Erinnerungen aus diesen Tagen auf. 😃

Annebel erinnert eindeutig mehr als ich. Davon profitiere ich und erfreue mich der vielen Geschichten.

Dann heißt es Abschied nehmen. Unsere Reise und unser Jahr des Reisen neigt sich dem Ende. Unser letzter Stopp auf dem Weg zurück in die Heimat wird Singapore sein. Wir verabschieden uns nicht nur von Annebel und ihrer sympathischen Familie, sondern auch von einem der für mich, schönsten und der Natur variantenreichsten Ländern der Welt, sondern auch von unglaublich interessanten, sympathischen und tollen Menschen, die wir auch hier überall kennenlernen durften. 💓

Milford Sound Tongariro Crossing Queenstown Lake Tekapo
03
2019 · 10 Tage Fidschi

Fidschi

Bula! – Das herzlichste Wort der Welt.

Auf geht's zu den Fidschis. Wir haben ehrlich gesagt keinen richtigen Plan was uns erwartet aber wir sind schon sehr gespannt.

Der Langstrecken Flug über Australien wird für mich zur Kräfte Zerreißprobe, hat mich doch mein körperliches Befinden, zwecks der Einnahme des verunreinigten Wassers in Indonesien, fest im Griff.

Aber heeee....es geht auf die Fidschi Inseln, da lassen wir uns doch nicht die Laune verderben.

Ziemlich erschöpft landen wir 14 Stunden später in Nadi (in Fidschi Nandi) auf der Hauptinsel Viti Levu. Für den nächsten Tag weiß ich nur, dass wir von der Leutoka Werft mit einem Fischerboot abgeholt werden, zumindest habe ich das mit der Gastfamilie auf Wayasewa, gehörend zu den Yasawa Islands, so schriftlich abgemacht. Morgens um halb sieben, wir sind noch im Tiefschlaf, klingelt mein Handy. Mehrere Stimmen rufen ins Telefon, davon gehört eine Mali, unserem Gastvater, er würde jetzt von der Insel mit seinem Fiberglasboot losfahren, da es gerade aufgeklart hat. Was wir nicht wissen, dass es gerade eine Woche durchgeregnet hat und er die Gunst der Stunde nutzen möchte. Wir sehen blauen Himmel und Sonne und denken, dies ist immer so auf den Fidschi Inseln. Noch halb schlafend packen wir unsere Habseligkeiten geschwind zusammen, geben unserem Host Rakshay Bescheid, der uns zur etwa 30min entfernten Leutoka Werft fährt. Dort warten wir auf Mali, der uns in sein kleines Fischerboot verfrachtet und brausen mit ihm eine Stunde über den türkisblauen Ozean zur Familienunterkunft auf die Inseln. Schon jetzt kommen wir aus dem Staunen ob der Farbenvielfalt des Ozeans, nicht heraus. Wir erfahren nun, dass wir den ersten Sonnentag erwischt haben, nachdem es eine Woche auf den Inseln durchgeregnet hat. Wir gelten ab sofort als die, die Sonne bringen. 🤗

Mali und Ruci sind unsere Gasteltern und wir dürfen Fidschi Familienleben live miterleben. Sie leben mit ca. weiteren 80 Menschen in einem Dorf direkt am Meer auf der Insel Wayasewa. Das Haus ist aus Holz gebaut und mit grüner Farbe gestrichen. Es gibt keinen Strom auf den Inseln. Ruci & Mali sind eine der wenigen, die eine Solaranlage eingebaut haben.

Es gibt kein Heißwasser und zum Duschen schöpfen und übergießen wir uns mit Wasser aus einer großen blauen Tonne, die eigens dafür in einem kleinen Raum, draußen am Ende des Hauses auf einer Terrasse, steht. Ruci besteht allerdings auf einer modernen Toilette, die Mali eingebaut hat.

Maximal bis zu 5 anderen Gästen werden wir in den nächsten Tagen sein + die Familie von Ruci & Mali. Vernice und Ratu mit dem Baby Mizzy und Weis der Sohn. Die beiden anderen Söhne schlafen bei Verwandten im Village.

Wir treffen auf gleich gesinnte Reisende aus aller Herren Länder und mit all möglichen Biografien.

Marta und Pawel aus der Slowakei, die in 2020 auf Neuseeland hängen geblieben sind. COVID macht's möglich. Sie sind das erste Mal im Sommer 2022 wieder daheim gewesen und nach 3 Monaten wieder nach Australien abgereist. Sie sind noch nicht fertig mit dem Reisen. Irgendwann wollen sie vielleicht zurück und sesshaft werden.

Nikolas aus Belgien, der mit Unterbrechungen seit 2018 reist. Er ist 25 und will die Welt sehen. Sein Master Studium in Human Resources hat er bereits in der Tasche. Nikolas wird, wie sich noch herausstellt, eine Weile bei uns bleiben und mit uns reisen.

Anna aus Deutschland, die ein glückliches Händchen hatte und seit 1, 5 Jahren die Welt bereist.

Kumiko aus Japan/Hokkaido, die suchende, rastlose Musikerin, die wir noch ein weiteres Mal zufällig treffen werden.

Marc und Rosalie aus Kanada. Beides Rentner, er ehemaliger olympischer Ringer mit Wahnsinns Oberarmen, die jedes Jahr mindestens ein halbes Jahr reisen.

Wir sind um die Mittagszeit da. Mit Paracetamol, Immodium und Elektrolyten vollgestopft, schlafe ich sofort in der Hängematte ein. Pünktlich zum Sonnenuntergang hangle ich mich etwas benommen aus der Matte und geselle mich zu den anderen an den Strand.

Ruci hat mir leichte einheimische Kost vorbereitet. Scharf angebratener Yam (ich kenne die Yamswurzel bereits aus meiner Kindheit in Afrika, ein bisschen ähnlich unserer Kartoffel), der dann seine Bitterstoffe entfaltet. Ich esse ihn mit Salz. Meine erste Mahlzeit seit Tagen. Dazu kaue ich eigens für mich gepflückte Guaven-Blätter, deren bitteren Saft ich dabei schlucke, die zu Brei gekauten Blätter jedoch wieder ausspucke. Ruci kümmert sich um mich wie eine Mutter. Sie flößt mir minütlich Tee ein. Ich gehe früh schlafen. Am nächsten Morgen wache ich erfrischt auf. Die latente Übelkeit ist weg, sowie auch die Bauchkrämpfe. Ich lasse die Medikamente weg und nehme alles aus der Natur, dass Ruci mir gibt. Ich bin so fit, dass ich die anderen zum Schnorcheln mit den Riffhaien begleite. Lutz Bein ist wieder hergestellt und er geht das erste Mal seit Wochen wieder ins Meer. Wir erleben Unglaubliches. Wir werden schon von zig Riffhaien am Riff erwartet. Sie tummeln sich zwischen uns Schnorchlern. Wir sind zu fünft und bleiben zu fünft. 😄

Das Wasser ist klar und türkisblau. Es ist das erste wunderschön blühende Riff, dass ich in der Form zu Gesicht bekomme und wir haben ja schon einige Schnorchel-Touren hinter uns. Kein Müll weit und breit. Das Riff und die bunte Unterwasserwelt wirken gesund. Ich bin glücklich. Da wir hier auch direkt von unserem Zuhause ein Riff erschnorcheln können, sind wir viel im Wasser.

Wir werden den ganzen Tag von Ruci, unserer Gastmama, einheimisch und mit viel Gemüse aus eigenem Anbau bekocht. Auf den Inseln würde keiner auf die Idee kommen, Gemüse oder Obst zu kaufen. Sie haben alles was sie zum Leben benötigen hier.

Landestypisches Essen

Lovo (im Erdofen gegart, Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse).

Fafaru (roher Fisch).

Yam, Casava (Wurzeln, zubereitet wie Kartoffel).

Kumara (Süßkartoffel, beliebte Beilage).

Palusami (Päckchen aus Taroblättern, Kokosmilch, Meeresfrüchte oder Corned Beef).

Einschließlich des Kavas, der hier zeremoniell zubereitet und getrunken wird. Hergestellt aus der Yaqona Pflanze (getrocknete Wurzeln der Pfefferpflanze). Er ist leicht bitter, schmeckt & sieht aus wie Matschbrühe und wirkt entspannend auf Geist, Seele und Körper. Kava wird übrigens auch in Psychopharmaka verwendet. Es ist das Lieblingsgetränk der Einheimischen.

Am nächsten Tag erklimmen wir in halsbrecherischer Manier den Inselberg. Da es in der Nacht geregnet hat, ist der Weg von Schlamm und Geröll geebnet. Einer von Rucis Söhnen begleitet uns mit einer Machete. Wie sich herausstellt, eine ausnehmend gute Idee. Der Dschungelpfad ist an manchen Stellen zugewachsen. Oben angekommen genießen wir eine atemberaubende Aussicht mit 2 Regenbögen.

Unser Tage wechseln sich ab, zwischen Hängematte, schnorcheln, hiken auf der Insel, schnattern mit den anderen Gästen, der Familie und Dorfbewohnern.

Nanuya Lailai

Nach 3 wundervollen Tagen verabschieden wir uns von der Familie und reisen weiter auf die nächste Insel Nanuya Lailai. Hier ist unter anderem die Blaue Lagune, vielen bekannt aus dem gleichnamigen Film mit Brooke Shields aus dem Jahr 1980.

Zwischen den Inseln fährt täglich eine Fähre, die an verschiedenen Spots vor den Inseln, die Reisenden einsammelt, die jeweils von den Insulanern mit den Booten, auf die vor Anker liegende Fähre, mitten im Ozean gebracht werden. Die Anreise läuft ebenso. Es warten die jeweiligen Gastgeber von den Inseln in ihren Fiberglasbooten auf ihre Gäste. Man wird sozusagen samt Gepäck umgeladen.

Die Tour von der Hauptinsel bis zur nördlichsten Insel dauert ca. 5 Stunden. Oder man lässt sich von den Gastgebern morgens um 06:00h zum Festland bringen. In der Regel ist das günstiger, die Fähre dafür bequemer. Ein bewährtes System und klappt reibungslos.

Auf der Insel Nanuya Lailai bewohnen wir einen kleinen einfachen Holzbungalow am Meer, der auch zu einem Homestay gehört. Auch hier treffen wir einige Reisende. Nikolas aus Belgien begleitet uns kurzentschlossen ebenfalls auf die Insel und wohnt im Dorm (12 Betten Saal).

Mit uns auf Nanuya Lailai:

Grace aus Kanada, jetzt als Krankenschwester, in Sydney lebend.

Philipp aus Freiburg, der bevor er sich beruflich neu orientiert, in sich kehren möchte.

Jan aus Holland, seit 10 Jahren in Sydney lebend mit seiner Freundin Nikki. Er vertreibt High End Racing Räder. Sie sind die ersten die wir auf unserer gesamten Reise treffen, die schlicht 2-3 Wochen Urlaub machen.

Vitali aus der Ukraine, der nicht zurück kann und nun immer weiter reist.

Ein bunt zusammengewürfelter Haufen an Menschen mit Träumen und den unterschiedlichsten Lebensmodellen, gewollt oder nicht.

Diese kleine Insel erkunden wir zu Fuß. Zur blauen Lagune sind es von unserem Homestay aus ca. 25 Minuten. Es ist natürlich traumhaft, wie alle Strände hier. Wir schnorcheln uns auch hier durchs Riff und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Jedes Mal wieder erfasst mich eine himmlische Ruhe ob dieser unendlichen Weite im Ozean, die ohne räumliche oder zeitliche Grenzen scheint.

Am Abend schlendern wir zum Sunset Point, um uns dem Sonnenuntergang zu widmen. In der Nähe gibt es ein kleines Tea House am Strand, in dem es die besten Donuts auf den Fidschis geben soll. Warm und mit Schokosauce. Grace und Jenny gesellen sich dazu und für den nächsten Tag bestellen wir einen Schokokuchen. Außerdem kaufen wir uns alle eine handgemachte Muschelkette.

Am nächsten Nachmittag schleppen Grace und ich, das gesamte Homestay zum Schokokuchen Essen mit und alle sind begeistert.

Am Vormittag gehen wir mit Philipp schnorcheln, dann reist er ab, weil sein Flug nach Neuseeland geht. Wer weiß treffen wir ihn nochmal auf der Südinsel Neuseelands. We will stay in contact.

Nachmittags überreden wir Vitali mit zum Schnorcheln zu kommen. Das Boot fährt uns an spezielle Stellen und lässt uns in der Tiefe raus, damit wir zum Riff schnorcheln können. Wir zeigen ihm alles und bleiben bei ihm, denn er kann nicht so gut schwimmen, was er uns aber erst im Wasser sagt. 2 x rette ich seine GoPro vom Grund des Meeres. Er lernt schnell und sagt uns, dass sich ihm gerade eine ganz neue Welt eröffnet. Für ihn freue ich mich besonders.

Am Abend kommen neue Gäste, u.a. ein Paar aus Berlin mit denen wir interessante Gespräche führen aber leider verpassen wir es uns namentlich vorzustellen. Um die Mittagszeit reisen wir ab, zurück zum Festland an die Coral Coast. Nikolas reist mit uns ab, steigt aber 2 Inseln vorm Festland aus und reist nun wieder allein weiter. Er möchte sich noch ein wenig dem Inselhopping widmen.

Viti Levu / Coral Coast

Grace und Jenny haben uns die Empfehlung fürs Beachouse, einem Surf-Camp gegeben, denn Lutz möchte nun einen Surf Kurs machen (er kann zwar Windsurfen aber Wellen Surfen ist etwas ganz anderes) und ich meine bereits vorhandenen Kenntnisse aus Bali, verbessern.

Der Weg zum Beachhouse hält einige Abenteuer für uns bereit. Mit der Fähre erreichen wir das Festland um 18h. Rakshay unser erster Host, holt uns am Anleger ab und bringt uns zur Central Bus Station.

Unter anderem habe ich ihm die Nummern einiger privater Local Bootsfahrer auf den Inseln besorgt, damit er seinen Gästen auch diese Möglichkeit anbieten kann. Beziehungen sind alles auch auf den Fidschi Inseln, deshalb haben wir uns zügig die Fidschi Connection aufgebaut. Wir empfehlen natürlich an andere Reisende weiter.

Um 19:00h soll der letzte Bus Richtung Süden fahren, dass Beachhouse ist ca. 2 Stunden südlich von Nadi. Natürlich ist der Bus schon weg aber wir finden gemeinsam mit Rakshay einen Minibus, der uns mitnimmt. Der Minibus kostet uns umgerechnet 7, 50€ pro Person + 3,00€ Gepäck. Günstiger als ein Taxi mit umgerechnet 65,00€. Auf geht die Fahrt. Im Minibus sind außer uns weitere 6 Personen, alles Einheimische. Wir schnattern fröhlich bis zu unserem Stopp ca. eine halbe Stunde vorm Beachhouse. Als wir weiterfahren, erfasst der Minibus einen betrunkenen Mann der über die Straße torkelt und sich am Bus festhalten will. Er fällt direkt vor den Vorderreifen, sein Bein gerät unter die Räder. Es ist grauenvoll. Er brüllt, Menschen kommen von allen Seiten angelaufen und diskutieren darüber, wie man ihn rausziehen könnte. Am Ende klappt es, er wird nach einigem Hin und Her auf die Ladefläche eines Autos gelegt und samt Minibus + uns Insassen und dem Busfahrer geht es zur Polizeistation. Die Polizisten schauen sich den Mann an, anschließend wird er hoffentlich ins Krankenhaus gefahren aber niemand weiß das so genau. Die Befragung und Aufnahme des Unfalls dauert ca. 1,5 Stunden. Wir Insassen werden nicht befragt und warten bei nächtlichen, tropischen Temperaturen und beißenden Mücken auf die Weiterreise. Gegen 00:00h erreichen wir das Surf Camp. Die Mitarbeiter haben noch gewartet, ich hatte den Chef von unterwegs angeschrieben, dass wir uns auf Grund der Umstände sehr verspäten würden. Nichts was die Menschen hier nicht kennen. Wir verabschieden uns alle voneinander, noch ziemlich geschockt von den Ereignissen des Abends.

Am nächsten Tagen starten wir unseren Surf Kurs. Auch Grace und Jenny sind vor Ort und gemeinsam starten wir mit Bruce unserem Surflehrer, der übrigens gebürtiger Neuseeländer ist und seit 12 Jahren direkt am Strand als Surflehrer im Beachouse lebt und arbeitet. Es macht einen Heidenspaß und wir können unsere Surf Skills um einiges verbessern. Es gefällt mir hier besser als auf Bali, zumindest als Anfänger. Die Wellen kommen sehr viel entspannter und brechen am Riff (Riffbreak). Auf Bali bricht die Welle auf sandigem Untergrund (Shorebreak), sie ist sehr viel rougher, höher und direkt aufeinander folgend. Kaum Zeit Luft zu holen.

3 Tage bleiben wir, treffen hier nochmal auf Kumiko, unsere japanische Reisebekanntschaft, lernen hier einige junge Leute, wie Mariah aus Holland, Lina aus Österreich und Alessio aus Südafrika kennen, spielen Billard, chillen in den Strand Hängematten unser Leben, schlummern, lesen und schnacken.

Am nächsten Tag geht es zurück nach Nadi natürlich wieder zu Rakshay. Dort treffen wir witzigerweise auf das Berliner Pärchen aus dem Homestay auf der Insel, deren Namen wir nicht kennen. Die Fidschis sind so klein. Hahhaha...aber dieses Mal stellen wir uns vor. Ihr Flug auf die Insel Vanuatu wurde übrigens auf Grund des wütenden Zyklons auf der Insel gestrichen. Jetzt müssen sie schauen, wie und wann sie weiterreisen, denn der nächste Zyklon ist im Anmarsch. Auf der Wetter App sehen wir, dass er an Neuseeland vorbeigeht.

Am nächsten Mittag bringen uns Rakshay und Dave zum Flughafen. Als wir in die Halle kommen, sehen wir bereits, dass unser Flug nach Auckland wegen eines technischen Defekts ausfällt. Ironie pur, wo doch um uns die Zyklone wüten. Wer weiß wozu der technische Defekt gut ist. 😯

Der Flug wird auf den nächsten Tag (02.03,) angesetzt. Die Hotelunterkunft und die Verpflegung zahlt die Fluggesellschaft. Also machen wir es uns gemütlich, genießen den Blick auf die Berge und das Hotel mit Spa. 🥳

Die Fidschi Inseln sind für uns ein besonderer, berauschender und paradiesischer Ort. Schon weil man hier eng mit den Einheimischen zusammen ist. Da alles klein und unüberschaubar ist, trifft man auch häufig auf dieselben Reisenden an unterschiedlichen Orten. Es ist fast wie in einem Dorf. Wir haben unsere Zeit hier sehr genossen und wissen das 2 Wochen zu kurz waren.

Eine meiner Lieblingsgeschichten möchte ich hier hinterlassen, denn das ist die Geschichte, die die Fidschis für mich am ehesten beschreiben.

"Am Strand irgendwo am Meer lag nachmittags ein Fischer im Schatten und döste gemütlich vor sich hin. Da kam ein Tourist des Weges. Er entdeckte den einheimischen Fischer und wunderte sich darüber, dass er mitten am Tag am Strand herumlag. Schließlich fragte er ihn, was er denn hier tue. „Ich liege hier im Schatten und ruhe mich aus", antwortete der Fischer.

So fragte der Tourist den Fischer: „Du könntest doch noch einmal mit deinem Boot raus aufs Meer fahren, um noch mehr Fische zu fangen. Die verkaufst du auf dem Markt. Bald kannst du dir ein zweites Boot leisten und weitere Fischer einstellen, die für dich fischen." Damit hätte der Fischer noch mehr Ertrag. Es könnte ein Boot ums andere dazu kommen. Eine ganze Fangflotte. Alle würden sie Fische für den Fischer fangen. Er wäre bald reich.

Der Fischer lauschte dem Mann. Schließlich fragte er ihn: „Und dann? Was mache ich dann?" „Dann bist du so reich, dass du selbst nicht mehr täglich aufs Meer zum Fischen fahren musst," antwortete der Tourist.

Der Fischer grübelte und stellte dieselbe Frage wieder: „Und dann?" Der Tourist meinte dazu: „Dann kannst selbst bestimmen was du machst. Z.B. am Strand liegen und nichts tun, vor dich hindösen."

„Na," antwortete der Fischer „das tue ich doch jetzt auch schon."

Geschichte von Henrich Böll / Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

Wissenswertes zu den Fidschis (Fiji Islands)

Fidschi gehört mit zu den bekanntesten tropischen Inseln im Südpazifik. Der Inselstaat liegt nördlich von Neuseeland und östlich von Australien. Traumstrände, wunderschöne Natur und perfekte Surf-, Tauch- und Schnorchelbedingungen.

Fidschi wurde von 2006-2014 vom Militär regiert, die Verfassung außer Kraft gesetzt und erst seit 2014 gibt es wieder freie Wahlen.

Verhaltensregeln in den Villages (Dörfern) auf den Inseln

Geschenk (Bündel Kava oder Tütchen Pulver Kava) mitbringen.

Schuhe vor dem Haus ausziehen.

Leise reden.

Dezente Kleidung tragen, Frauen Schultern bedecken und einen Sarong tragen.

Bekommt man zur Begrüßung Kava gereicht, sollte man diesen nicht ablehnen und folgenden Ablauf einhalten: Vor dem Annehmen der Schale einmal Bula (traditionell für Hallo, schönen Tag) rufen, in die Hand klatschen, die Schale in einem Zug leeren. Anschließend drei Mal klatschen und sich bedanken (Vinaka). Schale zurückreichen.

Yasawa Islands Korallenriffe Kava Bula Spirit
04
2020 · 4 Wochen Indonesien

Indonesien

17.000 Inseln. Wir haben angefangen.

Am 18.01.23 am späten Nachmittag landen wir in Yogyakarta, der Kunst-und Kulturstadt der Insel Java. Wir sind am Morgen in Hanoi bei 12 Grad losgeflogen, hatten eine Zwischenlandung in Kuala Lumpur/Malaysia. Dort haben wir einmal unser Gepäck abholen und neu einchecken müssen, um dann weiter nach Indonesien zu fliegen. Hier weht schon ein anderer Wind. Im Flugzeug werden wir gebeten, unsere Masken durchgehend zu tragen, in Indonesien angekommen, müssen wir unsere Handys registrieren lassen, was eine einigermaßen nervige Odyssee wird aber unser Host steht uns bei. Übrigens ist es nicht unbedingt üblich, das wir stetig so viel Support von unseren Gastgebern bekommen, das ist schon eine riesige Glücksgeschichte und vielleicht sind wir auch einfach so sympathisch und entspannt. 🤗

Am Flughafen erwarten uns um die 30 Grad, tropisches Klima, genau wie in Thailand. Wie angenehm, nach den eher kühleren Temperaturen im Norden Vietnams. In unserer Unterkunft für eine Nacht direkt downtown, reißen wir uns die Klamotten vom Leib, schlüpfen in angemessene Tropenkleidung und tummeln uns als einzige Ausländer bei Live Musik open Air zwischen all den Einheimischen. Wir werden überall freundlich aufgenommen, dürfen uns ebenfalls was vom aufgebauten Buffet nehmen und erfreuen uns der indonesischen Leckereien.

Java ist zu 80% muslimisch aber hier stört sich niemand an meiner luftigen Kleidung. Die Muslime die hier leben, scheinen sehr aufgeschlossen.

Am nächsten Morgen schrecken wir um kurz nach 5 Uhr hoch, mehrere herzerreißende Klagelaute aus unterschiedlichen Richtungen reißen uns unsanft aus dem Schlaf. Dann ebbt es wieder ab, um kurz nach 6 dasselbe nochmal. Wir fragen später unseren Host, er lacht und erklärt uns, dass es mehr Moscheen gibt, als man zählen kann und jede Moschee ihren eigenen Muezzin beschäftigt. Der Muezzin ist ein Ausrufer, der seine muslimische Gemeinde bis zu 5mal täglich zum Gebet in die Moschee ruft. Ich bin nur froh, das wir nicht so früh aufstehen müssen. Nach ein paar Tagen werden wir nur noch kurz wach, allerdings ist das Ausrufen allgegenwärtig, da es uns den ganzen Tag, zu bestimmten Zeiten, überall begegnet.

Wir erkunden Yogyakarta, die Stadt gilt als Herzen Javas, wird liebevoll kurz Yogya oder Jogja genannt. Diese pulsierende aber gemütliche Kunst, Kultur- und Universitätsstadt ist die einzige Stadt in Indonesien, die noch von einem Monarchen, einem echten Sultan regiert wird. Natürlich schauen wir uns den Sultans- und Wasserpalast an. Auch die Malioboro Road, eine 1,5km lange Straße, die besonders am Abend voller Leben und Musik ist, wird ebenfalls als echtes Highlight gehandelt. Ansonsten lassen wir uns hier- und dorthin treiben, besuchen die Kunstgallery und schauen mal in einem Batikladen vorbei, denn der Batikprozess liegt tief verwurzelt in der javanesischen Kultur.

Unser Host bringt uns am nächsten Abend in unsere nächste Unterkunft, die ca. eine halbe Stunde entfernt der Stadt im ländlichen Tembi, mitten zwischen Reisfeldern und Blick auf die Berge liegt. Es handelt sich hier um ein Eco Bungalow Resort, deren Bungalows aus 100% recyceltem traditionellem Teakholz aus der Gegend erbaut und mit westlichen modernen Elementen verfeinert wurden. Der Besitzer Dave (Australier) und seine indonesische Frau Bakhti zielen darauf ab, das Dorf dabei zu unterstützen, sein Ziel als Öko-Tourismus-Dorf zu erreichen. Alle Mahlzeiten werden mit Liebe und aus eigenem Anbau zubereitet.

Wir haben uns hier für 4-5 Tage eingebucht, um Urlaub vom Sabbatical zu machen. 😁 (Vietnam war recht anstrengend und auch meine Erkältung will sich nicht so recht verabschieden) und natürlich meinen 50zigsten Geburtstag zu zelebrieren.💃🎉 Wir ruhen hier viel, machen eine geführte Fahrradtour durch die Dörfer und Reisfelder ringsherum, begleiten Dave auf seiner Hunderunde, und lassen uns einiges über Land und Leute erzählen, denn Dave lebt seit 20 Jahren hier.

An meinem Geburtstag buchen wir uns einen Silberschmiedekurs im Herzen von Yogyakarta und fertigen uns unsere eigenen persönlichen Silberringe. Eine tolle Erfahrung. Dort treffen wir auch auf Joshua, einen jungen Deutschen, der den Winter über Asien bereist und auch von hier digital arbeitet. Vor der Pandemie hat er sich mit 2 Freunden und einem Start-Up Unternehmen für Events selbstständig gemacht. Daraus ist dann aus bekannten Gründen nichts geworden, nun kaufen und verkaufen sie indonesischen Kaffee in Deutschland und er freut sich schon auf die Eröffnung eines Cafés mit seiner Mutter in Köln. Momentan will er aber erstmal zum Wellenreiten nach Bali, wer weiß vielleicht treffen wir ihn ja dort wieder.🏄

Malang

Nach Tagen der Entspannung reisen wir weiter. Mit dem Zug geht´s über die grüne Insel Java, Richtung Osten, nach Malang. Malang ist die neuntgrößte Stadt Javas und ist im Prinzip nur eine Großstadt aber sie ist der Ausgangspunkt für einige interessante Sehenswürdigkeiten im Umkreis. Da wäre zunächst der Tengger-Nationalpark mit seinem Vulkan Massiv im nördlichen Teil und einer der schönsten Wasserfälle Indonesiens, etwas südlicher, direkt unterhalb des Parks. Außerdem kommen wir auf dem Weg nach Malang durch Batu, auch die kleine Schweiz Javas genannt. Sie liegt am Fuße vieler Berge auf einer Hochebene und ist ein beliebter Urlaubsort der Javaner.

Java ist übrigens mit einer Einwohnerzahl von ca. 141 Millionen, die dichtbesiedeltste Insel der Erde. Die Insel ist fast ausschließlich vulkanischen Ursprungs, Teil eines Vulkangürtels dem Sundabogen und wird auch als pazifischer Feuerring bezeichnet. Vor der Eiszeit war Java mit dem Festland verbunden. Es gibt hier 38 teils erloschene, teils aktive Vulkane. In ganz Indonesien gibt es 130 aktive Vulkane. Zu den bekanntesten zählen der Bromo und der Merapi, beide gehörend zum Tengger-Massiv auf der Insel Java. Der Merapi gilt als der gefährlichste Vulkan der Welt. Der höchste Vulkan Javas mit 3.676 m, der Semeru liegt südlich des Tengger-Gebirges.

Am Umsteigeort erfahren wir, dass unser Anschlusszug leider ausgebucht ist, Tickets konnten wir vorher leider nicht kaufen. Hm, nun gut, wir aktivieren die Grab App, eine gängige Driver App, die uns schon in Yogya empfohlen wurde. Für umgerechnet ca. 36€ fahren wir die 3 Stunden mit dem Taxi nach Malang. Witzig sind die beiden Jungs die uns fahren. Einer von Ihnen spricht sehr gutes Englisch, er erzählt uns, er ist eigentlich Guide auf Bali, hat aber gerade eine Woche frei und besucht seine Frau und Kinder, die in Malang leben. Und wir sollen unbedingt Babi Guling probieren, wenn wir auf Bali sind.... Spanferkel...schon in Deutschland ein traumatisches Erlebnis für mich als Fast-Vegetarierin und Nicht-Fleischmögerin. Ab und wann esse ich Chicken, das einzige Fleisch, dass ich mag, sowie Fisch und Meeresfrüchte.

Am nächsten Morgen wollen wir zum Tumpak Sewu Wasserfall. Er hat eine geschätzte Höhe von 120m und liegt in einem wunderschönen Tal mit noch weiteren kleineren Wasserfällen und Höhlen. Am Morgen gegen 10 h machen wir uns mit einem gemieteten Roller auf den Weg in das 2 Stunden entfernte Dorf Sidorenggo. Von dort geht es ca. 5-10min zur Aussichtsplattform. Wir sind allerdings bis auf die Knochen nass, denn unsere Begleitung seit Abfahrt und auch für die nächsten Tage ist der Regen. Da wir in den Tropen sind, ist dies nicht weiter tragisch, denn es sind trotzdem angenehme 25 Grad und warmer Wind, somit frieren wir auch durchnässt nicht. Der Wasserfall ist gigantisch, vor allen Dingen auch wegen der anhaltenden Regenfälle der letzten Tage stürzen die Wassermassen nur so herab. Einziger Wermutstropfen, wir können nicht hinabsteigen, denn das Tal ist überflutet und der Abstieg auch in der Trockenzeit schon eine Herausforderung. Über eine Art Metallstiege geht es tief hinab, bei Regen unvorstellbar, da alles glitschig und rutschig ist. Am Ticketschalter wurde uns schon mitgeteilt, dass der Abstieg gesperrt ist. Wir vergnügen uns noch eine Weile mit der Aussicht und genießen die Fast-Einsamkeit an diesem magischen Ort. Außer uns verweilen nur 4 weitere Leute dort, liegt wohl auch am Wetter. Anschließend essen wir in einem kleinen Warung (indonesischer Imbiss) noch die Spezialitäten des Hauses, Nasi Lodeh (Reis mit Gemüse in scharfer Sauce), Lutz nimmt das Nasi Goreng (Reis mit Gemüse, Ei und Huhn/indonesische Spezialität und auch in Deutschland sehr bekannt). Außerdem gibt es auf der Menükarte noch Kuh Ohren, eingelegtes saures Gemüse und einige andere Spezialitäten, die wir aber nicht probieren. In Indonesien wird ebenfalls scharf gegessen, wie auch schon in Thailand. In Vietnam dagegen wird eher sparsam gewürzt.

Dann geht es zurück nach Malang, natürlich im strömenden Regen. Als wir am frühen Abend im Hotel ankommen sind wir ziemlich k.o., denn auch in Indonesien wird sehr chaotisch gefahren, was bei Regen eine noch größere Herausforderung darstellt.

Wir überlegen uns zum Mount Bromo zu fahren, der jüngste Krater des Tengger-Vulkan-Massivs und einer der aktivsten Vulkane auf Java mit einer Höhe von ca. 2.300 m Höhe. Der einstündige Aufstieg soll relativ einfach sein aber es stellt sich heraus, dass wir keinen Motorroller geliehen bekommen, wenn wir zum Bromo wollen. Wir sind etwas verwundert und ich fange an zu recherchieren, was hier los ist. Uns ist bekannt, dass es nächtlich geführte Touren auf den Bromo gibt, um die gigantische Aussicht bei Sonnenaufgang zu erleben. Da aber bei diesem Wetter eher nicht mit einem Sonnenaufgang zu rechnen ist, haben wir überlegt, selbst am Morgen gegen 10 Uhr hinzufahren. Herausgefunden habe ich Folgendes. Es gibt in Malang und Umgebung eine Art "Bromo Mafia", die jeden Händler einschüchtern, die Touristen einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung stellen. Das können wir so bestätigen. Auch vor Ort am Bromo selbst, wird einem das Leben schwer gemacht und man muss wohl damit rechnen, dass evtl. der Roller in Mitleidenschaft gezogen ist, wenn man vom Abstieg zurück ist. Wir haben sehr unterschiedliche Geschichten darüber gehört und gelesen....ehrlich gesagt, vergeht uns ein bisschen Lust. Dazu der andauernde Regen. Wir schauen uns am nächsten Tag noch ein bisschen in Malang um, denn, nach Recherche dahingehend, ist die Stadt kulinarisch gut aufgestellt und wir essen im SaigonSun, einem indochinesischem Restaurant. Anschließend reisen wir mit dem Zug weiter nach Banyuwangi, dem letzten Ort im Osten Javas bevor es weitergehen soll, auf die Fähre nach Bali.

Banyuwangi

Nachts um 00 h erreichen wir unser Homestay bei Azmi in Banyuwangi. Ich schreibe hier selten die Namen unserer Hosts / Hostinnen aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme, denn Azmi hat uns unglaublich unterstützt, weit darüber hinaus, was Hosting beinhaltet.

Wir werden übrigens immer noch morgens um 06:00 Uhr vom Muezzin geweckt. Nichts woran ich mich je gewöhnen könnte. Selbst ein mir ins Ohr krähender Hahn könnte mich nicht mehr wecken, der ist immer noch leiser als der muslimische Ausrufer. 🤪

Azmi empfängt uns fröhlich, obwohl es schon so spät ist und ich ihm angeboten hatte, uns irgendwo den Schlüssel zu hinterlegen.

Banyuwangi liegt direkt am Fähranleger nach Bali und ist somit Dreh-und Angelpunkt, um auf die andere Seite zu kommen. Aber Banyuwangi hat noch mehr zu bieten. Hier liegt der Vulkan Mount Iljen mit seinem türkisfarbenem Kratersee und einem recht beeindruckenden steilen Aufstieg von ca. 1, 5 Stunden. Zudem gibt es hier noch einen schwarzen Vulkanstrand, der u. a. ein Nistplatz für Schildkröten ist und einen Aussichtpunkt, von dem aus man bei guter Sicht einen fantastischen Ausblick auf Berge und Vulkane hat. Ach und der einzige chinesische Tempel, den ich je gesehen habe, steht hier auch, dank eines chinesischen Privatmannes, der hier lebte und diesen für die Öffentlichkeit freigegeben hat.

Den Vulkanaufstieg heben wir uns für den 2ten Tag auf, besser für die 2te Nacht, wir sollen dann um 02 h abgeholt werden. Wir haben uns einen Motorroller von Azmi geliehen und starten mit dem chinesischem Tempel, der klein aber fein ist. Zwischendurch essen wir eine kleine Leckerei in einem an der Straße liegenden Warung. Wir steigen wieder auf den Motorroller und fahren relativ langsam, da es mal wieder wie aus Kübeln schüttet. Dann passiert es. Ein kleiner LKW biegt ohne zu schauen aus einer Seitenstraße auf die Hauptstraße. Er ist direkt vor uns, Lutz versucht auszuweichen aber keine Chance, also Vollbremsung, der Hinterreifen rutscht weg und wir schlagen hart auf der Straße auf. Ich denke, bloß schnell aufstehen und runter von der Straße. Im Hochkommen schaue ich auf Lutz, der sich auch langsam aufrappelt. Sofort kommen 2 junge Männer angerannt, schnappen sich den Roller, um ihn an die Seite zu stellen. Beide sind sehr besorgt. Lutz und ich tasten uns ab und sind uns sicher, dass wir außer Schürfwunden nichts haben. Mir dröhnt ein wenig der Kopf, bin ich doch seitlich mit dem Helm auf der Straße aufgeschlagen. Plötzlich quillt Lutz Blut unter der Regenhose hervor. Wir ziehen die Hose hoch und sehen dass er einen tiefen Riss im Schienbein hat. Er wird ganz blass. Einer der Jungs erkennt die Situation sofort, nimmt Lutz hinten auf seinen Roller und bringt ihn ins nächstgelegene Krankenhaus, das Gott sei Dank nur 3 min entfernt liegt. Lutz wird sofort behandelt und genäht, während ich an der Unfallstelle bleibe, mir Eiswürfel für mein dicker werdendes Knie aus einem Warung geben lasse, unseren Host Azmi anrufe und ihm die Situation schildere. Der andere junge Mann ist noch bei mir, wir machen ab, dass er den Roller ans Krankenhaus stellt, während ich auf Azmi warte, der 30 min später mit mir zusammen ins Krankenhaus fährt. Auch er ist sehr besorgt. Lutz ist inzwischen wieder mopsfidel und hat Farbe im Gesicht. Azmi ruft uns ein Taxi und kümmert sich dann um alles weitere. Als er eine Stunde später ins Homestay kommt, bringt er uns Essen vom Markt, Medikamente aus der Apotheke und eine Kanne Tee vorbei. Er ist sehr fürsorglich. Irgendwie stehen wir alle unter Schock. In dieser Nacht schlafen wir fast 12 Stunden durch.

Wer sich jetzt fragt, warum wir keine Polizei gerufen haben....in Asien ist das generell nicht üblich. In den meisten Ländern herrscht viel Korruption. Ruft jemand die Polizei wird es a) teuer und b) kann sich die Situation ganz schnell gegen dich wenden. Jeder ist bemüht solche Dinge ohne die Polizei zu regeln. Ich weiß das aus früheren Zeiten in asiatischen Ländern und auch aus Erzählungen anderer Reisender und natürlich Gesprächen mit Einheimischen. Darüber hinaus war der LKW auch sofort verschwunden. Wen hätten wir anzeigen sollen, wahrscheinlich war der Fahrer, wie so viele hier auch gar nicht versichert.

Der Arzt und die Schwestern haben übrigens darauf bestand sich mit uns ablichten zu lassen. Ich möchte hier auch anfügen, dass wir wohl mittlerweile auf zahlreichen asiatischen Familienbildern zu sehen sind und. Tatsächlich wird man hier auch manchmal heimlich fotografiert. Ich habe schon erlebt, dass sich Leute an uns heranpirschen und so tun als würden sie ein Selfie machen, nur um uns dann mit abzulichten.

Ab und zu fotografiere ich auch Leute ohne sie zu fragen, fällt mir beim Schreiben auf.🙈

Ich melde mich für die nächste Nacht zur Vulkantour an. Lutz wird im Homestay bleiben, er kann kaum laufen. Mit dem Versprechen alles zu dokumentieren, setze ich mich nachts um 2 in den Minibus, der mich abholt, lerne meine Mitstreiter Franziska kennen, deren Partner auch aus gesundheitlichen Gründen ausfällt und Niels & Elise aus Holland, süße 30. Wir verstehen uns alle auf Anhieb und meistern, nach einem kurzen Aufenthalt im Basecamp bei Tee, den Vulkanaufstieg auf den Mount Iljen gemeinsam. Unser Guide Wajou ist sehr lustig und unterhält uns gut. Während die anderen am Kraterrand balancieren, nehme ich einen kleinen Pfad wahr, der nach unten führt. Ich frage Wajou wohin dieser führt und er erklärt mir, dass die Bergleute ihn nutzen um den Schwefel weiter unten abzubauen und hochzuschleppen.

Wissenswertes zum Mount Iljen

Iljen wird ein Vulkankomplex in Java Timur bezeichnet, der wie ich oben schon erwähnte, in der östlichsten Provinz der Insel Java liegt. Sehr bekannt und eine absolute Attraktion ist der von kahlen Felswänden eingeschlossene Kratersee Kawah Iljen, der allgemeinhin als "das größte Säurefass der Erde" bezeichnet wird und auch der größte übersäuerte See der Welt ist. Er befindet sich in 180m Tiefe. Der Krater selbst hat eine Tiefe von fast 300m. An einer Seite befindet sich eine kreisrunde Öffnung (Fumarole), dort werden Temperaturen zwischen 195 und 240 Grad gemessen, steigen diese bis auf 600 Grad an, steht der Vulkan kurz vor einem Ausbruch. Die Temperaturen sind meist hoch genug, um den flüssigen Schwefel zum Brennen zu bringen, sodass er gelöscht werden muss. Nur nachts sieht man den einzigartigen Schwefelbrand, der sich in saphirblauen Flammen manifestiert. deshalb beginnen die Touren auch so früh. Nicht gelöschter Schwefel bilden Feuerflüsse, die in den Kratersee fließen. Die Fumarole fördert am Tag bis zu 10 Tonnen Schwefelgas, die in einem Rohrleitungssystem gekühlt werden. Der Schwefel verflüssigt sich und lagert sich am Ende der Rohre ab. Die Minenarbeiter brechen ihn auf einfachste Art mit Eisenstangen heraus und tragen ihn mit Körben aus dem Krater. 3km entfernt ist die Verladestation. Dort wird der Schwefel gewogen und verladen. Pro Ladung fördern sie 70kg für die sie 2,50€ bekommen. Mit Glück schaffen sie 2 Fuhren am Tag.

Wajou und den anderen Guides ist es aktuell verboten sich mit Touristen dem Fumarolenfeld zu nähern, da der Vulkan momentan sehr aktiv ist. Die Regierung möchte Unfälle vermeiden.

Ich sehe ihn bittend an und er steigt ein kleines Stück den Pfad mit mir hinab, sodass es keiner mitbekommt. Ich betrachte nachdenklich die Minenarbeiter, die ohne Maske weiter unten ihre Arbeit verrichten. Wajou erzählt mir, sie werden nicht alt, da sie jeden Tag die giftigen Dämpfe einatmen. Gasmasken tragen sie nicht.

Es ist ein sehr besonderes Erlebnis für mich.

Morgens um 10h bin ich zurück im Homestay und lege mich bis zum Nachmittag schlafen. Lutz hadert ein wenig mit seinem Schicksal aber er ist froh über die tollen Bilder.

Wir verlängern noch eine Nacht. Inzwischen ist Anke angereist mit der wir abends noch zusammensitzen und quatschen. Sie ist Polizistin und reist für 2 Monate durch Indonesien. Ihr Ziel ist die Komodo Insel, auf der die einzigartigen Komodo Warane leben.

Am nächsten Tag reisen wir gemeinsam mit Anke ab, denn wir haben ein gemeinsames Ziel, Bali. Aber nicht bevor wir Azmi gedrückt und uns gebührend für seine tägliche Unterstützung in allen Bereichen bedankt haben. Am Tag vor unserer Abreise ist er mit Lutz nochmal ins KH zum Verband wechseln gefahren. 💓

Bali

Canggu

Bali, Bali ...ich wollte schon immer irgendwann mal nach Bali, spätestens seit dem Film Eat, Pray, Love, den glaube ich, so ungefähr jeder kennt. Die Landschaftsaufnahmen im Film haben mich damals total fasziniert. Die Liebesgeschichte natürlich auch. 😄....aber die lebe ich ja schon einige Jahre.😍

Mit der Fähre kommen wir am Hafen an. Eigentlich war die Überfahrt anders geplant, wir haben am Hafen in Java kurzfristig umdisponiert, da kein Fahrer zur Verfügung steht.

Und jetzt kommt eine kurze typische Geschichte, wie es in Asien läuft.

Tickets am Schalter geholt. Dann Augen suchend schweifen lassen. 5 Leute schwirren um einen herum, die eine alle sekündlich fragen, woher man kommt und wohin mal will. Ein Busfahrer eines lokalen Busses nach Denpasar steht in den Startlöchern, um auf die Fähre zu fahren. Wild gestikulierend steht er vor uns und macht uns klar, dass wir unbedingt bei ihm mitfahren sollen. Da wir gerade keine andere Option haben, nehmen wir das Angebot dankend an. 3 weitere Männer wuseln um uns herum, schnappen sich auf Kommando des Busfahrers unsere Rucksäcke, verstauen sie im Bus und geleiten uns lachend ins Innere. Sie freuen sich uns an Bord zu haben, denn der Bus ist halbleer. Bezahlen tun wir umgerechnet 3€ pro Person für ca. 200km und 3 Stunden Fahrt. Ich hatte irgendwann zwischendurch erwähnt, dass wir eigentlich nicht direkt nach Denpasar wollen, sondern nach Canggu, dass ungefähr eine halbe Stunde vor Denpasar liegt.....oh no problem, miss....I will drop you there. Ah okay, das ist doch super. Kurz vor Canggu kommt ein Kollege zu uns....get ready....dann stehen wir auch schon mit unseren Rucksäcken irgendwo draußen an einer Haltestelle in Canggu. Eigentlich ist dieser Stopp im Fahrplan gar nicht eingeplant aber wir haben in Asien generell die Erfahrung gemacht, dass du im Bus sagst, wo du eigentlich raus möchtest und da wird dann gehalten.

In Deutschland undenkbar.🤣

Zahlreiche Leute stürzen sich mit Gebrüll auf uns....Taaaaaxi, Taaaaxi.... wir nehmen eins von ihnen, handeln den Preis von 180.000 IDR auf 100.000 IDR und los geht die Fahrt. Natürlich verdreht der Taxifahrer beim Handeln die Augen, erklärt uns, er müsse ja schließlich von irgendwas leben, wir erklären, wir ja auch....ich weiß, dass die Fahrt eigentlich nur 80.000 IDR kostet. 😜 Alle sind glücklich und froh...dann kommen sie wieder, die 2 meistgestellten Fragen in Indonesien.....where do you come from and where do you go..... 🥳🤩

Canggu liegt an der Westküste Balis und ist cool, trendy und hat eine große Surfer Community. Gewählt haben wir diesen Ort, da er noch nicht ganz so überlaufen sein soll, wie andere Surf Spots auf Bali. Des Weiteren habe ich ja meinen verletzten Lutz dabei, der sich hier regenerieren soll und alles über kurze Wege erreichen muss. Wir wohnen 5 Min fußläufig zum Strand, mitten in der angesagten Beach Straße und trotzdem ruhig, da unser Homestay in einer kleinen Seitenstraße liegt. Hier findet man alles was das europäische Herz begehrt. Top Restaurants, Bars, Boutiquen, Wellness Spa´s, etc...Nach Java der komplette Kulturschock, da waren wir oft tagelang die einzigen Ausländer, hier sind wir 2 von vielen. Überhaupt haben wir auch während unserer Weiterreise durch Bali oft den Eindruck, es gibt auf dieser Insel mehr Ausländer als Einheimische und wir sind in der Regenzeit unterwegs. Krass.

Wir genießen einfach die Atmosphäre, Essen gut, chillen am Strand ab und werden nicht müde den Surfern zuzuschauen. Ich beschließe u.a. einen Surf Kurs zu machen und habe viel Spaß dabei. Immerhin schaffe ich es 3 x auf dem Brett zu stehen und mit der Welle bis zum Strand zu kommen. 💪🏄 In den 2 Stunden schlucke ich allerdings auch ne Menge salziges Wasser. 😁

Ubud

Nach 5 Tagen reisen wir weiter für 3 Tage nach Ubud. Lutz hat sich seine genähte Scheinbeinwunde nochmal säubern und verbinden lassen, mit der Bitte nach 3 Tagen wieder bei einem Arzt vorstellig zu werden. Laufen klappt inzwischen wieder ganz gut aber die Entzündung ist noch nicht raus. Auch in Ubud achte ich beim Buchen der Unterkunft darauf, dass wir alles fußläufig erreichen können. Für einen Tag mieten wir uns einen Motorroller um in die nahegelegen Reisfelder zu fahren und einen Wasserfall zu besuchen. Tatsächlich fahren wir so vorsichtig wie nie, jedes von links kommende Fahrzeug ist eine potenzielle Gefahr. 😧...ehrlich gesagt, bin ich nach der Fahrt schweißgebadet. Wir benötigen etwas Zeit, um uns beide auf dem Roller einigermaßen entspannen zu können, zu tief sitzt noch die Erinnerung an den Sturz und sein Auslöser.

Ubud liegt im Süden der Insel und zieht jedes Jahr ca. 3 Millionen Touristen an. Die zentrale Stadt mit ihren rund 12.000 Einwohnern (der Verwaltungsdistrikt hat rund 75.000 Einwohner) ist bunt, richtig hübsch, balinesisch und proppenvoll. Enge Straßen und Gassen, überall Singsang, läutende Windspielglöckchen, kunstvolle Schnitzereien, kreativer, selbst gestalteter Schmuck und vieles mehr. Kein Wunder, ist Ubud doch das kulturelle Zentrum Balis. Räucherstäbchen geschwängerte Luft in allen Variationen. Yoga-und Mediationsangebote an jeder Ecke, entzückende Hindutempel. Vegan, vegetarisch.... healthy for everyone. Dennoch bekommst du hier auch typische balinesische Speisen, unter anderem auch Babi Guling.🙈 Eigentlich duftet es auf der ganzen Insel nach Gegrilltem, Räucherstäbchen und Moschus. Ein Hauch von Spiritualität und Esoterik schwebt hier überall mit. Trotz des Massentourismus hat die Stadt eine entspannte, fast ruhige und gemütliche Grundhaltung.

U. a. ist die Stadt ein wunderbarer Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen. Wasserfälle, Höhlen, Reisterrassen, denn Ubuds Umgebung liegt in traumhafter und beeindruckender Natur. Wir mieten uns einen Roller und erkunden alles was geht.

Den folgenden Tag nutzen wir fußläufig für Tempelerkundungen und eine Wanderung in der hügeligen Landschaft grüner Reisfelder, Berge und Täler.

3 Tage verbringen wir in und um Ubud, dann reisen wir weiter nach Sanur.

Insel Nusa Penida

Nusa Penida flasht uns von dem Moment an, als wir von Bord gehen. Die Insel übt eine einzigartige Faszination auf uns aus. Wir fühlen uns 100 Jahre zurückversetzt. Im Gegensatz zur Hauptinsel Bali, sind hier viel weniger Menschen unterwegs. Dafür gibt es viele einheimische Fischer, kleine gemütliche Warungs und sehr viel weniger Touristen. Wir haben eine süße kleine Unterkunft am Strand in einem Guesthouse gebucht. Für 9€ die Nacht, unfassbar. Einfache Bungalows aus Teakholz und Palmenblätterdächern in einem sehr hübsch angelegten Garten mit Bananenstauden.

Industrie gibt es hier nicht, alles wird noch händisch gebaut und gezimmert, sowie auch im Rest von Indonesien.

Auch hier mieten wir einen Motorroller für umgerechnet 4,68€ p/Tg. Zwischen 3,60€ und 6€ pro Tag bekommt man übrigens überall in Asien einen Motorroller gemietet. Deshalb sind diese auch so beliebt, bei Einheimischen, wie auch bei Touristen. Wir haben viele Leute getroffen, die 4-12 Monate in einem Land verbringen und sich einen Roller kaufen und bei Abreise wieder verkaufen. Günstiger mobil zu sein geht nicht.

Nusa Penida besticht durch seine traumhaften Strände und beeindruckende Steilküste. Die Strände sind oft nur über abenteuerliche in Stein gehauene Stufen erreichbar und manchmal muss man auch mal auf eine Liane ausweichen, denn ab und zu sind die Stufen schon sehr brüchig. Überall treiben sich Affen herum, die am frühen Abend die Strände auf der Suche nach Essbarem, unsicher machen. Sie sind mit Vorsicht zu genießen, denn frecher Weise klauen sie alles was nicht fest am Körper sitzt. Sonnenbrillen, Mützen, Handys sind gern genommen und verschwinden unter wildem Gekreische mit ihnen im Dschungel, leider oft auf Nimmerwiedersehen. Uns passiert das nicht aber dafür will mich der Rudelführer am Abend nicht auf die Stufen nach oben durchlassen. Er faucht und ist dem Beißen nicht abgeneigt. Seine Treppe halt. 🦍

Mir kommen die Strandhunde zu Hilfe. Sie verbellen ihn und begleiten mich nach oben. Dafür gibt es natürlich einen Leckerli und Knuddleri. Die beiden Hunde gehören zu den Warung-Besitzerinnen am Strand.

Der ursprüngliche Plan war auf die Insel zu kommen um mit den Mantarochen zu schnorcheln. Mantarochen sind die größte Rochen Art der Welt. Ihre Spannweite beträgt in der Regel 5-7 Meter, es wurden aber auch schon Exemplare bis zu 9 Metern gesichtet.

Inzwischen habe ich rausfinden können, dass das Schnorcheln mit den sanften Giganten des Meeres nur als Bootstour mit vielen Menschen angeboten wird. Bevor ich mich darauf einlasse, möchte ich mir das aber aus der Nähe ansehen. Lutz und ich fahren mit dem Motorroller zum Manta Cliff in die Manta Bay. Dort befindet sich einer ihrer Lebensräume im indischen Ozean. Was ich dort sehe, macht wenig Lust auf mehr.

10-12 Boote kreiseln durch die Bucht, dazwischen 100-erte schnorchelnder Massen zwischen den Rochen. Ehrlicherweise bin ich entsetzt und möchte auf keinen Fall so in ihren natürlichen Lebensraum vordringen. Es fällt mir leicht unter diesen Umständen darauf zu verzichten. Am Cliff ergibt sich keine Möglichkeit die Rochen von oben zu sehen, da das Meer sehr aufgewühlt ist.

Unsere Unterkunft ist im Norden und wir erkunden an 2 Tagen abwechselnd den Osten und den Westen der Küste. Zufällig lernen wir Michael und Mikaela kennen. Beide sind Tauchlehrer auf der Insel. Nachdem wir ein wenig gequatscht haben, fragen wir sie, wo es denn hier den besten gegrillten Fisch auf der Insel gibt. Sie springen kurzerhand auf ihren Roller, winken uns, ihnen hinterher zu fahren. Nach 15 Minuten kommen wir in einer kleinen unscheinbaren Bretterbude oben an der Steilküste an. Wir essen den besten Fisch unseres Lebens und haben einen interessanten, lustigen Abend mit beiden, denn wir dinieren zu viert. Wir erfahren, dass Michael aus Jakarta, Indonesiens Hauptstadt stammt. Er war Anwalt und hat sich vor einem Jahr entschieden, als Tauchlehrer nach Nusa Penida zu gehen. Er hat nicht lange für diese Entscheidung gebraucht. Mehr als ein halbes Leben taucht er schon und als sich ihm vor ein paar Jahren die Sinnfrage des Lebens stellte, kam für ihn nur eine Änderung in diese Richtung in Frage. Bedeutete für ihn allerdings auch einiges, was ihm lieb war, zurückzulassen.

Mikaela lebt und arbeitet seit 5 Jahren als Tauchlehrerin auf der Insel. Sie stammt gebürtig aus der Slowakei, hat dieser aber schon vor 16 Jahren den Rücken gekehrt. Nach langer Zeit in Irland, hat sie ihr Herz an diese wunderbare Insel verloren. Sie ist einfach geblieben.

Am Chrystal Beach, eine der Strände mit den schönsten Sonnenuntergängen und der buntesten Fische, die ich beim Schnorcheln erlebt habe (es schwamm ein knallgelbes großes Seepferd an mir vorbei), lerne ich Kevin und seine Tochter Linda kennen. Sie leben seit 9 Monaten auf der Insel. Beide kommen aus den Staaten. Sie haben wiederum ein ganz anderes Lebensmodell.

Linda ist 9 Jahre alt und macht Home Schooling. Sie war mal kurz auf einer Schule aber Kevin hat sie nach einem Semester wieder rausgenommen. Er sagt aus denselben Gründen warum er sie erst gar nicht in die Schule geben wollte. Er möchte mit seiner Tochter ein selbst bestimmtes Leben führen, raus aus der Komfortzone, er erwähnt immer wieder, er möchte ab vom Mainstream leben. Fern ab des Konsums, des Leistungsdrucks, der Bewertungen und Restriktionen. Er hält nichts von den heutigen Schulen, die aus seiner Sicht, nicht das vermitteln, was das tägliche Leben in der Natur seiner Tochter vermittelt. Da wir etwas unter Zeitdruck sind, da wir noch 40 Minuten zurück zu unserer Unterkunft über die Insel brausen müssen, verabschiede ich mich obwohl ich in dieses Gespräch gern noch näher eingestiegen wäre.

Ich habe ihn nicht mehr gefragt, wovon er und seine Tochter leben, was für ihn Mainstraem denn ist und ob Linda schon mal geäußert hat, ein anderes Leben leben zu wollen, mit Schule, Freunden, Familie. Ich hätte wohl die Möglichkeit gehabt, diese Fragen zu stellen aber irgendwie konnte ich mich nicht überwinden. Ich habe dazu gelernt auf dieser Reise. Manches bleibt eben unbeantwortet, vielleicht kenne ich auch die ungefähren Antworten und brauchte die Fragen aus diesem Grund nicht zu stellen. Vielleicht erkenne ich mich auch selbst vor 20 Jahren. Nur hatte ich nicht den Mut die Komfortzone zu verlassen. Das hat er immerhin getan und wer weiß wohin das Leben die beiden führt.

Lutz wartet schon ganz neugierig mit seinem verbundenem Schienbein auf der Liege und will natürlich wissen, wer der junge langhaarige Blonde war. 😜

Zusammengekuschelt genießen wir noch einen kurzen Moment den beginnenden Sonnenuntergang, dann machen wir uns auf den Weg durch die Berge in den Norden. Es ist eine der wenigen Male, dass es uns sehr schwer fällt weiterzureisen. Die Insel ist magisch. 🔮 Doch die Unterkunft ist ausgebucht und wir werten es als Zeichen, zurück nach Bali zu reisen.

Uluwatu & Sanur

Uluwatu heißt das nächste Ziel. Hier haben wir eine der schönsten Unterkünfte 8n Indonesien (siehe Foto Blog). Außer natürlich meine Geburtstagsunterkunft auf Java.🤗

Uluwatu liegt ganz im Süden von Bali auf der Bukit Halbinsel. Balis kleiner Zipfel ist vor allem bei Surfern begehrt & beliebt. Weltklasse Surfer aus der ganzen Welt kommen hierher, um die überragenden Wellen rund um Uluwatu zu reiten.

Neben dem Surfen hat die Gegend bezaubernde Strände, fangfrischen Fisch und Seafood, atemberaubende Steilküsten und spektakuläre Sonnenuntergänge zu bieten.

Außerdem wurde hier am Padang Padang Beach, die Strandparty bei der sich Julia Roberts und Javier Bardem begegnen (Eat Pray Love), gedreht. 🤩

Hier wollen wir entspannen, bevor wir unsere letzten beiden Nächte in Sanur verbringen werden. Da wir Sanur nur als Zwischenstopp auf die Insel Nusa Penida genutzt haben, wollen wir uns dort noch das ein oder andere in Ruhe anschauen. Außerdem sind es nur 25min bis zum Flughafen. Am 16.02. endet unser Visum für Indonesien und am 17.02. geht unser Flug auf die Fidschi Inseln. Da gibt es übrigens auch Mantarochen, las ich jüngst.😉

Sanur liegt im Südosten der Insel. In Sanurs modernem Fährhafen laufen täglich mehrere Boote, kleine Fähren auf die umliegenden Inseln aus. Man findet dort sehr hochpreisige Hotels, Restaurants und eine einzigartige Strandpromenade in Indonesien, die sich über 5-6 km an der Küste entlang streckt. Die Strände sind wunderschön, sehr sauber, einladend gestaltet und man kann jederzeit ins türkisblaue Meer hüpfen. Sanur gilt als Familien-und Honeymoon Ort auf Bali.

Unglücklicherweise erwischt mich am vorletzten Tag nun doch der Bali Belly. Monatelang habe ich alles vertragen und bin jetzt auf den ältesten Trick reingefallen, eine Flasche Wasser zu trinken, die mit normalem Wasser aufgefüllt und so verkauft wurde. Prüfen kann man das am Deckel, wenn er beim Öffnen nicht knackt. Leider nicht aufgepasst. Somit habe ich verunreinigtes Wasser getrunken. Was das bedeutet kann sich jeder vorstellen. Unsere beiden Tage in Sanur verbringe ich mit Bauchkrämpfen und Fieber im Bett und auf der Toilette, das im Wechsel. Da hilft nur frisches Kokosnusswasser (wirkt antiseptisch). Frische Kokosüsse bekommt man in ganz Asien glücklicherweise an jeder Ecke. Zwischendurchch kühle ich mich im Pool ab. Das macht es für kurze Momente erträglich.

Bali Java Komodo Lombok Gado-Gado
05
2018 · 3 Wochen Vietnam

Vietnam

Von Hanoi bis Hội An – Kontraste am laufenden Band.

Am 05.01.2022 fliegen wir nach Ho Chi Minh Stadt bzw. Saigon. Das Ziel ist dasselbe. Der Name Saigon reicht in eine vor langer Zeit, nicht immer rühmliche südvietnamesische Vergangenheit zurück. Der andere Name Ho Chi Minh-Stadt, tja der stimmt ebenfalls nachdenklich, ist dieser doch Gegenwart und war eigentlich für einen Aufbruch in die Zukunft gedacht. 1976 wurde Saigon, nach dem Vietnamkrieg, dem Abzug der US Truppen und der Niederlage der südvietnamesischen Regierung, umbenannt in Ho Chi Minh-Stadt, und zwar nach dem 1969 verstorbenen nordvietnamesischen Staatschef Ho Chi Minh. Interessanterweise lebt die Bevölkerung den Namen Saigon, selbst das internationale Flughafenkürzel SGN bezieht auf Saigon.

Vergangenheitsbewältigung...eher nicht.... , innere Zerrissenheit zwischen Nord-und Südvietnam, Regierung und Bevölkerung, Politik und Alltagskultur, wie wir in nächster Zeit mitbekommen werden. Mir persönlich gefällt übrigens der Name Saigon besser. Melodisch, schön und wie aus einer anderen Zeit. Die Stadt liegt nördlich des Mekong Delta, der Saigon Fluss fließt links der Stadt. Die Khmer hat hier zwischen dem 1 ten und 6 ten Jahrhundert ein Fischerdorf erbaut, umgeben von unzugänglichen Wäldern und Sümpfen. Die Khmer Fischer nannten ihr Dorf Prei Nokor (Dorf im Wald). Der Aufstieg des Ortes begann auf Grund der schiffbaren Wege rundherum. 1862 wurde die Stadt zur französischen Kolonie erklärt. Auch heute prägen noch Baustile, Charakter und Erscheinungsbild den ehemaligen französischen Kolonisten. Im Übrigen weiß niemand so genau, wie viele Menschen in dieser Stadt leben. Geschätzt wird die Zahl auf ca. 18-20 Millionen Menschen aber vor allen Dingen sind ca. 4-5 Millionen davon mit Mopeds unterwegs. Quirlig, laut, hupend. Ebenso erhalten geblieben ist aus dieser Zeit, generell in Vietnam, das Bánh Mi, ein Baguette, das in traditioneller Art mit Fleisch, Wurst oder Pastete, Butter, frischem Koriander, Gurke, Chili, manchmal auch mit Rührei & Schnittlauch belegt und gereicht wird. Es ist überall zu bekommen, wir mögen es von den Straßenständen, denn dort können wir jede Zutat selbst wählen. Ich freue mich jeden Tag über den vietnamesischen Kaffee der fester Bestandteil von Vietnam ist. Er wird portionsweise gekocht. Die Phin (Siebschale) wird auf das Glas oder die Tasse gesetzt und mit Kaffeepulver übergossen. Langsam tropft der Kaffee in sein Behältnis. Er wird heiß oder wie in allen anderen asiatischen Ländern auf Grund der Temperaturen mit Eiswürfeln gekühlt und als Eiskaffee oder Frappé genossen. Typisch vietnamesisch ist das Hinzugeben von süßer Kondensmilch, so erhält der Kaffee, der sonst sehr stark ist, seine milde Note. Ich liebe süße Kondensmilch.😍 Lutz als Kaffee-Schwarz-Trinker, mag ihn nicht, schon gar nicht mit süßer Kondensmilch. 🤓 Wir durchstreifen die Stadt, schauen uns ein paar Highlights wie u.a. das Saigon Skydeck an. Mit einem Fahrstuhl fährt man in den 49igsten Stock und hat einen 360 Grad Rundumblick über die Stadt. Das Gebäude selbst gehört laut Thrillist, zu den 10 außergewöhnlichsten Skyscrapern der Welt. Überfordern tun uns die Tausenden von hupenden Mopedfahrern und Autos. Es gibt kaum Bürgersteige, also müssen wir wahnsinnig aufpassen, nicht vor ein Auto oder Moped zu laufen, während wir versuchen uns durch die Straßen zu kämpfen. Irgendwann wird es ruhiger und wir können auf Fußgängerwegen laufen, die mit Stahlabsperrungen versehen sind, um sie vor den Mopedfahrern zu sichern. Denn hier wird auf Grund der übervollen Straßen auch gern auf die wenig vorhandenen Fußwege ausgewichen. 🙈 Am Abend gehen wir dann in eine Roof Top Bar essen, es wird Live Musik gespielt und geschwoft. Cool. Leider sind hier fast alle um die 20, wir sind echte Oldies, stört aber keinen, kreischende Mädels freuen sich mit mir in der Damentoilette zu plauschen. Das Ganze findet auf der "Champs Elysee Saigons" statt, wie es hier genannt wird. Wir sind also in der eher exklusiveren Gegend Vietnams gelandet. Mit einem Taxi geht es in 15 min zurück zu unserem Hotel in der Nähe vom Bahnhof, wo wir am nächsten Morgen unseren Zug an den Jibe Strand nehmen. Wassersportgebiet. Windsurfer, Kiter und einige andere tummeln sich dort. Die Preise liegen hier in Vietnam nochmal deutlich unter denen in Thailand. Kurzer Überblick für die hier Lesenden:

36 Thailändische Baht (THB) = 1€ 50.000 THB = 1388€

0,000040 Vietnamesischer Dong (VND) = 1€ 50.000 VND = 2€

Momentan sind wir Millionäre, im Portemonnaie zwischen 3.000.000 und 5.000.000 VND. 💰

Mui Ne Beach

3 Tage verweilen wir in der Region um Mui Ne. Strände umgeben von roten und weichen Sanddünen, zahlreichen Beachclubs und eine alte Bunker- und Tempelanlage gibt es auch. Ansonsten findet sich hier eher wenig an Historie und Kultur. Der Wind stellt sich leider auch nicht ein, dafür haben wir das erste Mal seit Monaten Regen.... warmen, tropischen Regen. Wir genießen es und sitzen entspannt in Cafés, planen und feilen weiter an unserer Reise, erfreuen uns in regenfreien Stunden an den langen Strandspaziergängen. Für einen Tag mieten wir uns einen Motorroller und schauen uns ein bisschen die Gegend an, besuchen die Red Sand Dunes und die Po Shanu Cham Türme aus dem 9ten Jahrhundert. Alles wirkt ein wenig heruntergekommen im Gegensatz zum "schönen" Thailand. Herumliegenden und fliegenden Plastikmüll gibt es allerdings auch in Thailand überall. Beim Schnorcheln vor den Similan-Inseln habe ich kleinteilig herumschwimmendende Plastikteilchen eingesammelt. Grauenhaft. Das ändert sich auch hier in Vietnam nicht. Die Asiaten generell lieben alles rund um das Plastik. Es wird alles aber auch alles in Plastik verkauft, man kann sich dem kaum erwehren und wir stecken nach Möglichkeit alles in meinen Rucksack, den wir u.a. aus diesen Gründen immer dabei haben. Kommen wir dennoch mal nicht herum um eine Plastiktüte, verwenden wir sie lange weiter, z. B. als Wäsche-oder Schuhsack und wenn sie dann völlig dreckig ist als Müllsack. Da der Wind ausbleibt (sehr zur Enttäuschung von Lutz, er hätte hier nochmal die Möglichkeit gehabt, Material auszuleihen) entschließen wir uns am 4 ten Tag mit dem Nachtzug weiter gen Norden zu reisen. Unser Zug startet pünktlich um 15:30 Uhr und wir werden am nächsten Morgen um 06:40 Uhr in Da Nang ankommen. Eingeplant haben wir 3 volle Tage.

ZENTRAL-VIETNAM

Da Nang & Hoi An

Die Tage, die wir einplanen, erwähne ich deshalb so explizit, da wir nur ein Aufenthaltsrecht von max. 15 Tagen in Vietnam haben. Dies nennt sich Visa on Arrival, ist kostenfrei und lässt sich nicht verlängern. Möchte man länger in Vietnam verweilen, muss man ein 30tägiges Visum online beantragen und hat den Vorteil der Verlängerung von 30 Tagen. Aktueller Stand: Januar 2023. Da wir am 18.01.23 weiter nach Java/Bali fliegen, haben wir uns 3 zentrale Punkte im Süden, Zentral und Norden Vietnams ausgesucht, von denen wir unsere Trips in die Umgebungen planen. Dies findet fast immer mit dem Motorroller statt, wie auch schon in Thailand. Es ist eine empfehlenswerte, effektive und günstige Art, Städte und das Umland zu erkunden. Lutz ist ein erfahrener Motorradfahrer udn das kommt uns vor allen Dingen hier in Vietnam, wo alle fahren wie sie wollen...wenn es Ampeln gibt fahren bei ROT trotzdem alle gleichzeitig laut hupend über die Kreuzungen...ich kenne dieses Verkehrschaos bereits aus Sri Lanka und Nepal aber in Thailand ist Roller fahren sehr entspannt und rücksichtsvoll. Lutz konnte es kaum glauben als wir in Saigon ankamen aber hat sich sehr schnell eingewöhnt. Ich mache meist die Augen hinten drauf zu, wenn wir über Kreuzungen fahren. Übrigens...auf Grund der meist fehlenden oder von 100-erten zugeparkten Motorrollern Fußwege, lebt man auch als Fußgänger nicht ungefährlich. Also immer schön die Agen auf. 👀

Da Nang (unter französischer Kolonialherrschaft Tourane genannt) ist eine bunte, kultige, hektische Großstadt direkt am Fluss Delta des Han. Im Vietnamkrieg war Da Nang eine wichtige Marinebasis, ein Fünftel aller Soldaten waren hier stationiert. Der Naturhafen ist heute noch einer der wichtigsten Handelspunkte am Pazifik. Nach unserer Ankunft in unserer wahnsinnig schönen und im 10ten Stockwerk gelegenen Unterkunft mit Dach Pool😊, mitten in der belebten City, besuchen wir als erstes das historische Museum. Der Fokus liegt auf der lokalen Geschichte und Kriegsrelikten. Uns fällt auf, dass egal wo wir uns auf der Welt befinden, wir überall auf Dokumentationen, Trümmer und Fragmente von Kriegen stoßen. Der Wolkenpass (Hai Van Pass), den wir ebenfalls am Tag unserer Ankunft erkunden ist ca. ein halbe Stunde Fahrtzeit mit dem Roller entfernt, 21km lang, 500m hoch und trennt an dieser schmalsten Stelle des Landes, Nord - und Südvietnam. Wir brausen über die Küstenstraße, gesäumt von Kokospalmen am hellen Sandstrand, in die Berge, höher und immer höher geht es über Serpentinen hinauf. Wie der Name schon sagt, ist der Pass häufig in dichte Wolken gehüllt. Es ist feucht und recht frisch. Ungewohnt. Wir haben wunderschöne Ausblicke auf die Berge, die Stadt und die vorgelagerte Halbinsel Son Tra. Am frühen Abend stolpern wir in ein kreischend lauten Friseur voller junger Menschen und brüllender Electro Pop Mucke. Meine Haare brauchen dringend einen Schnitt ...nach fast 4 Monaten 🙈und auch das Ansatz Grau würde ich gern überfärben. 🤓💆‍♂️Hier in Vietnam fällt auf, dass die Menschen die englische Sprache sehr viel besser beherrschen als die Thais, das liegt wohl an ihrer Vergangenheit mit den hier eher unbeliebten Amerikanern. Leider trifft das auf die hier arbeitenden jungen Leute nicht zu aber wir sind ja mittlerweile gut erprobt im übersetzen mit unseren Handys. Wir verständigen uns digital und das ist gut so, denn sie wissen nicht, wie sie meine Haare färben können. Strähnchen gibt es hier nicht und meine Haarstruktur und Farbe unterscheidet sich natürlich von denen der Asiaten mit ihrem schwarzen wallendem Haar. Heißt die Farben sind nur auf Einheimische abgestimmt. Blau, Lila, Grün, Rot. Ich entscheide mich fürs Schneiden, eine Gesichts-und Nackenmassage, das ist mir zu heikel mit dem Färben, ich will nicht aussehen wie Pumuckl. 🧑‍🦰 Wir merken schnell, wir sind die Attraktion im Laden, alle schleichen um mich herum, fassen meine Haare an und gackern. Mein Friseur steckt sich seine Zigarette und legt los. Er ist ganz vorsichtig und streichelt meine Haare zu Tode. Er schneidet gut, sie sind jetzt kürzer als gedacht aber ich fühle mich wohl. Anschließend werde ich von einem jungen Mädchen mit einer Gesichts- und Nackenmassage & Haare waschen, eine ganze halbe Stunde lang verwöhnt. Total cool. Üblich beim Friseur ist hier auch das EAR Picken. Bedeutet, der Ohrenschmalz wird entfernt, bei Männern auch die Ohr Haare entfernt. Stattfinden tut das Ganze auf Liegen zwischen den Stühlen der Haare Schneidenden. Mein spannendster und witzigster Friseurbesuch ever. Last but not least beenden wir den Abend beim besten lokalen vietnamesischen Straßenstand der Gegend, Empfehlung unseres Hosts. Er hat recht. 😋

Bevor wir am nächsten Tag, die lieblichste Stadt Vietnams ansteuern, halten wir an den Marmorbergen, die auf dem Weg zwischen Da Nang und Hoi An liegen. Nach der buddhistischen Lehre sind sie den 5 Elementen, Feuer, Wasser, Metall, Holz und Erde zugeordnet. Der Wasserberg (Thuy Son) kann sowohl zu Fuß bergauf oder mit einem Fahrstuhl, besichtigt werden. Wir entscheiden uns für die in Stein geschlagenen Treppenstufen und erforschen ca. 2 Stunden, die im Marmorberg befindlichen Höhlen und Grotten mit buddhistischen Tempeln, Altare und Skulpturen aus Marmor. Im Vietnamkrieg versteckte sich in den Höhlen ein Krankenhaus der Vietkong, nur wenige Kilometer von den wichtigen Militärstützpunkten der Amerikaner entfernt.

Hörten wir doch Hoi An sei die pittoreskste und charmanteste Stadt in Vietnam. Sie liegt etwa 30 km landeinwärts am chinesischen Meer und gehört mit ca. 75.000 Einwohnern zu den kleineren Städten Vietnams. Sie war, auf Grund ihrer Lage an der Seidenstraße, einst die größte Hafenstadt Südostasiens. Die ersten Siedlungsspuren stammen hier aus dem 4ten Jahrhundert. Unter den Nguyen Herrschern wurde der Hafen weiter zu einem attraktiven und internationalen Handelsplatz ausgebaut. Mit zunehmenden hohen Sandablagerungen im Hafenbereich wurde der Hafen immer unbedeutender und die großen Handelsschiffe mussten auf andere Häfen (z. b. Da Nang) ausweichen. Der Name Hoi An bedeutet in etwa "ruhige Gemeinschaft oder "friedlicher Versammlungsort" und macht diesen besonderen Ort aus.

Vor den Toren Hoi An`s können wir das Treiben auf den Reisefeldern beobachten. Es werden Reiskörner gesät und die Wasserbüffel ruhen sich in den Wassergräben vom Pflügen aus. Die Stadt wirkt idyllisch, gemütlich, ruhig, freundlich und einfach herzallerliebst. Beim Schlendern durch die Altstadt fühlt man sich durch die vielen alten, volkstümlichen Holzhäuser, um Jahrhunderte zurückversetzt. Sie gilt als die einzige, im Vietnamkrieg, unversehrt gebliebene Altstadt. "1999 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem 15. und 19. Jahrhunderts gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem im Stil südchinesischer Kleinstädte zeigen." (Quelle & Zitat Wikipedia) Die Stad ist ein Traum. Wir lassen uns den Rest des Tages einfach treiben, besichtigen eine alte japanische Holzbrücke, ein schönes Andenken aus dem 16ten Jahrhundert die freundschaftliche Beziehung der chinesischen und japanischen Gemeinschaft in dieser antiken Handelsstadt. Lutz lässt sich in 2 Stunden ein Leinenhemd seiner Wahl schneidern, gilt Hoi An doch auch als Stadt der Schneider. Am frühen Abend setzen wir uns in eines der vielen kleinen, am Fluss gelegenen Restaurants und beobachten das bunte Treiben der mit zahlreichen Lampions geschmückten Boote. Auch die Stadt ist voll von beleuchteten Lampions und Herzen aller Art. 💝Ein wahres Festival der Liebe.😉Wir herzen uns auch und machen uns am späteren Abend auf den Weg zurück nach Da Nang.

Am dritten Tag wollen wir eigentlich nach Hue, in die alte Kaiserstadt. Leider macht mir hier nun mein körperliches Befinden einen Strich durch die Rechnung. Das erste Mal in diesem Sabbatical erwischt mich eine fette Erkältung, von der ich einige Tage was haben soll. Da ich schon in den Anfängen ziemlich angeschlagen bin, gönne ich mir 2 aufeinanderfolgende Massagen. Die ersten 60 Minuten, bekomme ich eine traditionelle vietnamesische Massage und im 2ten Schritt, eine heiße Kräutermassage.

Am Nachmittag halte ich ein Gesundheitsschläfchen. Lutz erkundet derweil Da Nang zu Fuß und streift u.a. über den riesigen Han Market mit seinen zahlreichen Ständen, von Lebensmitteln über Gewürze, Klamotten, etc. ist hier alles zu finden. Er möchte sich einen langersehnten Wunsch mit dem Erwerb eines traditionellen Messers für unsere Küche daheim erfüllen und wird fündig. Es sieht aus wie ein kleines Hackebeil und wird aus alten Sägeblättern händisch hergestellt. Nun haben wir ein Mordgerät im Gepäck. 🤪

NORD-VIETNAM

Cat Ba Island

Am Morgen danach reisen wir weiter in den Norden auf die Insel Cat Ba, die u.a. für die nahe gelegene Ha Long Bucht mit ihren außergewöhnlich geformten Karstfelsen bekannt ist. Die Insel Cat Ba haben wir auf Empfehlung als Ausgangspunkt gewählt. Es ist sehr viel weniger touristisch frequentiert als die Großstadt Haiphong und Ha Long auf dem Festland. Außerdem gibt es auf der Insel einen sehr bergigen Nationalpark. Mit der Fähre setzen wir vom Festland über und werden von einem Fahrer unserer gewählten Unterkunft, Lynhs Villa, abgeholt. Wieder lege ich mich für ein Gesundheitsschläfchen danieder, dann geht`s mit dem gemieteten Motorroller auf Erkundungstour. Den kleinen Rock Trail an der Küste entlang bewundern wir und genießen den Sonnenuntergang am schön gelegenen Thung Tu Beach.

Für den nächsten Tag haben wir eine Tour durch die Ha Long Bucht geplant. Es ist die Bucht der Buchten im südchinesischen Meer. Von Kajak fahren bis über das Essen und Besuch der schwimmenden Fischerdörfer ist alles mit Angebot, abgesehen davon ist hier auch der Weg das Ziel, denn eine Fahrt durch die Ha Long Bucht ist von sensationellen Ausblicken auf riesige ,aus dem südchinesischen Meer ragenden Felsformationen in türkisblauem Wasser geprägt. Kurze Info zu den schwimmenden Fischerdörfern in der Bucht: Zwischen Nebelschwaden, riesigen skurril geformten Felsen, leben die Fischerfamilien der Ha Long Bucht in bereits vielen Generationen auf dem Meer. Die Legende sagt, einst lebte hier ein Drachen, der das Festland vor Eindringlingen schützte. Im Kampf zerteilte er das Land in ca. 2000 unbewohnbare Inseln. Dennoch haben sich hier ca. 1600 Menschen angesiedelt, auf dem Meer und vom Meer lebend. 3 Stunden vom Festland entfernt läuft alles nur über Diesel- Generatoren. Fallen sie aus gibt es keinen Strom. Die Generatoren werden aus Kostengründen natürlich oft nur für eine kurze Zeit angeschaltet. Diesel ist teuer. Das Leben in den Fischerdörfern bedeutet Entbehrungen aber die Menschen dort lieben es. Das Plätschern der Wellen, das sanfte Hin und Her wiegen ihrer schwimmenden Häuser und natürlich das Fischen, dass sie von klein auf an lernen. Ihre Kinder werden mit Wassertaxen zu den nächstgelegen Schulen auf dem Festland abgeholt. Allerdings gibt es ein paar schwimmende Dörfer die zu weit vom Festland entfernt liegen. Dort gibt es eine eigene Schule, sozusagen eine schwimmende Schule.

Um 08h werden wir abgeholt mit 2 süßen Französinnen aus Lynhs Villa abgeholt und zum Ableger gebracht. mit ca. 15 anderen Personen aller Kulturen besteigen wir ein sehr schön gearbeitetes Boot und verbringen einen perfekten Tag in der Bucht. Am Abend treffen wir uns in dem kleine Örtchen noch spontan mit einem Kanadier, den wir auf der Tour kennengelernt haben. Wir schanttern über Gott udn die Welt und erfahren, er ist aus Quebec und möchte sich demnächst in Vietnam oder Thailand zur Ruhe setzen. Als wir am nächsten Tag darüber nachdenken, wie er heißt. fällt uns auf, dass wir uns in 24 Stunden vergessen haben, namentlich vorzustellen. So weit ist es schon aber was sind schon Namen, interessant waren seine Erzählungen mit oder ohne Namen.😉

Einen 10 km Dschungel Trail durch den Nationalpark gönnen wir uns zu zweit am darauffolgenden Tag. Es umgibt uns eine Stille, die im Dschungel eher ungewöhnlich ist aber wir haben die Idee, es könnte mit dem bevorstehenden Unwetter zusammenhängen. Alle Tiere haben sich bereits in ihre Höhlen und Nester verkrochen. Auf dem Trail haben wir noch angenehme Temperaturen aber schon für die Nacht sind nur noch 13 Grad angesagt. Abends gehen wir mit Leslie und Virginie, unseren beiden Französinnen Essen. Wir haben uns durch unsere Unterkunft und die gemeinsame Ha Long Bay Tour näher kennen- und mögen gelernt. Beide stammen aus Toulouse. Am nächsten Tag reisen wir zufällig gemeinsam mit dem Bus und der Fähre nach Hanoi. Wir verabschieden uns mit 3 Küsschen auf die Wange, wie in Frankreich üblich, Nummern hatten wir eh schon ausgetauscht, da wir sie, irgendwann mal auf einer Reise nach oder durch Frankreich in Toulouse besuchen möchten.

Hanoi

Diese Temperaturen 🥶begleiten uns nun weiter bis Hanoi und unserer Abreise. Gut, dass wir unsere Daunenjacken dabei haben. Gewohnt sind wir ja mittlerweile anderes.

Hanoi begrüßt uns wie gewohnt jede größere Stadt in Vietnam, laut. Auch hier immer schön die Äuglein auf als Verkehrsteilnehmer. Es ist ist tatsächlich für mich jedes Mal wieder unfassbar zu sehen, wie es möglich ist, hier auf der Straße zu überleben. Aber das System funktioniert. Es ist wie eine Welle, die sich immer wieder neu aufbaut und ausläuft. Alle fahren gleichzeitig und am Ende biegen alle in unterschiedliche Richtungen ab. Die Vietnamesen ( und fast alle Asiaten) haben ein von Kindesbeinen an, eingebautes Radarsystem. Sie ahnen jeden Schritt eines Fußgängers oder anderen Verkehrsteilnehmers im Voraus. Instinktiv. Das einzige worauf sie aufpassen müssen, sind die Ausländer. Denn wir neigen dazu, vor Schreck stehen zu bleiben oder womöglich einen Schritt zurück zu gehen. Es sei hier jedem Reisenden ans Herz gelegt, wenn du dich entscheidest loszugehen oder zu fahren, dann tu es. Bleib nicht stehen, weiche evtl. kurz aus und mache vor allen Dingen NIEMALS einen Schritt zurück. Wenn du unsicher bist, hefte dich direkt an die Fersen Einheimischer. Da wir nun schon seit 2 Wochen in Vietnam sind, haben wir uns zügig darauf eingestellt. Wir spazieren relativ entspannt durch Hanois Straßen. Wir wohnen zwischen der wunderbaren Altstadt udn dem French Quarter mit seinen zahlreichen Cafés à la française. Hanoi gefällt uns viel besser als Ho Chi Minh Stadt. Es wirkt irgendwie überschaubarer obwohl auch Hanoi um die 8 Millionen Einwohner hat. Die Hauptstadt Vietnams gehört zu den ältesten, noch bestehenden Städten Südostasiens. Die Stadt liegt inmitten einer der Reiskammern des Landes am fruchtbaren Delta des Roten Flusses. Sie bietet eine wahnsinnig schöne Altstadt mit hervorragenden Museen, schöne Kolonialbauten und kleinen Gassen am Hoan-Kiem-See. Auf Grund ihrer Seen und grünen Innenstadt, wird Hanoi auch Stadt der Seen genannt. Zum wirtschaftlich aufstrebendem Saigon ist sie der quirlige, bunte Gegenpol. Wir sind halt Reisende und keine Banker.😃 Wir bemühen uns in 2 Tagen so viel wie möglich mitzunehmen und sind beide Tage von morgens bis abends unterwegs. Der Tag der Wahrheit ist am 18.01., der Tag an dem wir Vietnam verlassen müssen. Unser Visa läuft nun ab.

Gedanken & Fakten:

1.650km misst Vietnam von Kopf bis Fuß, in der Breite bis zu 500km und an der schmalsten Stelle 50km. Facettenreich ist es durch seine einzigartige Landschaft, der im Norden liegenden Karstfelsen und ein faszinierendes Flussdelta (Mekong-Delta) im Süden. Dazwischen liegen eine unglaubliche Natur & Kultur, Abenteuer und Highlights.

- Ehrlich... unser Herz haben wir nicht an Vietnam verloren..., dies vorweg ....

ABER: •⁠ ⁠Die 14 tägige Reise durch Vietnam, vom Süden in den Norden war sehr sportlich doch jeder einzelne Tag hat sich gelohnt. •⁠ ⁠Die Vietnamesen sind wahnsinnig freundlich, hilfsbereit, lächelnd, herzlich, warm, einfach zum Drücken.... von alt bis jung. •⁠ ⁠2 Wochen Vietnam reichen auf keinen Fall um dieses, in jeder Hinsicht spannende und interessante Land, zu erkunden. •⁠ ⁠Egg Coffee (Cà phê trúng) = Eigelb, süße Kondensmilch und Zucker werden im heißen Wasserbad (70 Grad) schaumig geschlagen. Espresso wird mit der Eimasse aufgefüllt, mega süß, lecker aber es ist eher ein Dessert für uns. •⁠ ⁠mein ein uns alles: Pho Bo/Vietnamesische Gemüse-Nudelsuppe mit oder ohne Huhn

Ich möchte hier kurz auf die Vergangenheit Vietnams zu sprechen kommen. Dies ist kein politischer Block aber es ist mir wichtig, dass was mich dazu bewegt hier auszudrücken.

Im 2ten Weltkrieg besetzte Japan, Vietnam. Von 1945-1954 versuchte Frankreich im Indochinakrieg vergebens seine Kolonialmacht wieder herzustellen, was die neu gegründete Viet Minh, dessen Anführer Ho Chi Minh war, zu verhindern wusste. Ho Chi Minh war ein Revolutionär und kommunistischer Politiker, für seine Integrität und Bescheidenheit bekannt. Er wird bis heute als Nationalheld mit seinem Nickname Uncle Ho verehrt. (Ho Chi Minh war übrigens nur einer von vielen Decknamen, da er viele Jahre im Untergrund arbeitete). 1949 stellte sich China auf die kommunistische Seite Vietnams, dem Norden, während militärische Berater bereits den Süden Vietnams berieten. Somit wurde das Land gespalten. 1964 begann einer der schlimmsten und wahnsinnigsten Kriege unserer Zeit. Ich möchte hier nicht so tief graben aber nach dem Museumsbesuch in Da Nang war mir speiübel. Bis zum heutigen Tag und in 4ter Generation dieses Volkes werden missgebildete Kinder geboren. Grund dafür ist das im Vietnamkrieg versprühte Pestizid und Gift, Agent Orange. 1976 wurde Vietnam unter kommunistischer Führung wieder vereint und hat seitdem viele Facetten. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung scheint sehr zukunftsorientiert, während politische und bürgerliche Grundrechte, wie Meinungsfreiheit, Versammlungsrecht, etc. nur sehr eingeschränkt ausgeübt werden können.

In Regionen dieses Landes, wie auf der Insel Cat Ba, werden wir überraschend morgens um 06 Uhr von Lautsprecherdurchsagen geweckt. Als wir nachfragen, wird uns erklärt, dass dies der morgendliche Weckruf der Bevölkerung sei, ausgerufen vom Government. Sie werden gebeten nun aufzustehen und den Tag zu beginnen, anschließend folgt ein Volkslied. Für uns unvorstellbar und wir benötigen einen Augenblick um die tieferliegende Bedeutung zu begreifen. In der sozialistischen Republik Vietnam gibt es genau eine kommunistische Partei, die Staat und Bevölkerung kontrollieren.

Hanoi Halong-Bucht Hội An Mekong-Delta
06
2017 · 5 Wochen Thailand

Thailand

Land des Lächelns – und des besten Essens der Welt.

Am 30.11.22 geht unser Flug von Mauritius nach Bangkok. Es ist ein Übernachtflug mit Zwischenstopp auf der Insel Réunion, um 07:00h am frühen Morgen landen wir in Bangkok. Die Stadt erwacht und schon die Fahrt mit dem Taxi zu unserem Guesthouse zeigt, dass ich eine ganz andere Vorstellung von dieser Stadt hatte. Voll, laut, Smog, in Dauerschleife hupende Verkehrsteilnehmer...also eigentlich so, wie ich Asien schon erlebt habe. Nicht so Bangkok. Es ist ruhig, entspannt, entschleunigt, fast leise....wir sind überrascht. Die übliche Hektik einer Großstadt ist hier nicht spürbar. Wir biegen von der Main Road in eine Seitenstraße ab und ... Stille... obwohl unser Guesthouse zentral in der Altstadt an einem Kanal und einem Pier liegt, den wir in den nächsten Tagen oft für unsere Trips auf den Kanalbooten durch die Wasserstraßen Bangkoks nutzen werden. Bangkok, das Venedig Asiens.

Gegenüber unseres Guesthouses, das übrigens ganz entzückend ist, liegt eine große Tempelanlage und ein großer Blumen-Markt, wechselt man dann die Kanalseite öffnet sich ein großer Fisch- und Gemüsemarkt. Unser Ausblick aus dem Zimmer ist fantastisch. Wir fühlen uns sofort wohl und haben große Lust die Gegend zu erkunden. Wir schlendern über den Markt, trinken Kaffee am Pier, dazu gibt es eine Riesenportion Obst. Sehr erfrischend. Wir beobachten das Treiben auf dem Kanal, der voller Fische und Wasserschlangen ist. Auch kleine Krokodile bekommen wir in den nächsten Tagen zu sehen. Reinfallen möchte man hier nicht.😧

Alles wirkt gemütlich. Wir saugen die Stadt in uns auf und lassen sie wirken.

Am Abend und nach einem Nachmittagsschläfchen in unserem geschmackvoll eingerichtetem Zimmer, einem Pläuschchen mit Phil unserem Host, begeben wir uns auf einen in der Nähe gelegenen Nachtmarkt, den Khao San Markt, die in Bangkok sehr häufig und verbreitet sind. Die Tagesmärkte schließen dann und auf den Nachtmärkten, wechseln sich Streetfoodmeilen, Klamottenstände, Bars, Restaurants und Live-Bands ab. Von Rock bis Blues ist alles dabei. Es herrscht reges Treiben.

Wir futtern uns an den Streetfood Ständen mit Leckereien wie Pad Thai Nudeln, gebratenem Chicken, frischem Fisch und Pfannkuchen durch. In einer Bar lassen wir uns jeder ein Singha Bier schmecken. Es ist malzig und leicht. Wir beenden den Tag, satt und müde fallen wir in unser Bett.

In den nächsten 3 Tagen, bestaunen wir eine der größten Tempelanlagen in Bangkok, den Grand Palace. Wir könnten hier Monate nur Tempel besuchen und würden nicht fertig werden, also konzentrieren wir uns auf den für uns Interessantesten und verbringen den ganzen Tag dort. Die unterschiedlichen kleinen bis großen Tempel glitzern prächtig. Alles ist mit Mosaiksteinchen, Jade, Blattgold und Perlmutt verziert.

Wir besuchen The Artist House, eine Künstlergemeinde im noch urtümlichen Bangkok, liegend an kleinen entzückenden Wasserkanälen mit überhängenden bunten Blumen, Pflanzen und bunten Häuschen. Bemerkenswert wie kreativ die Community hier unterwegs ist. Ich erwerbe ein wunderschönes, handgefertigtes Armband, Lutz würde gern eines der handgemalten Bilder mitnehmen aber wir sind durch unsere Rucksäcke mit dem Gepäck limitiert.

Den großen Kanal befahren wir bis zur Endstation und wieder zurück, denn Bangkok vom Wasser aus zu erleben ist glanzvoll. Das Verkehrsnetz in Bangkok ist sehr übersichtlich, von Bussen über Metro und Sky Train, Taxen und Tuk Tuks ist alles dabei. Die Tuk Tuks sind hier im Gegensatz zu den anderen Verkehrsmitteln sehr viel teurer. Am Günstigsten ist der Bus mit ca. 0,40€ für 10 Haltestellen, gefolgt von Metro mit umgerechnet ca. 1,16€ für ein paar Stationen. Taxen liegen preislich bei ca. 2,50-3,00€ in der Innenstadt. Die Kosten für eine TUK TUK Fahrt in der Innenstadt belaufen sich auf ca. 40€ und ist immer mit Mogelei verbunden. Für Einheimische ist es natürlich viel günstiger. Taxen müssen mit Taxameter fahren, sollte man an ein Taxi ohne eingeschaltetes Taxameter geraten ist es unseriös und es empfiehlt sich sofort wieder auszusteigen. Haben wir so erlebt. Wir haben uns vor unserer Reise nach Bangkok dementsprechend informiert und waren vorbereitet.

Einen weiteren Nachtmarkt im nördlichen Bangkok machen wir unsicher und frönen auch hier der Essenslust, erfreuen uns auch hier an dem fröhlichen Treiben um uns herum. Auf dem Rückweg in unsere Unterkunft, kehren wir noch in eine Blues Bar mit Live Musik, exzellente Musiker. Europäer, respektive Kanadier und Engländer begegnen uns hier. Wir haben einen wunderbaren, tropischen Abend.🍹

Unsere Art des Reisens besteht darin, uns vor Ort unsere Reiseroute abzustecken, um möglichst flexibel zu bleiben, dennoch recherchiere ich im Vorwege, die Landesüblichkeiten. Mittlerweile bin ich dahingehend schon sehr routiniert, denn es gibt tausende von Reiseblogseiten aber die zu erkennen, die herausstellen, was für uns wichtig ist, nämlich eher abseits der ausgetretenen, üblichen touristischen Pfade und Sehenswürdigkeiten unterwegs zu sein, sind sehr viel seltener. Reisen ist Arbeit, von der Recherche über die Planung und Organisation benötigt es Zeit, die man ja aber mit Reisen verbringen möchte, somit habe ich gelernt, mich bei der Recherche auf Wesentliches (z.B. Europäer, die eine Zeitlang im Land gelebt haben) zu konzentrieren.

Den Blog schreibe ich gerade im Bus auf dem Weg in den Nordwesten Thailands, nahe der Grenze zu Myanmar. Dort ist Sangkhlaburi unser nächster Anlaufpunkt. Wir haben ca. 7 Stunden Fahrt vor uns, sind um 05h aufgestanden, um den Bus um 07h vom Nord Bus Terminal in Bangkok zu nehmen. Wir haben heute Morgen manuell und händisch die Fahrkarten besorgt, da für diese Bustour (Direktfahrt) keine Onlinebuchung möglich ist.

Thailands Nordwesten

Sangkhlaburi

Der Bus setzt uns mitten auf dem Markt in Sangkhlaburi ab. Nach 6,5 stündiger Fahrt trinken wir in einem kleinen Thai Café einen Kaffee und machen uns mit unseren Rucksäcken bepackt auf unseren Weg zur Unterkunft, die wir vorher online gebucht haben. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen haben, gehen wir zurück in die Stadt, um rauszufinden wo wir einen Motorroller mieten können, da wir einige Sehenswürdigkeiten im Umkreis von 25km-30km erkunden möchten.

Mit den üblichen Händen, Füßen und Google Übersetzungen finden wir zügig heraus, was wir wissen möchten und landen im P. Guesthouse Resort, das super schön an einem riesigen Stausee liegt, einen traumhaften Ausblick hat und Motorroller vermietet. Wir verweilen ob der Aussicht dort noch ein Weilchen, der Chef vom Dienst bietet uns an, wir können jederzeit zum Schwimmen vorbeischauen, Kanus hätte er auch zu vermieten und wenn wir uns Essen vom Markt holen, dürften wir auch auf der Terrasse mit dem Wahnsinnsausblick essen. Die Küche des Guesthouses hat momentan no service. So süß wie unsere Unterkunft ist, mit dem Guesthouse kann sie nicht mithalten und wir überlegen uns, dass wir zukünftig nur eine Nacht buchen und uns dann vor Ort nochmal genauer umschauen. In Thailand gibt es an jeder Ecke Unterkünfte, natürlich mit unterschiedlichen Preisniveaus und Standards.

Wir brausen mit dem Motorroller davon und erkunden als erstes die Gegend rund um die Saphan Mon Brücke, die mit zu einer der längsten Holzbrücken der Welt zählt, die händisch erbaut wurde. Sie wirkt relativ chaotisch mit Baumstämmen zusammengeschustert und darf nach mehrmaligen Einbrechens nur mehr zu Fuß überquert werden. Die Brücke ist ein traditioneller Handelsweg zwischen Thailand und den Bergvölkern Mon und Karen. Hier in den Bergvölkerdörfern kann man noch entzückende Bambushütten bestaunen. In den 4 Tagen, die wir hier verbringen, genießen wir eine wunderbare, gemütliche, ruhige, die Stimmung, die vor allen Dingen am Abend sehr besonders ist. Überall brennen kleine Lichter, die Menschen sitzen in Gruppen zusammen an Tischen, um das typische thailändische Fondue gemeinsam einzunehmen, es wird sich angenehm leise unterhalten, das Leben findet draußen statt. Ausländischen Touristen wie uns wird man hier selten begegnen, es ist eher eine Ecke der Locals und wird von thailändischen Touristen gut besucht. Einer der Gründe warum wir hier sind. In den nächsten Tagen besuchen wir den Wat Wang Wirekam Tempel, der Erbauer Phara Uttama, mittlerweile verstorben, wurde gleichermaßen von thailändischen Buddhisten, Burmesen und den Bergvölkern verehrt. Des Weiteren fahren wir zum Drei Pegoden Pass, der die heutige Grenze zu Myanmar beschreibt. Die Grenze darf nur mit einem Tagesvisum überquert werden, allerdings ist das für Ausländer nur selten erlaubt. Die 3 kleinen Pagoden dienen als Mahnmal und erinnern an die thai-burmesische Kriegsvergangenheit zur Ayutthaya Epoche. Das damalige Siam wurde häufig von Burmesen besetzt, überfallen und letztlich wurde dann auch die siamesische Hauptstadt Ayutthaya zerstört.

10km vom Pagoden Pass entfernt befindet sich der Takian Thong Wasserfall, der als absoluter Geheimtipp gilt und auf unserem Weg durch den Dschungel zum Wasserfall, sind und bleiben wir die einzigen Wanderer.

An unserem letzten Tag mieten wir uns ein 2er Kajak und machen uns auf den Weg zur versunkenen Tempelstadt. Einst wurden am Zusammenfluss, 3er kleinerer Flüsse eine Tempelanlage mit dazugehörigen Pavillons erbaut. 1984 wurden diese, nach Neuerbauung des Tempels auf einer in der Nähe liegenden Anhöhe und der Erbauung eines Damms von den Elektrizitätswerken geflutet. Man kann heute noch die aus dem Wasser ragenden Ruinen per Boot besichtigen und in der Trockenzeit zwischen März und Juni, erscheint fast die gesamte Unterwasserstadt an der Oberfläche. Wir gondeln zwischen den Ruinen herum und erfreuen uns an dieser alten heiligen Stätte.

Thailands Norden

Chiang Mai (Rose des Nordens)

Am 09.12. fahren wir mit einem Mini Bus zurück nach Kanchanaburi, um von dort den Zug nach Bangkok zu nehmen. Es gibt leider keine Verbindung der öffentlichen Verkehrsmittel vom Westen in den Norden. Wir sind von morgens 10h bis ca. 19h unterwegs. Ein Zimmer in Bangkok buchen wir von unterwegs in der Nähe des Bahnhofs/Norden Bangkok. Der Plan ist am Samstag oder spätestens am Sonntag morgens den Zug von Bangkok nach Chiang Mai in den Norden zu nehmen. Er fährt 1 x täglich, ansonsten nur nachts. So sehr wir uns bemühen, es sind weder Tickets online, noch am Bahnhof zu bekommen. Der Zug ist an beiden Tagen ausgebucht. Nicht zu fassen aber nicht zu ändern. Schweren Herzens buchen wir einen Flug für Sonntag nach Chiang Mai, wir sind dann zwar nur 1 Stunde unterwegs aber wir sehen eben nichts auf der Strecke, außerdem hatte ich mich sehr auf diese Zugfahrt gefreut. Es soll nicht sein.

Wir kommen mittags in Chiang Mai an, haben somit noch den halben Tag für Erkundungen und das Mieten eines Motorollers. Außerdem nehmen wir natürlich das Highlight der Woche mit. Sonntag abends ist Nachtmarkt in der Altstadt und das direkt vor unserer Unterkunft. Liebe Güte, wir futtern was das Zeug hält, denn hier gibt es die typisch nordischen Thaispezialitäten.

Chiang Mia ist die größte Stadt im Norden Thailands. Die Stadt wird auch liebevoll als die "Rose des Nordens" bezeichnet, nicht nur auf Grund der schönen Lage, umgeben von Bergen ist sie auch das Zentrum des alten Lanna Königreichs und für ihr außergewöhnliches Kunsthandwerk bekannt. Die historische Altstadt in der wir auch unsere Unterkunft gebucht haben, ist von einem Graben und einer Stadtmauer umgeben, 4 Tore führen zur Altstadt und allein hier gibt 30 Tempel. Ich glaube in der ganzen Region stehen um die 200 Tempel, einer prunkvoller als der andere. Das Klima und die Natur hier oben haben eine Menge zu bieten, unter anderem natürlich auch den ein oder anderen Dschungel Trail zu zahlreichen Wasserfällen. Wir konzentrieren uns hier auf Empfehlungen anderer Reisender, die eher so wie wir, an untouristischen Sehenswürdigkeiten interessiert sind.

Am nächsten Tag düsen wir mit dem Motorroller durch Chiang Mai, die Stadt ist riesig und wir benötigen in jede Richtung, 1 Stunde aus der Stadt hinaus. Wir haben uns für diesen Tag für den unterirdischen Waldtempel Umong und ein Schutz- und Rettungscamp für Elefanten entschieden.

Der Wat Umong ist kein pompöser Tempel, eher ein Idyll im schattigen Wald mit überwachsenen Buddha-Köpfen und einer bewucherten Stupa. Ein Teil des Tempels liegt unter der Erde. Die Natur steht hier eindeutig im Vordergrund, es gibt viel Wald, Mönche, Hunde, Hühner und Truthähne. Die dazugehörige Parkanlage bietet einen großen See mit solarbetriebenen Wasserrädern. Im Wasser tummeln sich Schildkröten und Riesen Karpfen. Nachdem wir auf den Pfaden Buddhas gewandelt sind, freuen wir uns auf den Badespaß mit den Elefanten. Wir wissen noch nicht was uns erwartet aber wir haben so unsere Vorstellungen.

Der Lanna Kingdom Elephant Santuary beherbergt 5 Elefanten, die zu einem Rettungsprogramm gehören. Sie haben eine unschöne Vergangenheit und wurden aus Touristen-Attraktionsparks und Shows geholt. Dort wurden sie unter Anwendung von Gewalt dressiert. Es gibt mittlerweile einige dieser Schutzcamps in Thailand.

Jeder hat die Möglichkeit, gegen eine Spende, denn die Schutzcamps werde u.a. durch Sponsoring finanziert, einen halben Tag mit den Elefanten zu verbringen. Du erfährst in Vorträgen etwas zum Schutzprogramm, du darfst die Elefanten füttern, mit ihnen baden und spazieren gehen. Es sind immer 2 Pfleger anwesend, die mit einfachen verbalen Anweisungen für einen harmonischen Ablauf sorgen. Den größten Spaß haben wir beim Schlammbaden. man muss sich allerdings ein wenig vorsehen, denn die Elefanten haben mindestens genauso viel Spaß daran, sich im Schlamm zu wälzen. Außerdem lieben Elefanten Bananen, sobald sie dich mit einem Korb sehen, stupsen sie dich um Aufmerksamkeit heischend mit ihren Rüsseln von allen Seiten an. Großartige Tiere!😍 Glücklich und erschöpft vom Toben mit den sanften Riesen, bekommen wir noch Snacks und leckeres Pad Thai serviert. Wie toll! Damit haben wir gar nicht gerechnet.

Den darauffolgenden halben Tag verbringen wir auf der Polizeistation.😧...das war natürlich nicht der Plan, eigentlich wollten wir früh los zum Doi Suthep Nationalpark, vor den Toren Chiang Mai´s, um dort das ein und andere Naturhighlight zu erforschen. Als wir vom frühstücken kommen, sehen wir schon von weitem, dass unser Motorroller einen Strafzettel hat und zusätzlich mit einer Kette verschlossen ist. Na super, wir stehen im Parkverbot, dass durch eine rotblaue Linie am Fußweg markiert ist, hat natürlich keiner von uns gesehen, da uns diese Art des Parkverbots unbekannt ist....Lutz hat Glück, ein Mitarbeiter unserer Unterkunft kümmert sich umgehend, telefoniert und fährt Lutz zur nächsten Polizeistation, um den Roller für umgerechnet 13€ auszulösen. Es kostet uns ca. 1, 5 Stunden. Um die Mittagszeit kommen wir endlich los. Wir sind ca. 45 Minuten unterwegs, als uns kurz vor Stadtausgang die Polizei anhält. Allgemeine Verkehrskontrolle. Führerschein und Passport bitte. Lutz zeigt eine Farbkopie seines Führerscheins und seinen Ausweis. Der Kollege weist uns darauf hin, dass Ausländer in Thailand nur mit einem internationalen Führerschein fahren dürfen. Er verpasst uns ein Ticket im Wert von ca. 14€, dass wir bis 17h bei derselben Polizeistation bezahlen müssen, bei der Lutz bereits am Vormittag war. Entnervt machen wir uns auf einen halbstündigen Weg zurück und verlieren eine weitere Stunde. Es gibt so Tage..............🙄 Gegen 14.30h sind wir dann endlich im Nationalpark. Unsere Tour habe ich mittlerweile auf 3 Stunden eingekürzt. Für den Trail benötigen wir ca. 2,5 Stunden, nur längere Aufenthalte an den Wasserfällen können wir uns nicht erlauben, da wir vor Sonnenuntergang zurück sein müssen. Und tatsächlich wird es zeitlich sehr knapp aber wir schaffen es rechtzeitig zur Dämmerung durch den Dschungel zurück. Da wir das Tempo relativ hoch halten müssen, sind wir beide ziemlich k.o.. Wir lassen den Tag in einem gemütlichen kleinen Restaurant bei uns die Ecke in der Altstadt ausklingen und gönnen uns anschließend noch eine Fußmassage.

Eine sehr große Besonderheit für uns in Thailand. An jeder Ecke kann man spontan unterschiedliche Massagen buchen und das den thailändischen Preisen angepasst für ca. 10€-20€. Dazu, wenn man mag, auch Pedi- und Maniküre.

Der Tag danach beginnt für uns sehr viel entspannter. Wir gehen in ein Thai Café um die Ecke, anschließend schwingen wir uns auf den Roller und brausen ca. 45 min in südlicher Richtung zum Tempel Wat Pa Dara Phirom, der ein absoluter Geheimtipp ist. Wir werden nicht enttäuscht, es ist die schönste Tempelanlage die wir bisher gesehen haben. Sie besteht aus mehreren Gebäuden, die alle sehr exotisch und glanzvoll sind. Es gibt unterschiedliche Buddhas und Skulpturen. Mönche sehen wir hier nicht, sie haben sich wohl zurückgezogen, sind in der Meditation oder im Retreat. Dafür gibt es hier auch so gut wie kaum Touristen. Eine tolle Empfehlung wie wir finden. 2 Stunden nehmen wir uns Zeit, genießen die Stille und Aura dieses Ortes. Danach fahren wir weiter zum Mae Sa Wasserfall, der sich wunderschön angelegt über mehrere Cascaden, einen Dschungelhang hochwindet. Ein wunderbarer Trail an dessen Ende wir auf den sonnenbeschienenen Felsen, ein kleines Nachmittagsschläfchen einlegen.

Morgen bringen wir den Motorroller zurück und holen uns unser Mietauto ab, dass wir für die nächsten 6 Tage für unsere Weiterreise in den tiefen Norden benötigen, um flexibel und unabhängig von Tourenanbietern zu bleiben.

Chiang Dao

Ich freu mich, endlich kann ich mal wieder Autofahren! Aufgepasst .....in Thailand ist Linksverkehr aber kein Problem, innerhalb von 3 Minuten habe ich mich angepasst. Los geht es in das kleine aber feine und charmante Städtchen Chiang Dao, Country Side in den Bergen, ca. 1,5 Stunden Autofahrt weiter in den Norden.

Wir erkunden die spannenden Höhlen in Chiang Dao. Die ersten beiden Höhlen sind beleuchtet und man kann sie alleine erkunden. Es gibt aber noch weitere Höhlen, tiefer im Berginneren für die man sich einen Guide vor Ort nimmt, der dann auch eine Lampe dabei hat, was sich als äußerst wichtig herauskristallisiert, denn es ist tiefschwarze Nacht in den Höhlen. Wir klettern aufmerksam herum, teilweise sind die Höhleneingänge so klein, dass wir hindurch krabbeln müssen. Die Dame die uns führt kommt aus der Bergregion um Chiang Dao und macht das Führen von Touristen ehrenamtlich. Wir entdecken große Stalagmiten und Stalaktiten und viele andere faszinierenden Gebilde.

Chiang Dao ist nach dem Trubel in Chiang Mai eine echte Erholung und wir fühlen uns auch in unserer Unterkunft, einem Resort, dass Bungalows aus Teakholz vermietet und das typische Thai-Haus präsentiert, sehr wohl. Ganz entzückend ist auch der Garten in abendlicher Stimmung.

Am nächsten Tag leiht uns der Resortleiter, 2 seiner Mountainbikes aus eigenem Bestand. Zwischendurch haben wir noch unseren Nachbarn Geoff kennengelernt, gebürtiger Australier, in den USA lebend und 8 Monate im Jahr mit seinem Touren-Fahrrad on tour. immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Menschen reisen und was für Geschichten dahinter stehen. Wir laden Geoff ein uns auf unserer Mountainbike Tour zu begleiten und wir haben einen total schönen und abenteuerlichen Tag zu dritt. Die Räder bringen uns in ungeahnte Berggegenden, wir lernen einen Mönch kennen, der uns über eine Buddha-Baustelle führt, an der seit 10 Jahren gebaut wird und das Ende unserer Tour aalen wir uns in den heißen Quellen am Fluss in einem Wald, die eher bei den Locals bekannt sind. Traumhaft.

Am Abend probieren wir in dem kleinen charmanten Dörfchen, endlich den Hot Pot, mit dem wir so lange geliebäugelt haben. Das thailändische Hot Pot ist eine Variante des asiatischen Fondues. Der Feuertopf besteht aus einem großen Suppentopf mit integrierter Grillfläche in der Mitte des Topfes. Die Grillfläche wird mit Holzkohle beheizt. Frisches Gemüse wird in die köchelnde Brühe gegeben, während zeitgleich Fleisch und Fisch in der Mitte gegrillt wird. Mega lecker und gemütlich, denn wir sitzen ca. 2 Stunden zusammen und genießen dieses traditionelle Essen zwischen den Einheimischen.

Das Goldene Dreieck

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Geoff und den Mitarbeitern des Resorts und setzen unsere Reise in den Norden fort. Unterwegs halten wir an unterschiedlichen Aussichtspunkten in den Bergen, trinken einen Oolong Tee auf einer Teeplantage und buchen uns in einen kleinen Bauernhof zwischen den Reisfeldern an einem kleinen Fluss ein. Der Weg dorthin ist abenteuerlich und führt uns durch kleine Gassen in einem winzigen Örtchen. Unser Zimmer ist einfach, schlicht aber detailliert liebevoll eingerichtet. Das ganze Farmstay fühlt sich an wie Zuhause. Am nächsten Morgen brühen wir uns einen selbst angebauten Kaffee am Tresen im Garten auf, klönen mit einer norwegischen Studentin, die mit ihrem Freund für die Festtage aus dem Süden Thailands hier hoch gekommen ist, um dem trubeligen Inselleben ein wenig zu entfliehen. Wie sich rausstellt, leben beide schon einige Zeit in Thailand. Er ist digitaler Nomade, sie studiert online an einer Osloer Universität. Wir unterhalten uns so angeregt, dass wir vergessen uns vorzustellen und wir abreisen ohne ihre Namen zu kennen. 🤓

Wir unternehmen noch einen Spaziergang durch die Reisfelder, genießen den Blick auf die Berge und freuen auf das "Goldene Dreieck" Myanmar, Laos und Thailand, am Mekong River, dass wir als nächstes Ziel ansteuern. Viele von euch werden schon davon gehört haben, denn das Golden Triangle war viele Jahre, der Opium Handelsweg zwischen den 3 Ländern. Das Opium wurde von den Bauern in den Bergen angebaut. Die Bergvölker sind unter dem Namen Hill Tribes bekannt und bestehen aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen, die in den Hochgebirgen Nord-und Westthailands ansässig sind. In den 70ziger Jahren wurden sie unter dem Verdacht des Kommunismus verfolgt, heutzutage werden ihre Dörfer von Tourenanbietern benutzt, um Touristen ihre Lebensart nahe zu bringen. Wir besuchen das Opium Museum und dessen Geschichte.

Geoff hat uns eine tolle Hotelempfehlung in Chiang Kong, direkt am Mekong Fluss gegeben, ein bisschen exklusiver als unsere bisherigen, eher simplen Unterkünfte aber auch das darf mal sein. Mit Pool, es wird sich jedoch herausstellen, dass wir ihn nicht nutzen, da es einfach zu kühl ist. Die Temperaturen gehen hier nachts bis auf 10 Grad runter und am Tag sind es angenehme 20 Grad. Der Ausblick ist jedoch sensationell.

Nachdem wir bis spät in der Nacht das Endspiel der WM 2022, Argentinien gegen Frankreich schauen, schlafen wir heute länger und müssen uns beeilen, dass wir noch Frühstück bekommen. 😁... was für ein Luxus, sonst suchen wir uns in der Regel, kleine Cafés im Umkreis unserer Unterkünfte, was auch sehr nett ist und wir so schon wirklich süße Lokalitäten entdeckt haben. Gemütlich machen wir uns auf den Weg in einen nächstliegenden Nationalpark, umrunden zur Hälfte einen Stausee, in einem gefühlt mitteleuropäischem Wald. Dschungel-Feeling kommt hier nicht auf, das Klima ist eher untropisch. Am Ende landen wir auf einer Kautschuk-Plantage und ich füttere die Babyhunde mit Bananen. 😍

Auf dem Rückweg zum Hotel schauen wir uns noch einen Tempel an, der direkt oberhalb des Mekongs auf einem Hügel liegt und uns mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Wir haben das Vergnügen, Einheimische bei einem traditionellen, buddhistischem Ritual zur Segnung direkt am Fluss zu beobachten.

Unsere Zeit im Norden neigt sich dem Ende. Auf dem Rückweg nach Chiang Mai, von wo aus unser Flug nach Phuket am 21.12.2022 gehen wird, besuchen wir noch einen meiner Herzenswünsche, den weißen Tempel. Der ist so außergewöhnlich, dass ich vor Schönheit nicht weiß wohin. Man fühlt sich wie in einem Märchen von Walt Disneys Eisprinzessin. Ein traumhafter Palast in weiß mit silbern glitzernden Elementen. Ich habe richtig weiche Knie, stamme ich doch direkt von den Elstern ab. 😉...ich liebe alles was glitzert, ein Übertragung meiner Großmutter mütterlicherseits. 😍

Ich gehe auf die Toilette aus Gold und fühle mich...hach...ich werde in diesem Leben nicht mehr erleuchtet, hänge ich doch zu sehr an weltlichen Dingen. 📿

Wir folgen in Chiang Mai noch einer Restaurantempfehlung einer Reisebekanntschaft und sind begeistert. Am nächsten Morgen fliegen wir nach Phuket in den Süden Thailands. Auf der Insel Kho Yao Yai werden wir unsere Weihnachtstage 2022 verbringen.

Thailands Süden

Kho Yao Yai

Wir landen am 21.12.22 in Phuket. Von dort geht es weiter mit dem Boot auf die Insel Kho Yao Yai, wo wir uns in einem Strand Resort über die Weihnachtstage eingebucht haben. Traumhaft schön am Strand gelegen, in kleinen typischen Thaihäuschen ist die Anlage ruhig und gemütlich/urig in Teakholz gestaltet. Nachdem wir uns am ersten Tag mit Baden & Sonnen am Strand und Pool vergnügt und einen ersten langen Strandspaziergang gemacht haben, mieten wir uns einen Motorroller in der Anlage und erkunden die Insel. Schade, dass es keine Fahrräder gibt. Fahrräder bekommt man in den großen Städten oder touristischen Orten aber es ist in Thailand eher üblich Motorroller zu mieten. Die Insel ist klein und und eher untouristisch. Wer hierher kommt, der möchte eher abseits, entspannt und ruhig Urlaub machen. Ich denke in 1,5 Stunden kann man die Insel gemütlich umrunden. Wir fahren mal hier und da in abgeschiedene Feld- oder Waldwege hinein, kommen an einsame Mini-Strände, erwandern Kautschukwälder, die in Thailand äußerst zahlreich vorhanden sind. Es verstärkt sich der Eindruck, durch einen mitteleuropäischen Wald zu spazieren, es ist so gar nicht wie im Dschungel.

Kurz am Rande sei erwähnt, dass Naturkautschuk auf Grund seiner hohen Resistenz weltweit sehr beliebt und für Thailand und Indonesien eine der wichtigsten Einnahmequellen ist. Um Kautschukwälder anzubauen, müssen hier Naturwälder weichen, was natürlich große ökologische Herausforderungen mit sich bringt.

Am 23.12. stoßen unsere Freunde mit denen wir bereits auf Mauritius waren zu uns auf die Insel. Wir wollen Weihnachten gemeinsam verbringen, Ich schreibe hier extra nicht zelebrieren, denn weihnachtliche Stimmung in den Tropen kommt eher nicht auf. Finde ich auch nicht weiter tragisch, denn die Familie und Lieben sind ja eh weit weg. Wir genießen ein wunderschönes Weihnachtsdinner am Strand mit anderen Europäern. Wobei wir herausfinden, die eine Gruppe sind Belgier, die anderen Deutsche. Alle weiteren Gäste, wie Engländer, Russen und Amerikaner, feiern Weihnachten erst am 25.12. Lustig, denn so feiern wir 2 x Weihnachten. Dieses mal mit Weihnachtsmusik, denn der Heilige Abend ist auf dieser von 90% muslimisch geprägten Insel nicht bekannt.

Weihnachten mal anders, wir freuen uns.

Khao Lak

Am 2ten Weihnachtstag verabschieden wir uns von unseren Freunden, sie wollen ein paar Tage in Phuket verbringen, bevor sie sich auf in den Norden Thailands machen, wir wollen nun den Südwesten Thailands mit seinen gigantischen Regenwäldern erobern. Khao Lak ist aber nicht nur bekannt wegen der üppigen Natur drumherum, sondern auch für die wunderschönen Sandstrände mit türkisblauem Wasser. Wir haben uns über Arbnb ein Thaihaus einer thailändischen Familie gebucht, abseits des touristischen Zentrums von Khao Lak, am Dschungelrand. Es ist ruhig, ausschließlich Dschungellärm von uns vermeintlich unbekannten Tieren, am Morgen krakeelen die Papageien in den Palmen vorm Haus, das unglaublich beeindruckend und wunderschön gebaut ist mit seinen Schnitzereien. Es bedarf eines großen Aufwandes, diese aus Teakholz gebauten Häuser in Stand zu halten, vor allen Dingen die Holzwürmer fernzuhalten. Einer der Gründe, warum es gerade in den Städten, nicht mehr so viele gibt. Auf den Inseln ist der Baustil noch traditioneller.

Das Zentrum von Khao Lak ist mit Touristen gepflastert, viele Deutsche und Franzosen, die hier über die Weihnachts- und Neujahrszeit Urlaub machen. Tatsächlich ein wenig zu verstehen, denn die Resorts sind äußerst ansprechend, im traditionellen Stil erbaut, keine hässlichen großen Hotelanlagen und viele kleine thailändische Spezialitäten Restaurants und kleine Bars, die sich abwechseln. Zudem ist Thailand zu vielen anderen Ländern dieser Welt relativ günstig, gerade für Familien. Uns reichen allerdings mal 2 - 3 Abende an solch belebten Orten.

Wir erwandern einen Dschungel-Trail und werden am Ende mit einem traumhaften, wenig besuchten Strand belohnt, da es sicher für einige ein wenig Mühe macht, dorthin zu gelangen. Toll für uns, wir toben durchs Wasser, entspannen und lesen nach unserer Tour.

Wir haben eine grandiose Gastgeberin, sie hat uns einen Motorroller vor die Tür gestellt, Mountainbikes ihrer Eltern besorgt und uns eine Inseltour gebucht. Sie bekommt als Thailänderin natürlich ganz andere Preise als wir. Wir sind ganz begeistert auch wenn das bedeutet, mal einen Tag mit anderen Urlaubern zu verbringen, das Angebot zu dem Similan-Inseln mit Schnorcheln, incl. Essen ist zu verlockend. Dort allein hinzukommen ist nicht nur teuer, sondern auch sehr aufwendig. Die Similan-Inseln sind eine aus 9 Inseln bestehende Gruppe in der Andamanensee vor der Provinz Phang Nga, wo wir uns gerade befinden.

So aber heute wollen wir in den Bergen eines Nationalparks Mountainbiken und einen Wasserfall, der sich über 5 Cascaden erstreckt, erkunden. Es ist 10 Uhr vorbei und ich muss mich noch fertig machen.....uuuuaaaaaah.

Ich bin müde, total k.o. aber glücklich....waren heute ca. 35km unterwegs mit 2 stündiger Kletterwanderung zum Wasserfall.

Morgens um 06:30h klingelt der Wecker....oh man, was für eine ungastliche Zeit aber wir müssen um 08h am Pier sein, um das Boot zu den Inseln zu nehmen und benötigen mit dem Motorroller ca. 30 Minuten bis zum Ableger.

Wir verbringen einen interessanten Tag auf den Inseln, mit Traumstränden und großartigem Schnorchel Gebiet, in dem sich alle bunten Fische dieser Welt tummeln, auch Nemo. die auch Nationalpark sind. Wir haben sogar eine Moräne und auch Delphine sehen können, die zufällig in der Gegend waren. An Land begegnet uns ein Waran. Die Inseln sind unbewohnt, aus diesem Grund findet man dort noch eine reichhaltige Flora und Fauna. Das Meer um die Inseln herum gilt zum Schnorcheln und Tauchen als eines der schönsten Reviere weltweit.

An unserem 2ten Tag in Khao Lak, haben wir u.a. das Tsunami Memorial Museum besucht. Ich möchte es den hier Lesenden nicht vorenthalten, viele werden sich noch an eine der größten Naturkatastrophen erinnern, den Tsunami am 26.12.2004.

Zusammengefasst, am 26.12.2004 um 08:00 Uhr Ortszeit in Thailand lösen 3 ineinander verhakende Ozeanplatten, ein unterseeisches Erdbeben vor Sumatra aus. Mit einer Stärke von 9,1 ist es das drittstärkste je aufgezeichnete Beben. Eine Reihe von verheerenden Tsunamis werden ausgelöst, jedoch nicht zeitgleich. Ca. 10:00 Uhr Ortszeit, also 3 Stunden nach dem Beben, treffen 2, 10 - 20m hohe Wellen die Küsten von Khao Lak und Phuket. Es sterben nicht nur sehr viele Einheimische, auch Europäer, die hier ihren Weihnachtsurlaub verbringen. Allein in Indonesien sterben rund 165.000 Menschen. In Sri Lanka, Thailand und Indien weitere Zehntausende Menschen. Etwa 2000 Ausländer verlieren ihr Leben in den Fluten, davon die Hälfte Deutsche und Schweden. Die heutige Zahl der Todesopfer wird auf ca. 230.00 Menschen geschätzt. 1,7 Millionen Küstenbewohner um den indischen Ozean werden obdachlos.

Die Bilder sind sehr einprägend und die Geschichte sehr einfühlsam erzählt. Wir benötigen ein paar Momente der Stille, die Bilder berühren sehr. Diese Katastrophe ist außergewöhnlich gut dokumentiert, da viele Urlauber eine Video-oder Digitalkamera dabei hatten.

Als ich mit meinem Sohn im Jahre 2007 Sri Lanka besuchte, waren wir u. a. an der Ostküste Sri Lankas, die mit am schlimmsten von dieser Katastrophe betroffen war und auch 3 Jahre später noch absolut verwüstet und nur bis zu einem bestimmten Punkt frei gegeben war, da es noch keinen Wiederaufbau der Straßen und der Gegend dort gab.

Ob so einer Katastrophe erinnere ich mich immer wieder daran, wie klein wir Menschlein doch sind. Es benötigt nur einen Moment für die Natur, uns alles verlieren zu lassen, was wir lieben und schätzen, das ist mir an diesen Tagen bewusster als an anderen Tagen. Ich bin froh über diese Tage.

Khao Sok Nationalpark & unser Silvester im Baumhaus

Unsere Gastgeberin hat uns einen Transfer nach Khao Sok in den Nationalpark und zu unserer nächsten Unterkunft organisiert. Wir werden sogar direkt vor Ort an unserem Häuschen abgeholt. Öffentliche Verkehrstransporte gibt es leider nicht, so wie im Norden Thailands, hier läuft alles über private Minivans und Sammeltaxen. Die sind allerdings relativ günstig. Für die Fahrt von knapp 60km bezahlen wir 1.500 Baht, umgerechnet ca. 40€. Local Transporte, wie Busse, Züge, etc., wie im Norden und in Bangkok, sind im Verhältnis natürlich weitaus günstiger. Am 30.12.2022 kommen wir in unserem Baumhaus Resort an, liegend an einem Fluss mit Blick in den Dschungel und die Berge. Traumhaft.

Es wimmelt von Mücken, es ist das 1te Mal, dass ich mich komplett einsprühen muss, seit wir auf Reisen sind. Ein praktisches Detail in Thailand ist übrigens, dass in jeder Lokalität auch das Mückenspray mit auf dem Tisch steht.

Unsere 1te Nacht und überhaupt das erste Mal in unserem Leben (vielleicht hat man es als Kind mal gemacht aber wir erinnern uns nicht) in einem Baumhaus. Wir schlafen super, vor allen Dingen aber auch wegen der nächtlichen Dschungelgeräusche. Vom Kreischen der Affen (Lemuren) über ohrenbetäubenden Lärm der Zikaden (Zirpen) bis hin zu lautem Gequake von Riesenfröschen ist alles dabei. Wir finden es toll und schlummern selig vor uns hin. Am nächsten Tag haben wir eine Tour gebucht, freundlichst und kompetent angepriesen von unserer Gastgeberin, die wiederum alles organisiert. Um 08h werden wir mit einem Sammeltaxi abgeholt und fahren mit 6 weiteren Interessierten aus unterschiedlichen Unterkünften, zu einer Tour in einem Longtailboot über den Cheow-Lan-Stausee. Ich muss dazu sagen, dass der Nationalpark aus folgenden Gründen sehr beliebt aber nicht überfüllt ist.

Der Khao Sok Nationalpark ist etwa 160 Millionen Jahre alt und damit einer der ältesten tropischen Regenwälder der Welt. Er umfasst eine Fläche von 739 Quadratkilometern und beherbergt zahlreiche Flora und Fauna im Süden Thailands. Noch heute werden neue Arten entdeckt, darunter wilde Elefanten, Sonnenbären, Makaken, Hirsche, Tiger, Nashornvögel, Eisvögel. Neben der atemberaubenden Regenwaldvegetation beherbergt Khao Sok majestätische Kalksteinformationen (bis zu 960 m), die von früheren Korallenriffen, Wasserfällen und dem einzigartigen Cheow-Lan-Stausee zeugen.

Zusätzlich zur Fahrt über den See, die atemberaubend ist, machen wir noch eine 1 stündige Dschungeltour, einen Besuch in den Pra Pai Petch Höhlen und können nach unserem Mittagessen auf dem See kajaken und baden. Der 31.12.2022 macht richtig Spaß und rundet das Ende dieses besonderen Jahres nochmal ganz toll ab. Dazu tragen auch unsere 6 Mitstreiter, eine bunte Mischung aus Pärchen & Singles, Holländern, Inder und Engländern, einschließlich unseres lustigen und informativen Thai Guide´s, bei. Am Silvesterabend gehen wir im Örtchen essen und ziehen uns dann auf die Terrasse in unser Baumhaus zurück, um das neue Jahr mit unserem mitgebrachten Sekt zu begehen. Wer denkt, dass es ein ruhiges Silvester wird, der irrt. Vor allen Dingen ich, in deren Vorstellung ein Baumhaus im Dschungel natürlich der perfekte Ort scheint, um Silvester so ruhig zu erleben wie nie zuvor (okay, außer zur Pandemie). Nein, nein, die meisten Thai´s feiern Silvester auch wenn sie Buddhisten oder Muslime sind. Durch das multikulturelle Miteinander in Thailand, werden hier auch alle Feste miteinander gefeiert. Mitgehangen, mitgefangen. Haha...aber hauptsächlich weil die Thai´s es lieben zu feiern. Was, ist eigentlich egal.😁

Am 22. Januar wird übrigens das Neujahrsfest nach gregorianischem Kalender stattfinden, das werden wir natürlich auch mit feiern. Dieses wird ebenfalls in weiten Teilen Asiens gefeiert und wir werden uns zu dieser Zeit in Indonesien auf der Insel Java befinden. Freude, Freude....😊

Zurück zum Silvesterabend. Es wird geböllert, geknallt, Raketen abgeschossen, man fragt sich, was die Tiere im Dschungel davon halten. So wie wir....😉

Den 1. Januar beginnen wir leicht angeschlagen aber schon in einem Baumhaus aufzuwachen, lässt einen jeden Schmerz vergessen. 💆‍♀️💆‍♂️ Auf geht´s zum Yoga, anschließend Frühstück am Fluss, wo sich die Einheimischen beim fröhlichen Neujahrsbad treffen. Und damit meine ich nicht Eisbaden. Es sind 30 Grad und das Wasser ist nicht viel kühler als ein Wannenbad. Gestärkt begeben wir uns in den Nationalpark auf einen knapp 7km Trail. Am Ende erwartet uns ein Wasserfall mit verschiedenen Badestellen. Beobachten können wir Lemuren, die sich von Baum zu Baum schwingen, für Fotos allerdings zu weit weg. Dann treffen wir noch auf Iris, eine Holländerin, die wir gestern auf unserer See Tour kennengelernt haben. Auch sie wirkt noch angeschlagen vom Silvesterabend, den sie in einer Bar verbrachte. Wir trinken zusammen frische Kokosnussmilch (das werde ich definitiv sowas von vermissen, wenn wieder in Deutschland, frisch aufgeschlagene Kokosnüsse), klönen noch ein bisschen, dann ziehen wir weiter. Es wird ein ruhiger Abend, wir gehen früh schlafen, k.o von unserer Wanderung.

Last but not least / Phuket

Am 02,01.2023 fahren wir nach Phuket, da wir von dort, am 05.01. den Flieger nach Vietnam nehmen. Phuket war eigentlich nicht eingeplant, zu touristisch, zu viel los aber da wir nun mal da sind, wollen wir auch was von der Insel sehen. Wir verstehen warum sie so touristisch ist, denn hier gibt es Traumstrände, eine tolle Nightlife Szene und eine sehr gute Infrastruktur. Viele junge Menschen zieht es hierher, vor allen Dingen in den Süden Phukets, nach Old Town Phuket, das tatsächlich entzückend ist. Zu den überlaufenen Stränden kann ich nicht viel sagen, außer das wir sie gemieden haben aber es gibt selbst in Phuket, im Nordwesten, wo wir uns aufhalten, Orte und Strände, die paradiesisch sind und nicht überlaufen sind. Wir mieten uns für die 3 Tage einen Motorroller, um die Ecke unseres Thai Hotels im traditionellen Stil, Gastgeber auch hier eine thailändische Familie. 15 min fußläufig liegt der Sirnat Nationalpark, den wir am 2ten Tag erkunden, nachdem wir die für uns in Frage kommenden Highlights der Insel am 1ten Tag in Phuket bis zum Süden erkundet haben. Dazu gehört Old Town Phuket, der große weiße Buddha und die Banana Beach.

An unserem letzten Abend in Thailand gehen wir am Abend nochmals zum Strand, wo wir 2 Himmelslaternen, auch Kong-Ming-Laterne genannt, ein Lampion in Leichtbauweise, der durch Erwärmung einer Feuerquelle in die Luft aufsteigt und dort verglüht. Wir verabschieden uns von denen, die uns nicht mehr begleiten, nehmen alle in Gedanken mit, die weiterhin an unserer Seite sind und sagen tschüss...Thailand. Wir hatten eine tolle Zeit hier, die wir nicht und unter keinen Umständen missen möchten.

Gedanken

Es gibt viele ältere Menschen (ab 35 aufwärts) in Thailand, die weder lesen noch schreiben können. Taxifahrer in Bangkok. Navigiert haben wir in der Regel selbst und uns mit Händen und Füßen verständigt, ob es nach rechts oder links abgeht.

Einer unserer Lieblingsorte war der erste Ort den wir in Thailand nach Bangkok besuchten. Sanghkla Buri im Nordwesten Thailands. Dort ist es so ursprünglich, gemütlich und einfach idyllisch. Kaum Touristen, es gibt unaufgeregt Wunderschönes zu sehen und zu erkunden.

Thai´s sind sehr zurückhaltend und freundlich, vor allen Dingen die Bergvölker.

In Thailand ist es gesetzeswidrig sich gegen den König auszusprechen. (Dieser lebt übrigens in München am Starnberger See) Ich habe mich genau mit einer Einheimischen darüber unterhalten (liegt auch daran, dass hier wenige Englisch sprechen), die uns erzählte, durch die Transparenz des Internets wird vieles sichtbar. Ich vermute in Thailand wird sich in den nächsten 10 Jahren einiges tun. Viele junge Menschen gehen inzwischen zur Schule, studieren und werden vieles von dem was die Monarchie vorgibt oder besser noch vorenthält, nicht mehr widerstandslos hinnehmen. Wir dürfen gespannt sein.

Thailand hat zusätzlich zum Festland noch mind. 200 Inseln, von denen nicht so viele bewohnt und noch weniger touristisch sind.

Das Essen hier würde ich meinen, ist mit das beste und dabei günstigste Essen der Welt, wenn man sich das Streetfood von Mutti gebraten an der Straße holt.

Einzigartig, die ganzen Nachtmärkte mit ihrem Spektakel. Von Süd bis Nord.

Bangkok ist eine großartig entspannte Großstadt, bunt und vielfältig. Gehört für mich auf jede Liste für Weltreise - Städtetouren.

Ich frage mich wie viele hier die Pandemie überstanden haben. Unglücklicherweise kann man sich aber dahingehend schlecht mit den Einheimischen verständigen.

Wir lieben die traditionelle Bauweise der Thai´s.

Ich habe fast alle Hunde und Katzen, die mir begegneten, geknuddelt.

Massagen, Maniküre und Pediküre gehören zu Thailand wie das tägliche Zähne putzen. Großartig!!!

Wir hatten unfassbar schöne und günstige Unterkünfte, so weltweit kaum möglich.

Warum sich die Intim-/Toilettenduschen nur in Asien durchgesetzt haben, wird mir ein unlösbares Rätsel bleiben. Die beste Erfindung, die es m. E. gibt. Ein absolutes Argument in Asien sesshaft zu werden oder Zuhause einzubauen. 🙏💯

Ich liebe das tropische Klima!!!!😍

Bangkok Chiang Mai Koh Tao Streetfood
07
2021 · 2 Wochen Mauritius

Mauritius

Die Insel, die nicht aufhört zu überraschen.

Am 10.11.2022 geht mein Flug über Wien nach Mauritius ans andere Ende der Welt. Zeitzone um Zeitzone arbeite ich mich vor. Ich habe 2 Tage in Hamburg mit der Familie verbracht, mein Rucksack umgepackt und dit & dat erledigt. Am Flughafen holt mich Lutz ab, wir schließen uns in die Arme und haben uns nach 6 Wochen, klar, viel zu berichten. Der erste Stopp zwischen Flughafen und der Unterkunft im Apartment in La Gaulette ist am Traumstrand St. Felix.

Ich entledige mich meiner Klamotten und springe ins türkisblaue, kristallklare, warme Wasser. Oh man, was für ein Kontrast innerhalb weniger Tage. Dann geht´s weiter zur Unterkunft, die sehr schön am Hang liegt mit einer tollen Aussicht auf den Berg Le Morne. Das Apartment in einer Villa ist sehr schön, luftig und gemütlich, es fehlt an nichts und hat sogar einen Pool. Dort treffe ich auch auf Sascha und Zhaoyang, unsere Freunde aus ursprünglich Hamburg, die seit dem 30.09.2002 mit Lutz auf Mauritius sind. Sascha ist wie Lutz begeisterter Windsurfer und langjähriger guter Freund. Wir freuen uns zu sehen und zu drücken. Wir brausen gemeinsam an den Surf Strand auf der Landzunge Le Morne, wo sich das Who´s who der Wassersportszene trifft. Es wird performed, die neuesten Techniken werden in Szene gesetzt, es ist sehr spannend alles zu beobachten und die Stimmung am Strand aufzusaugen. Wir haben unsere Bierchen mit am Strand und genießen den Sonnenuntergang am Strand. Es sind herrliche 25 Grad. Ich bin angenehm müde nach meiner letzten durchgeflogenen Nacht. Um 2:30 ist meine Nacht dann allerdings wieder zu Ende, Jetlag. Mein Körper hat 3 Tage zu tun, sich an die neue Zeitzone zu gewöhnen, dann schlafe ich wieder durch. An meinem ersten Tag auf Mauritius gehen wir gemeinsam den ersten Trail zu den 7 Cascaden (größere und kleinere Wasserfälle) und springen juchzend ins Wasser des ersten Wasserfalls. Auch die Aussicht in das dschungelhafte Hinterland ist entzückend. Großartig, dass die "Windsurfer" diesen Trail rausgesucht haben und sich ebenso an dem Trail erfreuen wie ich. 😍 Die erste Woche vergeht schnell mit Streifzügen durch die Gegend und am Strand.

Am heutigen Tag trennen wir uns, die Männer fahren zum Windsurfen an den Strand, Zhaoyang auf einen Markt in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius und ich entscheide mich auf Grund des halb bedeckten Himmels und der aus dem Grunde nicht so heißen Temperaturen, den Berg Le Morne Brabant zu besteigen. Ich habe meine festen Wanderschuhe in Deutschland zurückgelassen aber sehr gute Trail-Runner Schuhe dabei, leicht und flexibel biegsam. Kleiner Wermutstropfen, der Trail ist zumindest im ersten Teil stark von Europäern bewandert, im zweiten Teil, der sich fast senkrecht durch den Felsen nach oben windet, befinden sich zwar immer noch Kletterer aber gemäßigter. Dennoch ist es ungewohnt hier auf so viele Menschen zu treffen, nach meinen oft einsamen Trails in Neufundland/Kanada. Unter anderem findet hier auch kein herzlicher Austausch zwischen den Hikern statt, sowie ich es in Neufundland kennen und schätzen lernen durfte. Es wird eine spannende und kletterreiche Erfahrung, die richtig Spaß macht. Die Aussicht ist überwältigend.

Wissenswertes:

Die Republik und Insel Mauritius liegt mitten im Indischen Ozean, etwa 900 km östlich von Madagaskar. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Felsige Küsten und wunderschöne Strände prägen die Landschaft. Sie hat eine Größe von 2040km² und 1,29 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Port Louis. Die meisten Menschen stammen ursprünglich aus Indien, gefolgt von der Bevölkerungsgruppe, deren Vorfahren Sklaven aus Afrika und Madagaskar waren und die sich oftmals auch mit Europäern gemischt haben. Die Kreolen. Dazu kommen Chinesen und Franzosen, somit lebt hier ein buntes Völkergemisch. Die offizielle Amtssprache ist Englisch, die Umgangssprache Morisyen, eine Kreolsprache, die viele Wörter aus dem Französischen beinhaltet. Da der Großteil der Bewohner aus Indien stammt, sind viele Menschen Hindus, gefolgt von Christen und dem Islam in seiner sunnitischen Ausprägung. Auf Mauritius gibt es eine bunte Welt von Flora und Fauna. Heimisch sind hier neben Fledermäusen und Flughunden, auch Papageien und andere zahlreiche Vogelarten. Ausgestorben sind inzwischen der Dodo und der Mauritiuspapagei, der zu den größten Papageienarten der Welt zählte. Seekühe und Riesenschildkröten sind vom Aussterben bedroht und leben heute ausschließlich in Naturparks aber nur noch in geringer Zahl. Es ist mit eine der Lieblingsinseln (ganz vorn natürlich auch Hawai) von Windsurfern, Kitern, Wingfoilern &Wellenreitern mitten im wärmsten aller Meere, dem indischen Ozean. Hinreißende Strände, durch Korallenriffe geschützte Lagunen, türkisblaues Wasser und ein reizvolles Landschaftsbild. Im Süden der Insel liegt der erstklassige Windsurfspot Le Morne. Beim Wandern auf Mauritius locken Vulkanlandschaften, tropische Wälder und eine spannende Tierwelt.

Le Morne Brabant

Ein 556m hoher Berg im Südwesten der Insel. Am Fuße des Berges liegen Sandstrände aus Korallensand.

Wir haben uns in den letzten Tagen eine Thaimassage & Ölmassage im Apartment gegönnt. Ich habe eine Pediküre bekommen, die Füße wollen sich ja wohlfühlen und fein aussehen am Strand.😉Der Wind ist weg, somit ist sonnen, baden und mit dem SUP Board durch das türkisblaue Wasserpflügen angesagt. Einen weiteren Trail, der sich ca. 12km an der Küste auf den Sanneville Cliffs entlangwindet, erwandern wir. Zwischendurch gibt es einen kleinen Snack in einer traumhaften Location direkt auf den Klippen. Am Ende des Trails erwartet uns ein entzückender Mini- Wasserfall inmitten von Dschungelfeeling.

Für heute und morgen haben wir Frauen uns E-Mountainbikes ausgeliehen, eine wahrhaftig tolle Erfahrung für mich. Die Männer sind mit klassischen Mountainbikes unterwegs. Heute haben wir uns mit ca. 30-40km eingefahren, es war zweitweise bedeckt und windig, somit angenehm zu biken. Morgen geht es dann richtig auf in die Berge und das Hinterland. Die Bike Tour, die wir uns ausgesucht haben geht durch die Berge, vorbei an einem Wasserfall und zurück an der Küste entlang, durch malerische kleine, trubelige Fischerdörfchen, an paradiesischen, von Palmen gesäumten Stränden. Wir sind von morgens um 09h bis ca. 16h incl. Picknick-Pausen unterwegs, haben eine Menge Spaß und es gibt viel zu sehen. Anstrengend ist es natürlich auch aber ich bin ja gut im Training durch meine Hikerei....stählerne Beine und starker Oberkörper durch die Rucksackschlepperei...😎...dazu kommen tägliche Yoga- und Pilates-Einheiten. Ich war selten so fit wie aktuell.💪Die Windsurfer natürlich auch...😁

2 Tage später machen wir uns auf in den Nordwesten der Insel, nach Grand Baie. Einst ein kleines, unscheinbares Fischerdörfchen, heute ein bunter Touristenort und könnte als die Côte d`Azur von Mauritius durchgehen. Grand Baie liegt an einer traumhaften Bucht mit türkisblauem Wasser in dem sich bunte Boote sanft wiegen. An den Straßen bieten Händler ihre Waren feil. Von frischem Fangfisch über bunte Tücher und handgearbeiteten Schmuck ist alles dabei. Es ist angenehm wuselig ohne dabei überfüllt zu sein und wir wuseln mit. Überall sind kleine Cafés und Restaurants, in einem davon direkt am Wasser, genehmigen wir uns einen kleinen Snack. Wir befinden uns jetzt ca. 2,5 Stunden entfernt von unserer Homebase in La Gaulette, dem Südwesten der Insel. Wir bleiben über Nacht in einem Apartment am Strand mit einer sensationellen Aussicht auf die Bucht. Da wir eine gemütliche Terrasse direkt mit Strandzugang haben, entscheiden wir uns dafür eine kleine lokale Menüzusammenstellung mit Meerblick auf unserer Terrasse zu uns zu nehmen. Auch nach Sonnenuntergang schlendern noch zahlreiche Menschen am Strand entlang, es wird noch gebadet in der Hoffnung auf Abkühlung, in den Strandrestaurants um uns herum spielt Livemusik. Wir schunkeln und wagen ein Tänzchen auf unserer Terrasse. Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um kurz vor 08h finden wir uns am Strand zu unserer gebuchten Katamaran-Tour ein. Wir sind 35 Leutchen, der Großteil Deutsche und Franzosen. Es geht auf zu einer 8 stündigen Tour zu 3 der Nordinseln, an Bord gibt es Snacks, Getränke, Lunch und Schnorchel Material. Mauritius ist umgeben von Korallenriffen und somit dicht besiedelt von einer bunten und artenreichen Unterwasserwelt in glasklarem, türkisfarbenem Meer. Auf 2 der Inseln können wir uns mit Strandspaziergängen, Inselerkundung und Schnorcheln austoben. Ein bisschen wir Robinson Crusoe, nur das wir wieder abgeholt werden. Am Mittag gibt es Lunch an Bord, die Crew besteht aus 4 engagierten, lustigen Mitarbeitern, die top organisiert sind. Am Nachmittag können wir uns auf offener See vor der 3ten Insel, die hauptsächlich aus einem Riesenfelsen und Höhlen besteht, die wunderschöne Unterwasserwelt erschnorcheln. Am späten Nachmittag segeln wir zurück zur Baie und machen uns nach einem erlebnisreichen Tag, langsam auf den Rückweg nach La Gaulette. Die nächsten 3 Tage gibt es Wind und die beiden Windsurfer sind nach einer Woche Windstille, heiß. 😉🏄

Während der Wind genutzt wird, machen wir Frauen uns zu einem mir ausgesuchten Trail durch den Ebony Forest (Ebenholz Wald) auf. Wir hiken ca. 3-4 Stunden und 9km durch Wildnis und angelegte Ebenholz Wälder. Ein wirklich ausnehmend schöner, entspannter und sehenswerter Trail im Nationalpark Black River. Mehr dazu unter Wissenswertes. Im Übrigen hat mich die Historie dieses Waldes schon 2016 fasziniert, als wir das erste Mal auf Mauritius waren.

Ein sehr privates und wunderbares Erlebnis möchte ich mit euch teilen bevor wir am 30.11.2022 weiter nach Bangkok reisen werden. Lutz hat, als ich noch in Neufundland war, ein sehr sympathisches Windsurfer Pärchen kennengelernt, die ihm ein Zelt geschenkt haben mit dem Hinweis, damit eine romantische Nacht auf einer vorgelagerten, einsamen Insel mit seiner Freundin zu verbringen. 😍 Das haben wir auch umgesetzt. Wir sind mit 2 SUP Boards, dem Zelt und Proviant an einem späten Nachmittag aufgebrochen und haben einen wirklich sehr idyllischen Abend mit Sundowner und Lagerfeuer auf dieser sehr einsamen Insel verbracht. Tatsächlich leben dort nur Hunde, Mäuse, Flughunde, ab und wann verirren sich Fischer dorthin....und wir. 🤗

Wissenswertes:

Black River Gorges Nationalpark

Auf ca. 6-7 Hektar erstreckt sich der größte National von Mauritius. Der höchste Berg von Mauritius mit 828m, der Piton de la Riviére Noire. "Der schwarze Fluss" entspringt hier und mündet dann in den indischen Ozean. Der Nationalpark wird von ca. 160 Pflanzen und 28 Vogelarten, die es nur auf Mauritius gibt, bewohnt und besteht überwiegend aus naturbelassenem Regenwald. Auf dem Weg dorthin wird man durch eine entzückende, kleine Ortschaft namens Chamarel kommen. Berühmt ist der Ort für den 100m hohen Wasserfall und die siebenfarbige Erde. Wegen des vulkanischen Ursprungs der Insel, bildeten sich die verschiedenen Erdfarben bei der Umwandlung der unterschiedlichen Gesteinsschichten. Das gesamte Gebiet befindet sich in Privatbesitz.

Ebony Forest im Black River Nationalpark

Die Gründer, ein mauritisch-australisches Paar mit einer großen Liebe zur Natur haben von ihrem privaten Geld 50 Hektar Land gekauft, dass sie mit Unterstützung seitdem in einen Wald verwandeln. Dafür werden invasive Arten entfernt und neue, einheimische Arten, z.B. Ebenholzbäume gepflanzt. Einst war fast ganz Mauritius von Wald bedeckt, heute ist es nur noch ein kleiner Rest. Einheimische Arten sind besonders gefährdet. Die Europäer haben den Wald nach der Kolonisierung vor 400 Jahren abgeholzt um das Holz zu nutzen und Platz für Plantagen zu schaffen. Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1968 wurde noch mehr Wald gerodet um Platz für den Zuckerrohr Anbau auszudehnen. wichtigstes landwirtschaftliches Erzeugnis auf Mauritius. Heute sind nur noch 2 Prozent des ursprünglichen Waldes erhalten.

Am 30.11.22 um 15h geht unser Flug über Île de Réunion nach Bangkok. In Thailand werden wir den Norden und den Süden für einen längeren Zeitraum backpacked erkunden und uns in Bangkok von unseren Begleitern & Freunden auf Mauritius, Zhaoyang und Sascha verabschieden, da wir ab hier unterschiedliche Reisearten und Routen einschlagen.

Le Morne Port Louis Rum Tasting Chamarel
08
2022 · 2 Wochen Neufundland

Neufundland

Der Atlantik am Ende der Welt.

Neufundland oder Newfunnlaaaand, so sprechen es die Newfies, wie sie sich selbst liebevoll nennen, aus. Ich war total überrascht hier anzukommen und den breiten englischen Akzent der Iren zu hören. Als ich gestern "The Rooms" besuchte wusste ich natürlich warum.

(The Rooms ist eine Kultureinrichtung in St. John´s, der Provinzhauptstadt Neufundlands und Labradors. Die Einrichtung wurde 2005 eröffnet und beherbergt die Kunstgalerie, die Provinzarchive und das Provinzmuseum von Neufundland und Labrador). Um 1000 n. Chr. haben auch hier die Wikinger gelebt, es gibt ein Wikingerdorf L´anse aux meadows, stehend auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Nicht bestätigt ist, dass ein irischer Mönch im 16ten Jahrhundert die Insel erreicht haben soll. Im 19ten Jahrhundert kam eine Einwanderungswelle von Iren. Yeaha. Da haben wir es. Ein dicker Hauch von Irland schwebt hier überall, vom Dialekt über die Pubs und die Musik. Es gefällt mir ausnehmend gut, habe ich doch Irland auch schon schätzen gelernt. Die Ureinwohner sind bestätigt, Indianer (Beothuk und Mi‵kmaq) , zu diesen gesellten sich die Thule Inuit aus Alaska. Die letzte Beothuk Indianerin, Shanawdithit, starb 1829 in St. John´s. Heute leben hier noch die letzten "native Indians", die Mi‵kmaq Indianer und in Labrador die Innu, Nachfahren der Thule Inuit. Wie wir aus zahlreichen Geschichten der Vergangenheit wissen, ist hier auch so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte, die traurige Wahrheit ist, dass auch hier die Indianer missioniert, ihnen ihre Sprache und Kultur aberkannt wurden und erst am 12.06.2008 hat sich die kanadische Regierung in einer historischen Rede bei den Ureinwohnern Neufundlands für das bis weit in die 70er Jahre zugefügte Leid und Unrecht, entschuldigt. Lange galt Neufundland als die ärmste Provinz Kanadas, dies änderte sich zur Jahrtausendwende mit dem Ölboom und hat heute Teil eines der höchsten Lebensstandards weltweit. Ich meine, dass Olaf Scholz kürzlich hier war, ob Verhandlungen bzgl.....ach lassen wir das.

Am 03.10. geht mein Flug aus Hamburg nach Neufundland, es ist eine wirklich lange Reise, ca. 20 Std. bin ich vom Aufstehen in Hamburg bis zur Ankunftszeit in St. John´s nachts um 01:30h, unterwegs. Mein erster Stopp ist ein über ARBNB gebuchtes Zimmer, 10 min zu Fuß vom Airport entfernt. Dabei habe ich meinen Trekkingrucksack, 15kg und meinen Daypack, ca. 5kg. Ich habe also ordentlich zu tragen. Als ich damals mit ähnlichem Gewicht Nepal bereiste, habe ich vorweg 2-3 Monate immer wieder Rucksack tragen in Verbindung mit 10km Wanderungen trainiert, in diesem Falle blieb es mir durch meinen erlittenen Außenbandriss in Norwegen leider verwehrt, obschon Norwegen der perfekte Ort für das Training gewesen wäre. Da ich zu diesem Zeitpunkt zu nur etwa 80% wieder hergestellt bin, habe ich zu schauen, wie ich mich hier organisiere und das werde ich die nächsten 3 Tage Downtown in St. John´s tun, wo ich ein ARBNB Appartement mitten im Zentrum gebucht habe, um alles fußläufig erreichen zu können.

First of all, benötige ich ein paar Dinge aus dem Supermarkt, um hier und da einen kleinen Snack parat zu haben. Ich besorge mir des Weiteren eine Prepaid Karte für den kanadischen Raum, da ich ein Navi benötige. Hintergrund, ich habe auf Grund der kargen Infrastruktur von öffentlichen Verkehrsmitteln beschlossen mir ein Auto zu mieten. Da ich mir einen groben Plan vor der Verletzung meines Fußes entworfen und nun wieder verworfen habe, brauche ich einen neuen Plan, der da PKW heißt. Kurz überlegt und recherchiert hatte ich zu Campern hier vor Ort aber in Amerika ist ja generell alles groß gedacht und ich als Einzelperson mit einem Riesenschlachtschiff von Wohnmobil...neeee. Bedeutet aber, ich benötige Unterkünfte, denn um im PKW zu nächtigen ist es um diese Jahreszeit leider zu kalt. Bei der Recherche nach bezahlbaren Unterkünften stelle ich ziemlich schnell fest, es gibt kaum günstige Übernachtungsmöglichkeiten, selbst bei ARBNB, einem Portal zum Nächtigen in Privathaushalten nicht. Kleiner Vorteil, ich bin in der "out of season" Zeit unterwegs.

Die 3 Tage in St. John´s nutze ich, fußläufig von meiner Unterkunft im Zentrum für Erledigungen, Erkundungen in Downtown, dem Hafen und einer Wanderung auf dem North Head Trail, beginnend auf dem Signal Hill, von wo aus man eine 360 Grad Rundumaussicht auf die Steilküste, die Meerenge, den Hafen und St. John´s hat. Der Trail führt mich nach Quidi Vidi, einem malerischen Mini-Fischerdörfchen an einem kleinen Fjord, das auch die Heimat der Quidi Vidi Brauerei ist, die 1996 aus einer alten Fischfabrik entstand. Das Wasser, mit dem die Maische hergestellt wird, ist das älteste Wasser der Welt. Es stammt aus den Eisbergen, die jedes Jahr auf der Iceberg Alley an der Küste Neufundlands entlang nach Süden driften. Ed King fährt mit seinem Spezialschiff samt Kran jeden Tag im Sommer 16 Stunden lang zu den Eisbergen und gräbt das Eis vorsichtig am vorüberschwimmenden Eisberg ab. Ein relativ aufwendiges Unterfangen. Das Wasser das daraus in Bonavista gewonnen wird, ist das reinste Wasser, dass es weltweit gibt, denn die Gletscher, die vor Grönland abbrechen sind rund 25.00-30.000 Jahre alt, da gab es noch keine Umweltverschmutzungen. Das wertvolle Nass wird ständigen Kontrollen unterzogen und wird vor Herstellung des Bieres geprüft. Das Icebergbier gibt es nur hier, es wird nicht exportiert, da die Neufundländer alles selbst austrinken.😁 Die Newfies sind ein ausnehmend fröhliches und freundliches Völkchen. Ich schnattere den ganzen Tag mit Leuten, die des Weges kommen und fragen, wie es mir geht, ob ich einen lovely day habe, was ich hier mache, woher ich komme, geben mir Tipps für meine Rundreise und wünschen mir a good time und safe travels. Im Bus bezahlt Robbie meine Busfahrkarte im Tausch für einen meiner Nussriegel (ich habe darauf bestanden), da ich nur 20 CAD dabei habe und der Fahrer nicht wechseln kann und erzählt mir, er liebt germany, vor allen Dingen Köln und das Kölsch. Die Deutschen seien ja ein wenig zurückhaltend, er hätte alle auf der Straße angequatscht und seltsame Reaktionen bekommen, bis ein Freund ihm sagte, dass es in Deutschland nicht üblich sei, Leute auf der Straße anzusprechen. Ich beruhigte ihn und versprach ihm, es ist nichts Persönliches, die Deutschen sind halt etwas verkopft und wir wären ja auch ca. 80 Millionen Einwohner auf 357.588 km² (Neufundland&Labrador haben ca. 500.000 Einwohner auf einer Gesamtfläche von 404.720 km²), da könne man einfach nicht mit allen sprechen. Ähnliches berichtete mir der Kellner aus einem Pub, der in Berlin war. Ich habe Tränen gelacht, ob der visuellen Vorstellung der Reaktionen meiner Landsleute, als sie auf der Straße gefragt wurden, wie es ihnen denn so geht. Am 07.10. mache ich mich mit meinem Rucksack und dem Daypack auf zum Flughafen, wo ich mir inzwischen ein Auto gemietet habe. Es klappt alles reibungslos und ich bekomme den neuen KIA Soul. Toll, toll. Klamotten ins Auto und los. Ab 14.10. - 23.10 habe ich mir ein Tiny House im Gros Morne Nationalpark gebucht, der im Nordwesten der Insel liegt. Vorher möchte ich mir an der Ostküste noch einiges ansehen. Mein erster Stopp ist Cape Spear, der östlichste Punkt Nordamerikas. Die nächste Küste in diese Richtung ist auf Island. Dann geht es weiter nach Port Rexton, ca. 3 Stunden Fahrt den Trans Canada Highway 1 hoch, übrigens die 6t längste Fernstraße der Welt mit 8000km, beginnend in Victoria/British Columbia bis nach St. John´s/Neufundland. Meine Übernachtung habe ich in einem Wohnmobil auf dem Grundstück Einheimischer am Waldrand gebucht. Das Camperleben lässt mich nicht los.😉 Ich steh früh auf und fahre um 09h ab, denn ich habe heute so einiges vor. Der Besuch des malerischen Ortes Trinity, eine begehrte Küstenwanderung auf dem Skerwink Trail und das Lighthouse in Bonavista. Meine Hoffnung, doch noch Wale und Eisberge zu sehen, hält sich nach wie vor. Ich wusste im Vorwege, dass die Zeit dafür von Mai-September ist aber vielleicht verspätet sich ja alles in diesem Jahr. Leider hat es heute mit keinem von beiden geklappt aber ich bin guter Dinge.

Wissenswertes

The Rock, so wird Neufundland liebevoll auf Grund der rauen, steil ins Meer abfallenden Felsküste genannt.

St. John´s gilt als die älteste Stadt auf dem nordamerikanischen Kontinent, die von Europäern gegründet wurde und liegt an der Südostküste Neufundlands auf der Halbinsel Avalon. Signal Hill, Wahrzeichen von St. John´s liegt mit dem Cabot Tower auf einem Berg, einem Turm der 1897 zum 400 Jahrestag der Entdeckung Neufundlands durch John Cabot, erbaut wurde. Dort soll auch 1901 das erste transatlantische Funksignal aus England empfangen wurden sein, die Einläutung des digitalen Zeitalters.

Iceberg Alley: Eine Art Wanderstrecke der Eisberge, die aus Grönland kommen und sich mit der Labradorströmung ca. 7km pro Monat vorwärts bewegen. Vor Neufundland bleiben sie so ca. 1-2 Wochen bevor sie zerfallen oder schmelzen.

Wale: Von Mai-August tummelt sich der "capelin" in Riesenschwärmen vor der Küste Neufundlands. Da dieser eine Delikatesse für den Riesenmeeressäuger und auch für Delphine ist, tummeln diese sich in dieser Zeit ebenfalls zahlreich vor der Küste. Über 22 verschiedene Walarten wurden in den vergangenen Jahren, in dem aufeinander treffenden eiskalten Labrador- und dem warmen Golfstrom, gesichtet. Weltweit zählt Neufundland, auf Grund seiner Küstenstruktur und der riesigen dazugehörigen Beobachtungsplattformen, zu den besten Plätzen der Walbeobachtung. Da die Ufer steilabfallend sind, kann man sie von oben aus beim gemeinsamen Futtern beobachten, ganz dicht. Man soll sie sogar atmen hören können. Das Tolle daran ist, dass man sie nicht mit Booten stören muss, auch wenn die Bootstour noch so sanft ist, denn heute weiß man um die störende und verstörende Auswirkung von Bootsmotoren auf die Kommunikation zwischen den Säugern.

Neufundlands Ostküste (durchzogen von traumhaften Fjorden)

Es zieht mich in Richtung Terra Nova Nationalpark. Es gibt dort 2 Trails, die ich gern erwandern möchte. Den Ochre Hill Trail mit ca. 5km aufwärts, entspannt, denn ich bin heute erst mittags losgekommen, ich muss ja auch mal ausschlafen. 💤Seit ich hier bin, bin ich immer früh aufgestanden, weil ich fürchte etwas zu verpassen.😏 Ich genieße den Rundumblick, die Ruhe und Einsamkeit in dieser Wildnis. Auf dem Rückweg begegnet mir eine Familie, es wird wie immer fröhlich gegrüßt, kurz geschnackt und anschließend geht jeder seiner Wege. Ich habe seit meiner Ankunft, fast durchgehend Sonnenschein und blauen Himmel bei 13-18 Grad. Bestes Wanderwetter. Am folgenden Tag zieht es mich früh raus, möchte ich heute eine Tageswanderung im selbigen Park auf dem Coastal Trail hiken. Eine Strecke ca. 9,5km, ich nehme allerdings eine erweiterte Strecke von 18km. Ich merke es ist Thanksgiving (Erntedankfest und Feiertag) und bis zum Nachmittag begegnet mir keine Menschenseele. Später arbeitet noch der ein oder andere Wanderer den Truthahn vom Thanksgiving Wochenende ab. Ich habe mich für 3 Nächte in eine Unterkunft eingebucht, die nahe am Terra Nova Nationalpark liegt und deren Gästehaus in einem Apfelgarten steht. Es ist übrigens das sensationellste ARBNB was ich je hatte und dann habe ich noch ein Upgrade in die Suite des Gästehauses bekommen, da ich der einzige Gast bin. 👌Im Apfelgarten steht ein Yakuzi. Echt der Hammer. Ich habe dieses ganz allein für mich, um diese Zeit sind kaum noch Urlauber unterwegs und schon gar nicht an Thanksgiving, das in der Regel in der Familie gefeiert wird. Nicht zu verwechseln übrigens mit dem amerikanischen Thanksgiving, dass über einen Monat später ist, einen anderen Ursprung hat und einer der wichtigsten Feiertage in den USA ist. In Kanada wird es entspannter gesehen. Wer da ist, ist da, denn es ist nicht üblich Riesenentfernungen zurückzulegen, um mit allen Truthahn zu essen.

Nach 3 Nächten bin ich nun bereit mein wunderbares "Zuhause" zu verlassen, um weiterzureisen. Ziele sind Grand Falls-Windsor und Kings Point im Nordosten. Meine letzten Stopps bevor ich mich dann für über eine Woche in einem Tiny House in der Nähe der Tablelands im Gros Morne Nationalpark. des 2t größten Nationalparks Kanadas, eingemietet habe.

Wissenswertes

Thanksgiving Kanada/Neufundland: Thanksgiving ist immer am 2ten Montag im Oktober und ein offiziell gesetzlicher Feiertag, mit Ausnahme der Provinzen wie Novia Scotia, New Brunswick und Prince Edward Island. Kirche und Häuser sind mit Kürbissen, Mais, Weizenschalen und anderen geernteten Pflanzen geschmückt. Der Feiertag fällt zwar auf einen Montag aber es ist üblich das ganze Wochenende zu feiern. Ursprung ist die Entdeckung einer Passage vom Norden in den Orient, anno 1578, vom englischen Entdecker Martin Frobisher, das heutige Kanada. Es wurde eine feierliche Zeremonie mit Salt Beef und Erbsen abgehalten, um sich für das Überstehen einer langen Schiffsreise zu bedanken. Kanada Thanksgiving Day-Menü: Truthahn (Turkey), Kartoffelpüree, Füllung, Preiselbeeren und andere Beilagen, Kürbiskuchen Neufundland Thanksgiving Day-Menü: Frobisher Party und Jiggs Dinner, ein gekochtes Fleischgericht, kombiniert mit Erbsenpudding, Kürbiskuchen Thanksgiving war bis zu meiner Recherche zu diesem Thema, nur eine vage Vorstellung aus Nordamerikanischen Filmen. Das Neufundland Menü wurde mir von einem Neufundländer mit Hund (kein Neufundländer-Hund, der war irgendwas mit Locken und groß) verraten, die mir auf einem meiner Trails begegneten.😉

Terra Nova Nationalpark

Der Trans-Canada Highway teilt den Nationalpark und umfasst eine Fläche von 400 km². Es ist die Heimat von Schwarzbären, Luchsen, Elchen, Fischadlern, Bibern, Koyoten, Karibus, Walen, Robben, Mardern und vielen Wasservögeln. Und nein, ich habe keine Bärenglocke dabei. Die wenigsten Menschen werden je einen Bären in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, sie scheuen Menschen. Da muss man schon großes Glück haben....oder Pech....😶‍🌫️.

Die unglaubliche Landschaft und die Farben des Indian Summers begeistern mich jeden Tag aufs Neue. Was für eine farbenprächtige Reisezeit. Ich halte oft an, gehe jeden Tag auf jeden Fall einen Trail, so zwischen 1,5-3 Stunden. In Grand Falls -Windsor schaue ich mir das Beothuk Museum an. Die indigenen Neufundländer haben rund 1800 Jahre an den Küsten Neufundlands gelebt. Das Demasduit Museum ist nach einer jungen Beothuk-Frau benannt. Es erzählt die Geschichte ihrer Lebensweise in Bildern. Auch Gegenstände, die für die Beothuk alltäglich waren, sind hier ausgestellt. Die Schautafeln erklären wie es zu den Konflikten mit den weißen Siedlern kam, die u. a. letztlich zur Ausrottung des indigenen Volkes führten. Ich übernachte hier bei einer einheimischen Familie, die gerade einen Austauschschüler aus Italien beherbergt. Ich bekomme die Souterrainwohnung. Wir quatschen im Garten noch ein wenig, dann begebe ich mich nach einem langen Tag ins kuschelige Bett, nachdem ich wieder Berge von Tageskissen vom Bett sortiert habe. Tatsächlich ist es hier wie in den Filmen, Tagesdecken und zahlreiche Riesenkissen sind hier nach wie vor en vogue.

Am frühen Morgen wird wie jeden Morgen eine Yoga-Einheit absolviert. Tut mir gut das everyday Dehnen, denn die Wanderungen verlangen meinen Knochen und Gelenken ein bisschen was ab. Von Waldboden, über Stock und über Stein, bergauf, bergab ist alles dabei auf diesen Trails. Bewusst gehe ich unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, denn im Gros Morne Nationalpark wartet, neben einfacheren und moderaten Trails, auf jeden Fall eine sehr schwierige 8 stündige Tour auf den Gros Morne und die 4stündige Tour durch die Tablelands. Dazu später mehr.

Es geht weiter nach Kings Point, das auf der Halbinsel Baie Verte liegt, das Größte je ausgestellte Skelett eines Buckelwals ausstellt und 2 Trails bietet, die ich gern wandern möchte. Einmal einen kurzen Wanderweg zum Rattling Brook Fall, der sich hier 240m in eine Schlucht stürzt. Ein Holztreppensteg führt mich zu einer Aussichtsplattform auf der ich aus meinem Proviantpäckchen frühstücke und mich ein wenig sonne. Außer mir, der Natur und dem Rauschen des Wasserfalls ist hier niemand. Großartig. Um die Mittagszeit mache ich mich auf, um mir das Walskelett anzusehen, muss aber feststellen, dass die Stätte schon geschlossen hat. Die Saison ist um. So leicht gebe ich aber nicht auf und gehe um das Haus herum, dass sich auf der Rückseite Richtung Fjord Green Bay öffnet und durch ein Riesenfenster kann ich das Walskelett bewundern. Ich esse frische Muscheln in Butter/Garlic Sauce (total lecker) in einer kleinen beschaulichen Pension mit angeschlossener Gastro und freue mich mit 2en der Geburtstagskinder (2 ältere Damen), die von den beiden Kellnerinnen einen kleinen Kuchen mit Kerze bekommen. Ich überlege kurz, ob ich vielleicht auch Geburtstag haben könnte. 😉Aber weil ich beiden meine herzlichsten Glückwünsche übermittle, bekomme ich auch so ein Stück des leckeren Kuchens ab. So nun aber auf zum Alexander Murray Trail, es ist mittlerweile 14:30h, denn es ist ein mit 2200 Holzstufen versehener Trail, der erst ganz harmlos durch einen verwunschenen Zauberwald führt, um dir dann knapp 400 Höhenmeter aufwärts über eben diese Holzstufen so einiges abzuverlangen. Oben angekommen, hat man eine spektakuläre Panoramaaussicht auf einen Fjord, Tannenwälder und Berge. Der Trail ist mit etwa 3-4 Stunden ausgewiesen, ich bewältige ihn in 2 Stunden 50 mit Fotografie und kurzem Ausruhen on top of the hill. Das tägliche Training zeigt Wirkung. Nun muss ich schauen, dass ich möglichst vor Einsetzen der Dämmerung an meinem für die nächsten beiden Nächte gebuchten Tiny-Holzhaus ankomme. Ich habe noch 1 Stunde Fahrt nach Burlington vor mir. Die Gründe für den Wunsch vor der Dunkelheit am Bestimmungsort zu sein, sind einfach. Es ist hier sehr einsam auf den Straßen, es gibt keine Straßenbeleuchtung, kein mobiles Netz über weite Strecken und die Elche, die sich hier zahlreich tummeln, queren bei Dämmerung gern die Straße. Ich bemühe mich aber es ist nicht vor Sonnenuntergang zu schaffen, hier ist überall nur 80kmh erlaubt. Ich biege in eine ziemlich holprige Straße ab, inzwischen ist es fast dunkel und da steht er vor mir. Ein Elch!!! 😧Ich bremse langsam ab und komme zum Stehen. Er kaut genüsslich an einem Strauch und beobachtet mich. Soll ich aussteigen, ein Foto machen aber ich erinnere die Worte eines Neufundländers, der mir gerade riet, mich auf keinen Fall in der Brunftzeit und die ist jetzt, einem Elch zu nähern. Sie sind sonst eher ängstlich, scheu und suchen schnell das Weite. Außerdem fällt mir bei näherer Betrachtung auf, dass der KIA den ich fahre, um einiges kleiner ist als der Elch. Also warte ich ab. Nach ein paar Minuten lässt er mich links liegen und verschwindet in der Dunkelheit. Allerdings bin ich jetzt noch aufmerksamer. Schließlich erreiche ich mein Ziel und atme schon ein wenig auf. Ich werde freundlich begrüßt und zu meinem neuen "Zuhause" geleitet. Es verschlägt mir die Sprache ob diesem sensationell gelegenen Tiny Haus auf den Klippen einer Bucht, von dessen Bett aus ich am nächsten Morgen mit einem Kaffee in der Hand, einen wunderschönen Sonnenaufgang erlebe. Ich genieße den nächsten Tag im Haus und der dazugehörigen Terrasse in der Sonne, lasse mein Fernglas über den Fjord schweifen und werde belohnt. Wale habe ich ja bis dato noch nicht gesehen aber in großer Entfernung tollen 2 weiße Delfine, für diese Gegend bekannt aber für ein Foto leider zu weit weg. Ich bin ganz aus dem Häuschen und kann die beiden ca. 10 min lang beobachten, bevor sie den Fjord Richtung Atlantik verlassen. 😍 Ich bin jetzt seit anderthalb Wochen ohne Pause unterwegs und der Tag off tut mir gut. Ausgeruht und voller Tatendrang starte ich in den nächsten Tag. Ich mache noch einen 2 stündigen Trail an einem wilden Fluss entlang durch die einsame Wildnis, bevor ich mich auf die 3 stündige Fahrt zum Gros Morne Nationalpark im Nordwesten der Insel begebe.

Gros Morne Nationalpark (Neufundlands Nordwesten)

Unvergessliche Sonnenauf- und untergänge und eine atemberaubende Landschaft als Kulisse-willkommen im Gros Morne Nationalpark! Auf dem Weg nach Gros Morne, lege ich einen Zwischenstopp in Deer Lake ein. Die nächstgrößere Stadt, ca. 1 Stunde vor meinem Bestimmungsort. Der Name ist hier Programm. Ein richtiges kanadisches Kleinstädtchen, kurz vorm Ende der Welt. Hier fährt gefühlt jeder einen Riesen Pick-Up mit dicken Puschen, Jagdgewehre und Holz auf den Ladeflächen. An jeder 2ten Ecke, werde ich, von zum Teil zahnlos grinsenden Trappern, freundlich gefragt ob sie mir behilflich sein können. 😊 Schmunzelnd besorge ich mir ein paar Leckereien für meinen 9-tägigen Aufenthalt in einem Saltpod (Tiny-Haus am Salzwasserfjord). Da ich nun für längere Zeit ohne Küche auskommen muss, denn das Saltpod steht auf einem Campingplatz, dessen Tore zum größten Teil für die Saison geschlossen sind. Heißt, der dazugehörige Shop, Küche und Abwaschhaus haben bereits geschlossen, nur die sanitären Einrichtungen sind noch offen. Die meisten Cafés, Diner und Supermärkte haben bis auf wenige bereits geschlossen. Ich habe mir noch in Deutschland ein Mini-Kochset aus Alu besorgt. Nach dem Motto, besser haben als brauchen aber jetzt bin ich sehr froh, sonst könnte ich mir weder Kaffee, noch Tee machen, noch was Kleines köcheln. Weiter geht´s nach Glenburnie-Birchy ins Saltpod. Becky mein Host (Gastgeberin) ist super, sie wäscht mir in den nächsten Tagen meine Wäsche und lädt mich als letzten Gast der Saison zu einer Bootstour ein. So lieb ich das finde, bin ich etwas unruhig, ich mag nämlich keine Boote, also Kanus oder Kajaks ja aber nichts größer als diese und auch Schlauchbooten stehe ich skeptisch gegenüber.😶‍🌫️ Aus Erfahrung weiß ich, dass wann immer ich jemals eine Bootstour plante, egal wo, es immer so endete, dass das Wetter auf See plötzlich umschlug, Wellen, Wind aufkamen und mir speiübel war. Türkei, Teneriffa, Garda See.... Eine halbe Stunde vor Start der Bootstour, an einem frühen Morgen, fängt es an zu stürmen. Hohe Wellen. Kein Witz!!! Die Bootsfahrt wird abgesagt, denn vor Neufundlands Küste gibt es riesige, scharfe Unterwasserfelsen. Bei unruhiger See darf hier kein Boot ablegen auch keine Fischerboote. Ich mache 3 Kreuze, nochmal davon gekommen!!!!!🙃 Meine Tage hier sind erfüllt von Erkundigungen aller möglichen Trails in der Gegend und auf jedem Trail gibt es Neues und Interessantes zu entdecken. Einen möchte ich besonders hervorheben. Der Tableland Off Path Trail. Es ist das geologische Wunder des Nationalparks und UNESCO Weltkulturerbe. Wege ins Innere gibt es nicht, man kann einen ca. 1,5 stündigen Weg gehen und dann...off the beaten track....über felsiges Gestein klettern. Als ich kurz vor der Schlucht stehe, um sie zu durchqueren, um auf die andere Seite zu kommen, bemerke ich, dass durch den Wind aufgepeitschte Wolken über die Schlucht quellen und das in rasendem Tempo. Ich entscheide den Rückzug anzutreten, denn ich werde sonst innerhalb weniger Minuten im Nebel stehen. Ich beeile mich auf den Hauptweg zurückzukommen. Der Off Path Trail ist so halb offiziell, man findet ihn unter alltrails.com und auch im Discovery Zentrum wird über diesen aufgeklärt. Dazu mehr unter Wissenswertes. Ich werde mein Glück an einem anderen Tag versuchen müssen. Allerdings sind hier auf den Trails mehr Leute unterwegs als im bisherigen Rest des Landes. Liegt wohl daran, dass es Kanadas 2. größter Nationalpark ist und da es ein so warmer, sonniger Oktober ist, viele nochmal die Gelegenheit eines Wochenendtrips nutzen. U.a. bekomme ich auch nochmal Gesellschaft von Campern. Die Wohnmobile und Wohnwagen sind mit nichts in Deutschland oder Europa zu vergleichen. Es sind Häuser auf Rädern. Faszinierend. Im Diner in Woody Point, ca. 10 Autominuten entfernt, trinke ich hin und wieder einen Kaffee oder nehme mein Abendbrot ein. Die beiden älteren Ladies, die es betreiben, kennen mich mittlerweile und fragen mich viel über Europa, Deutschland und die Ukraine. Sie haben Neufundland noch nie verlassen und sind sehr interessiert. Ein paar Trapper lümmeln am Tresen, trinken gemütlich ihre Bierchen und lauschen schunkelnd zum Country-Rock, unseren Gesprächen. Ich fühle mich manchmal wie in einem amerikanischen Film. Auch im Discovery Center, dass einem eine Menge über die Geschichte und Geologie des Nationalparks vermittelt, werde ich regelmäßig mit Kaffee oder Tee bewirtet. Die Damen genießen jetzt jeden Touri, denn sie schließen jetzt am vorletzten Oktoberwochenende für die Saison. So erfahre ich eine Menge über die Gegend, Riesenwale, Haie, Neufundland, Traditionen, Toronto, Ontario, Alberta, Jamaica, Kuba, Familienkonstellationen und deren Tragödien.

Wissenswertes:

Gros Morne Nationalpark

Die Natur gab dem 2t größten Park Kanadas im Laufe von 485 Millionen Jahren das heutige Aussehen und seit 1987 gehört er zum UNESCO Weltnaturerbe. Auf einer Fläche von 1805km² reihen sich Fjorde, Buchten, Seen, Hochebenen und Täler aneinander. Der Nationalpark wurde nach dem zweithöchsten Berg "Gros Morne Mountain" benannt.

Deer Lake

Die Landschaft im inneren Neufundlands ist geprägt von Wildnis. Dickicht, Seen, Sümpfen, Tundra und Wäldern. Bis 1988 gab es eine fast 1.500km lange Eisenbahnstrecke quer durch Newfoundland. Noch vor der Stilllegung entstand der TCH (Trans-Canada Highway), der von Deer Lake nach St. John´s führt. Erst abseits dieser Hauptadern entdeckt man kleine Häfen, versteckte Buchten, bunte Fischerdörfchen und felsige kleine Inseln.

Tablelands/Long Range Mountains/Ausläufer der Appalachen

Die Tablelands bestehen aus einer Gruppe von Hochebenen, kleinen Bergen, Tälern und Schluchten. In der Ferne setzt sich die ockergelbe Ebene bereits vom Horizont ab. Eine wüstenartige Mondlandschaft, die die nackte Erdkruste zum Vorschein bringt. Wir leben auf der Erdkruste, die 30-60 Kilometer dick ist und aus Gesteinen wie Quarz und Feldspat besteht. Unter der Erdkruste befindet sich der Erdmantel, der den flüssigen Erdkern umschließt. Der bis 410 km hinabreichende Teil vom Erdmantel bis in die Tiefe, besteht aus Peridotit. Vor 470 Millionen Jahren hat der Erdmantel während Erdverschiebungen diesen Bereich der Welt durchstoßen. Weltweit gibt es nur ganz wenige Orte, an denen das tiefliegende Gestein des Erdmantels an die Oberfläche gehoben wurde. Die gesamte Hochebene besteht aus Peridotite. In den Hochebenen und Bergen ist auf Grund der Zusammensetzung des Gesteins, dass giftige Schwermetalle enthält, kein Pflanzenwuchs möglich. An einigen Orten ist dank etwas Hummus und einem kleinen Bach, der spärliche Bewuchs von Wacholder und fleischfressenden Pflanzen möglich. Um den Off Path Trail in die Berge und durch die Täler zu nehmen, sollte man unbedingt auf die Wetterbedingungen achten. Man wird ca. 4 Stunden unterwegs sein. Ein Top Secret Tipp ist, den Path von hinten, also rückwärts zu starten, da es der spannendste Teil sein soll.

An meinem letzten Tag in Gros Morne begebe ich mich schon früh und bei schönstem Wetter, blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und klarer Sicht auf den Weg zum Gros Morne Mountain. Die Tour ist als schwierig und mit einer Zeit von 8 Stunden ausgewiesen. Ein absolutes Highlight für mich auf meiner Tour durch´s Land. Schon der Weg dahin ist das Ziel. Früher Morgennebel, aufgehende Sonne, buntes Laub, Berge und Seen, wohin das Auge reicht. Ich bin nicht die Erste, die startet, vor mir stehen schon 3 andere Autos vor Ort. Man muss es ja auch bis Sonnenuntergang schaffen, wieder vom Berg zu kommen. Der Weg windet sich bis zur Baumgrenze nach oben, es duftet überall nach Tannen, Laub, Kastanien. Der Weg ab Baumgrenze wird steinig und steiler. Dann kommt wohl der anstrengendste Part dieser Strecke. Über Felsen und Steine geht es fast senkrecht hoch. Schwindelfrei sollte man hier sein und klettern sollte man auch können. Wichtig aber vor allen Dingen, feste Wanderschuhe. Mit Turnschuhen ist man hier schlecht beraten. Die beiden, die ich auf dem Weg nach oben treffe, kehren aus diesem Grund um. Falsches Schuhwerk. Ich kann sie dazu nur beglückwünschen, denn ein wenig besorgt, habe ich mir die unsichere Kletterei mit gelegentlichem Abrutschen, schon angeschaut. Ich mache noch ein Foto von ihnen, sie wünschen mir einen sicheren Aufstieg und dann trennen sich unsere Wege. Nach ca. 2,5 -3 Stunden habe ich es geschafft, ich bin gaaaaanz oben. Was für eine Aussicht. Unglaublich. Nachdem ich den Gipfel umrundet habe, einen Snack eingeworfen und viel Wasser getrunken habe, geht es nun an den Abstieg auf der anderen Seite des Berges. Auch dieser Weg ist recht abenteuerlich aber mit dieser Aussicht fällt es nicht schwer. Zwischendurch treffe ich ein kanadisches Pärchen aus Quebec, ein bisschen französisch auffrischen und ein kleines gemeinsames Picknick, während wir uns über unsere Erlebnisse auf dem Berg austauschen. Dann geht es getrennt weiter, da ich allein vermeintlich schneller vorankomme. Dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Ich bin so auf meine Trittsicherheit konzentriert, dass ich wohl vom Weg abgekommen bin. Wie?, weiß ich nicht. Ich stehe auf einmal auf einer sumpfigen Wiese und sehe einen ausgetretenen Pfad, dem ich folge. Plötzlich sacke ich mit einem Fuß ein und stehe bis zum Knie im Morast. Mist. Es ist eisig kalt am Bein und im Schuh. Ich überlege fieberhaft aus welcher Richtung ich gekommen bin, ich bin wohl im Kreis gelaufen. Dann fällt mir mein Handy ein und ich hoffe, ich habe Netz. Mein Glück, ich lasse mir die Route auf alltrails.com anzeigen und sehe, dass ich nicht weit entfernt der eigentlichen Abstiegsroute bin. Ich kämpfe mich durchs Dickicht und komme glücklicherweise nach einigem Klettern wieder auf den Weg. Gegen 16:30h bin ich wieder am Auto. Die Route habe ich, trotz Abwege, in guten 7 Stunden geschafft. Ich bin ziemlich k.o. und esse in einem Diner in Rocky Harbour, eine große Portion Reis mit Kräutern und trinke ...na klar, ein Eisbergbier. Der Reis ist eine willkommene Abwechslung zu dem hier allseits beliebten Fast Food und frittiertem Fisch. Ich gehe hier übrigens äußerst selten essen. Das Essen ist nicht meins. In meinen Unterkünften habe ich oft die Möglichkeit mir selbst was zu kochen. Ich falle nach einem Tag voller Abenteuer erschöpft in die Kissen.🛌 Diesem Tag widme ich eine eigene Fotoreihe.

Go West (Neufundlands Westen)

Nach 8 Tagen im Gros Morne, mache ich mich zur Westküste auf. Dort habe ich mir für 3 Nächte eine Blockhütte im Wald gebucht. Kelsie und ihr Mann Jerry holen mich an einem Parkplatz ab, da der Weg zur Blockhütte schwierig zu finden ist. Der Weg ist tatsächlich abenteuerlich, hauptsächlich wegen der mit Schlaglöchern durchsiebten Sand-/Steinstraße. Am Haus wartet Jeff, der Papa von Kelsie und Erbauer der Blockhütte. Sie zeigen mir die Elemente, Solar, Warmwasser, BBQ, wir schnacken noch längere Zeit und dann bin ich allein. Me, myself and I in der absoluten Stille der Natur. Wenn ich dachte, bis dato wäre es schon ruhig gewesen, dann werde ich hier eines besseren belehrt. Ich erlebe einen wunderschönen Sonnenuntergang auf der Holzterrasse und dann ist es Nacht und hier meine ich, tiefschwarze Nacht. Über mir zum Greifen nah, leuchtet ein klarer, wunderschöner Sternenhimmel. In den Wäldern raschelt es, die Natur erwacht zum Leben. Ein schönes Gefühl, Teil davon sein zu dürfen. Nach einer wunderbar durchschnarchten Nacht, mache ich mich am Morgen auf, die Gegend zu erkunden. Ich habe mir für diesen Tag, die Hoodoos auf dem wunderschönen The Gravel Wanderpfad, die versteinerten Bäume in Stephenville & Umgebung und das kleine Dorf St. Georges vorgenommen.

Der nächste Tag führt mich nach Port-au-Port Peninsula. Eine Halbinsel reich an landschaftlicher Schönheit. Die native Indians haben sie vor langer Zeit als ihre Fischgründe genutzt. Heute leben dort noch einige Nachfahren vom Fischen. Seit 1971 ist es die einzige zweisprachige Gegend in Neufundland. Eine 161km lange Küstenstraße führt mich zu verschiedenen Punkten, die ich mir im Vorwege notiert habe. In Sheaves Cove, lädt ein sehr schöner, kurz gestalteter Wanderweg zum Klettern in den Klippen ein. In Boutte du Cap, dem östlichsten Punkt der Halbinsel, steht ein traditioneller, französischer Backofen, in dem Brot gebacken wird und von Vorüberkommenden degustiert werden darf. Ich habe Glück, auf meiner Reise hat, auf Grund der späten Reisezeit, vieles schon geschlossen aber heute ist wohl auf Grund des sommerlichen Wetters, ein Bäcker vor Ort. Ich freu mich, bin ich doch bis dato die einzige Verkosterin. 😉 So, jetzt mache ich mich auf die Wanderung hoch oben über die Klippen. Meine letzte Chance endlich mal einen Wal zu sehen, erfüllt sich auch hier nicht. Ein bisschen enttäuscht bin ich, denn trotz meiner Walgesänge (oder vielleicht genau deshalb?) lässt sich keiner blicken. 😥 Dann werde ich wohl tatsächlich erst wieder auf Mauritius die Chance bekommen. Lutz berichtet, dass er von Zeit zu Zeit mit Walen und Delphinen windsurft. Was für ein Wahnsinnserlebnis.

Meine Zeit im Blockhaus neigt sich nach 3 Nächten dem Ende zu. Am Abend zuvor haben Jeff und seine Frau Sandra, mich zu ihrer Sommerhütte eingeladen. Wir hatten einen schönen gemeinsamen Abend am Feuer. Es war ein fast sommerlauer Abend und das am 24.10. in Neufundland. Unglaublich! Am nächsten Morgen nieselt es, ich setze mich ins Auto, werfe noch einen Blick zurück auf mein gemütliches Domizil und brause gen Südosten davon. In Corner Brook mache ich einen Halt in einem Café am Hafen, schreibe ein wenig am Reiseblog und begebe mich anschließend auf eine Hikingtour auf den Marble Mountain in Steady Brook, dem Skigebiet Neufundlands. Ich laufe die schwarze Piste hoch und frage mich, warum ich mir sowas Anstrengendes, vor meiner 2 stündigen Weiterreise in meine neue Unterkunft bei Cherri & Roy, antue.🤪 Der Himmel reißt auf und die Sonne kommt durch. Jetzt weiß ich wieder warum. Die Aussicht ist, wie so oft hier, atemberaubend.

Wissenswertes:

Hoodoos:

Steintürme, die durch Erosionen, Wind, Regen, fließendes Wasser ihre spannende Form erhielten. Sie erinnern an Steinmännchen. Diese Kalksteinfelsen sind rund 470 Millionen Jahre alt.

Bei Cherry & Roy in Springdale, fühle ich mich sofort wie Zuhause. Mein Zimmer mit Bad sind im OG. Am Abend essen wir gemeinsam und erfreuen uns an einem gemeinsamen Austausch. Sie sind beide Rentner, die Kinder sind aus dem Haus und sie haben Freude daran, ihr "Nest" als Unterkunft für Reisende wie mich zur Verfügung zu stellen. Wie viele Newfies, die ich hier kennenlernen durfte, sind sie genauso an meinen Geschichten, wie ich an ihren interessiert. Am nächsten Morgen, vor meiner Weiterreise bekomme ich noch ein opulentes Frühstück bereitet, verquatsche mich noch bis 12h mittags, am liebsten würde ich noch eine Nacht bleiben aber ich habe a) noch eine 4 stündige Fahrt bis zur nächsten Unterkunft und b) noch ein bisschen was vor, bevor ich abreise. Ich schaffe unterwegs sogar noch eine Wanderung durch den Wald auf einen kleinen Berg/Hügel, auf Empfehlung der Beiden.

Es geht weiter südlich nach Hillview. Hier erwartet mich ebenfalls ein sehr schönes Zimmer mit Aussicht auf den Fjord und einer Terrasse. Die Gastgeber lerne ich hier nicht kennen, der Eingang ist separat. Am Morgen mache ich vor Weiterfahrt einen sehr schönen Trail in der Gegend. Neufundland ist voll von Wanderwegen aller Art, Vielfalt und Schwierigkeitsstufen. Dabei sind diese meist sehr gut ausgebaut und gepflegt. Kein Wunder, dass die Neufundländer ein Wandervolk sind, ähnlich wie die Norweger.

East-Coast-Trail (Avalon Halbinsel)

Ich erreiche mein Ziel und meine nächste Unterkunft befindet sich in Petty Harbour-Maddox Cove, ein kleiner bunter Fischerort mitten im East-Coast-Trail Gebiet. Mein Host ist Gina und natürlich die kleine Lulu, eine entzückende Mischlingsdame. Wir verlieben uns fast sofort und sind ein unzertrennliches Team bis zum Schluss. Denn dies ist meine letzte Unterkunft bis zur Abreise in 7 Tagen. Ich habe mir bis dahin noch einige spannende und wie ich vermute überwältigende Hiking -Touren auf dem East-Coast-Trail vorgenommen.

Wissenswertes:

East-Coast-Trail

Der East-Coast-Trail an der Südwestküste, ist ein 336 km langer Fernwanderweg, der dank der harten Arbeit vieler Freiwilliger entstand und heute bis weit über Neufundlands Grenzen hinaus, bekannt ist. Der sehr außergewöhnliche und eindrucksvolle Trail, führt zu Naturwundern, verlassenen Leuchttürmen, unbewohnten Siedlungen, bunten Fischerdörfern, verwunschenen Wäldern, einsamen Buchten und Stränden und unberührter Wildnis.

Am 06.11.2022 um 05:00 Uhr geht mein Flug von St. John´s nach Toronto, wo ich auf Grund des 10-stündigen Aufenthalts noch ein wenig Downtown Toronto erkunden werde. Am 07.11. werde ich für einen kurzen Aufenthalt von 2 Tagen in Hamburg sein, um am 10.11.22 zu Lutz (my man) auf Mauritius zu stoßen. 💕

Was nehme ich mit aus Neufundland.....die Erinnerung an einen der schönsten Orte, die ich bisher bereist habe, die Erinnerung an viele liebe, warmherzige Menschen, die ich kennenlernen durfte, die Erinnerung an einen farbenfrohen, warmen und sonnigen Oktober, die Erinnerung an eine einzigartige Landschaft, Natur, Einsamkeit und Wildnis, die bevor ich hierher kam, außerhalb meiner Vorstellungskraft lagen. Bye....Neufundland,... erfüllt von THE ROCK bis in den letzten Winkel. 🌄💝... Was für ein Lebensgeschenk!

St. John’s Gros Morne Whale Watching Eisberge
09
end

The End

Wir werden oft gefragt, ob wir traurig sind, dass unser Sabbatical vorbei ist. Eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. Es ist eher eine Mischung aus unterschiedlichen Empfindungen. Wir freuen uns auf Familie und Freunde, unsere Wohnung, nicht so sehr auf unseren Alltag mit Verpflichtungen, Terminen und das FRÜHE AUFSTEHEN.

Wir haben es sehr genossen, wach zu werden, wie unser Biorhythmus es uns vorgibt. Allerdings wird auch das Reisen irgendwann alltäglich, Ziele herausarbeiten, Flüge & Unterkünfte buchen, wie kommen wir von A nach B. Wir sind so viel gereist auch innerhalb aller Länder, dass es uns nun erstmal froh stimmt, nicht mehr aus dem Rucksack zu leben, ein Zuhause zu haben, zu rasten und zu ruhen. Fehlen wird uns von Herzen das Aufeinandertreffen mit unterschiedlichsten Menschen und Kulturen, das freie Leben jederzeit entscheiden zu können wo und mit wem wir sein wollen, der Einklang mit der jeweils landestypischen Natur, die Berge, das Meer, die Seen... das durch die Welt bummeln.

Wir sind dankbar für jeden Augenblick in diesem so sehr aufregenden, abenteuerlichen Jahr, dass uns keine Grenzen gesetzt hat. Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns virtuell auf dieser Reise begleitet haben, wissbegierig waren, Fragen gestellt, unsere Erlebnisse und Eindrücke mit gelebt haben. So sehr wir es genossen haben, auf Menschen mit derselben Intension zu treffen, sind wir uns sehr bewusst und froh, eine fantastische Familie und tolle Freunde zu haben.

Die komplette Worldwide-Fotoreihe

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